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Frankfurt Skyliners in tiefem Loch gefangen

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Von: Timur Tinç

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Ratlos: Lukas Wank (li.) und Laurynas Beliauskas.
Ratlos: Lukas Wank (li.) und Laurynas Beliauskas. © IMAGO/Eibner

Die Frankfurter Basketballer sind nach dem 83:100 in Bamberg wieder Tabellenletzter. Ex-Nationalspieler Robin Benzing offenbar ein Kandidat.

Marco Völler hat eine kurze Nacht hinter sich. Am frühen Sonntagmorgen ist der Bus mit dem Skyliners-Tross in Frankfurt angekommen. Erst gegen 3 Uhr lag der Manager im Bett. Nach wenig Schlaf lautet die bittere Erkenntnis nach der 83:100-Niederlage in Bamberg immer noch: Tabellenletzter mit 2:12-Punkten. Vieles erinnert an die vergangene Saison, als der Basketball-Bundesligist sportlich abgestiegen ist, sich aber mit einer Wildcard in der BBL hielt.

„Wir haben viele Verletzte und holen die Ergebnisse nicht“, bringt es Völler im Gespräch mit der FR auf den Punkt. Eine toxische Mischung. In Bamberg fehlten gleich vier von sechs „Big Man“ verletzt. Nach Einaras Tubutis, Alexander Richardson (beide Sprunggelenk), Lorenz Brenneke (Adduktoren) hat sich auch Topscorer Martinas Geben einen Bänderriss zugezogen und wird wohl wie Tubutis sechs Wochen ausfallen. In der ersten Halbzeit lautete die Reboundstatistik 8:25 und das Ergebnis 36:57 aus Skyliners-Sicht.

Zwar kamen sie nach einem 21-Punkte-Rückstand zwischenzeitlich auf sieben Zähler heran, am Ende reichte die Kraft wenig überraschend aber nicht mehr. Cheftrainer Geert Hammink, Völler und der Klub müssen nun Lösungen finden, wie sie sich aus dem tiefen Loch wieder ausbuddeln wollen. Zumal die Verletzungssorgen weiterhin Erde auf sie schüttet.

Einen neuen Spieler haben die Frankfurter geholt. Guard Marcus Lewis stand am Samstag gegen Bamberg zwar im Kader, spielte aber nicht, weil er noch keine Einheit mit dem Team absolviert hatte. „Da wollten wir nichts riskieren“, sagt Völler. Eine Frage ist, warum der Klub es nicht geschafft hat, vor solch einem wichtigen Spiel - Vorletzter gegen Tabellenletzter - einen Spieler rechtzeitig nach Frankfurt zu holen. Der Klub wird finanziell ins Risiko gehen müssen, wenn er die Klasse halten will. Kürzlich wurde bekannt, dass Partner Lotto Hessen sein Engagement bis 2025 verlängert und erweitert hat. Außerdem wird die Ballsporthalle künftig den Namen Süwag Energie Arena tragen – auch das wird ein wenig Geld in die Kassen bringen.

Dieses sollte in Qualitätsspieler gesteckt werden, die dem Meister von 2004 sofort weiterhelfen. Gleichzeitig ist das Problem, dass die Hessen nur noch drei Möglichkeiten haben, Profis nachzuverpflichten. Auf den großen Positionen ist die Not besonders groß. Bei Center Geben soll „Mitte der Woche“ eine Entscheidung fallen, ob der auslaufende Zweimonatsvertrag verlängert wird. Eine personelle Option ist offenbar Robin Benzing, der aktuell vereinslose Ex-Kapitän der deutschen Nationalmannschaft. „Ich bin im Gespräch mit Robin“, sagt Völler. Ob sich der 33-Jährige aus Seeheim-Jugendheim vorstellen kann, zum Karriereende hin im Abstiegskampf zu helfen, ist ein anderes Thema.

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