Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Lohn nach einer anstrengenden Saison: die Frankfurter Footballer im Luftschlangen-Regen. imago images
+
Lohn nach einer anstrengenden Saison: die Frankfurter Footballer im Luftschlangen-Regen. imago images

American Football

Frankfurt Galaxy holen Titel: Feuerwerk und bunte Elefanten

  • VonKatja Sturm
    schließen

Die Frankfurt Galaxy holen den Premierentitel in der European League of Football. Es ist ein Finale auf Augenhöhe gegen Hamburg

Das ganze Stadion hielt den Atem an. Ein letztes Mal segelte das Ei, von Phillip Andersen getreten, durch die Luft. So oft schon hatte der Däne an diesem Nachmittag die Lücke zwischen den beiden gelben Stangen erwischt. Wäre das dem 30-Jährigen auch diesmal wieder gelungen, hätten die Hamburg Sea Devils das erste Finale der European League of Football (ELF) in der Düsseldorfer Arena mit einem Punkt Differenz für sich entschieden. Doch aus einer Entfernung von 62 Yards stieß selbst der treffsichere Kicker an seine Grenzen.

Weder beim ersten noch beim zweiten Versuch, zu dem der Schiedsrichter den Hamburger wegen einer zuvor schon vom eigenen Trainer geforderten Auszeit animierte, erreichte er sein Ziel. Als die Assistenten des Referees auf der schmalen Seite endgültig abwinkten, gab es für die Spieler der Frankfurt Galaxy kein Halten mehr. Sie stürmten, ihre Helme schwenkend, über den Rasen. Headcoach Thomas Kösling, in gewohnt neonfarbenem Outfit im Trubel nicht zu übersehen, reckte immer wieder triumphierend die Faust in die Luft und fiel einzelnen Akteuren in die Arme.

Mit 32:30 (20:17) siegten die Hessen in diesem Drama und dürfen sich nun allererster Champion in der neuen kontinentalen Klasse nennen. Schaut man sich den Verlauf der Saison an, kam das nicht unerwartet. Bis auf die Auftaktpartie gegen eben genau die Hansestädter, die ihnen jetzt beim Endspiel gegenüberstanden, hatte der Spitzenreiter der Staffel Süd drei Monate lang alles und jeden dominiert.

Start ins Spiel misslingt

Doch ausgerechnet diesmal sollte die viel gelobte Defense ihre Probleme haben. „Jungs, die das ganze Jahr abgeliefert haben, standen plötzlich mit leeren Augen da“, sollte Kösling später sagen. „Die Hamburger haben jeden Play gespielt und uns einfach auf dem falschen Fuß erwischt. Wir haben nie Zugriff bekommen.“

So musste der Favorit erst mal einem Rückstand hinterherlaufen. Der gegnerische Quarterback Jadrian Clark hatte in der 14. Minute für den ersten Touchdown der Sea Devils gesorgt. Die eigene Offensive hielt die Frankfurter im Spiel. Wenn die Galaxy dann durchkam, versuchte sie die Extrapunkte nicht durch die zuletzt zu oft vorbeigesegelten Kicks zu holen, sondern jeweils durch eine Two-Point-Conversion, was fast immer danebenging.

Im Laufe der Zeit stabilisierte sich das System, so dass sich ein Duell auf Augenhöhe entwickelte. Den Höhepunkt des Krimis leitete Kevin Mwamba ein, als er im vierten Viertel auf 26:30 verkürzte. Kurz darauf, zwei Minuten vor dem Ende, vergab Andersen erstmals ein Field Goal. Da überkam nicht nur Kösling plötzlich das Gefühl, dass dies doch der Tag der Seinen werden könnte. Genau so kam es: Im Gegenzug führte Quarterback Jakeb Sullivan, der bei der Siegerehrung mit Tränen in den Augen als wertvollster Spieler mit einem bunten Elefanten ausgezeichnet werden sollte, sein Team noch einmal übers Feld. Als Hendrik Schwarz mit dem Ei in die Endzone fiel, brach aufseiten der zahlreichen Frankfurter Fans, die sich unter den 21 000 Zuschauer:innen befanden, großer Jubel aus. Doch der Marburger hatte zu früh mit den Knien den Boden berührt. Die wenigen Zentimeter, die übrig blieben, brachte Sullivan wenig später hinter sich. Den Hamburgern blieben nur noch 20 Sekunden, das Spiel zu drehen. Es glückte nicht.

Kösling zeigte Mitgefühl. Mit Frankfurt Universe, wo er zuvor Regie führte, hatte der Fachmann ein Duell um den German Bowl 2018 ähnlich knapp verloren. „Das ist wie ein Schlag in die Magengrube“, erzählte er. „Man glaubt, dass das nie wieder heilt.“ Doch als der gelernte Polizist, der seinen Job vor Kurzem für seine Leidenschaft aufgab, unter Feuerwerk und Luftschlangen die Trophäe in den Himmel reckte, dürfte er an einer vollständigen Genesung nahe dran gewesen sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare