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So sieht der Sieger aus: Lewis Hamilton bekommt auf dem Podium eine Champagnerdusche.

Formel 1

Hamilton gewinnt in Spanien, Vettel chancenlos

In Spanien wirken Sebastian Vettel und Ferrari machtlos, wehrlos und ratlos - während Lewis Hamilton und Valtteri Botttas für den fünften Mercedes-Doppelsieg im fünften Saisonrennen sorgen.

Machtlos, wehrlos, ratlos - Sebastian Vettel und Ferrari haben in Spanien den nächsten Absturz erlebt und wirken neben den historisch starken Silberpfeilen zunehmend wie die Statisten der Formel 1. Sieger Lewis Hamilton und Valtteri Bottas sorgten für den fünften Mercedes-Doppelsieg im fünften Saisonrennen - einmalig in der Geschichte der Formel 1. Hamilton steht nun wieder an der Spitze des Klassements - Vettel verpasste als Vierter hinter Red-Bull-Star Max Verstappen dagegen sogar das Podest.

„Ich hatte in der ersten Runde geahnt, dass vielleicht was geht, aber der Valtteri kam sehr nahe, und ich wusste dann nicht, wohin“, sagte Vettel bei RTL: „Der erste Stint war ein Schuss in den Ofen, aber hätte ich den Bremsplatten nicht gehabt, hätten wir das Tempo mitgehen können.“

Für seinen Teamrivalen Charles Leclerc reichte es nur zu Rang fünf, Ferrari hat das Rätsel um den eigenen Boliden damit auch auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya nicht gelöst: Der SF90 ist bislang einfach kein Sieger-Auto. Auch ein Fehler von Vettel noch vor der ersten Kurve und eine mal wieder naive Rennstrategie der Scuderia trugen zum nächsten Tiefschlag bei.

Lewis Hamilton führt knapp vor Bottas

Mit nun 112 Punkten führt Hamilton im WM-Rennen knapp vor Bottas (105), der am Sonntag zum dritten Mal in Serie von der Pole Position gestartet war, den Platz aber schon am Start verlor. Vettel (64) ist nur noch WM-Vierter hinter Verstappen (66).

Hamilton bedankte sich bei seinem „unglaublichen Team“. Mercedes schreibe „Geschichte - mit fünf Doppelsiegen in Folge. Ich bin für jeden im Team super glücklich.“

Nico Hülkenberg verpasste als 13. die Punkte, der Emmericher war aus der Boxengasse gestartet. Vorausgegangen war eine ungewollte Selbstanklage: An seinem Renault war während des Qualifyings ein Frontflügel alter Spezifikation angebracht wurden, ein solcher Wechsel zu diesem Zeitpunkt ist verboten. Publik wurde das Vergehen allerdings nur, weil Hülkenberg selbst redselig im TV-Interview vom diesem Vorgang erzählte.

Vettel und Ferrari dürften bei der schier aussichtslosen Jagd auf Mercedes indes langsam die Ideen ausgehen, denn Barcelona war eigentlich ein Jetzt-oder-Nie-Rennen. Die Scuderia war mit einem neuen Motor sowie Updates für Front- und Heckflügel angereist - der Kurs, auf dem Ferrari bei den Tests im Februar beeindruckte, sollte endlich die Wende bringen. Doch schon das Qualifying wurde zum Debakel, acht Zehntel fehlten Vettel auf Startplatz drei zu Bottas.

Und in Spanien sind verlorene Qualifyings besonders problematisch. „Es ist hier nicht unmöglich zu überholen, aber sehr schwierig“, sagte Ferrari-Teamchef Mattia Binotto vor dem Rennen: „Ganz sicher ist der Start ein Schlüsselmoment.“

Vettel verbremst sich heftig

Das verinnerlichte Vettel, vielleicht ein bisschen zu sehr: Der Deutsche kam gut weg und schob sich auf der Außenbahn sogar leicht an Bottas vorbei, vor der ersten Kurve verbremste er sich dann aber heftig. Die Silberpfeile musste er ziehen lassen, Hamilton setzte sich vor Bottas, auch Max Verstappen ging an Vettel vorbei - und durch den Bremsplatten war der Hesse in der Folge viel zu langsam.

Leclerc saß ihm im Nacken, dennoch zögerte Ferrari wieder unerklärlich lange, den Monegassen vorbeizuwinken. Erst nach zwölf Runden tauschte das Duo die Positionen, und Leclerc zog gleich davon. Vettel kämpfte indes mit seinen Reifen und forderte im Boxenfunk fast schon flehend: „Holt mich rein, holt mich rein!“

Nach 20 Runden wurde er erlöst, doch dann vermasselte die Crew den Stopp: 4,4 Sekunden dauerte der Reifenwechsel, fast doppelt so lang wie üblich. Auf den Medium-Pneus machte Vettel sich wieder auf den Weg, eine ganze Weile später wurde auch Leclerc an die Box gerufen. Der Monegasse bekam die harten Reifen und lag weiter knapp vor Vettel. Auch an der Spitze hatte sich nichts geändert: Hamilton führte deutlich vor Bottas, es folgten Verstappen, Leclerc und Vettel.

Und nun wiederholte sich die eigenartige Ferrari Renntaktik: Vettel hing mit den weicheren und damit schnelleren Reifen lange hinter Leclerc fest und konnte den vermeintlichen Vorteil dieser Pneus nicht ausspielen. Erst kurz nach der Rennhalbzeit durfte er vorbei.

Ein Safety Car zu Beginn der Schlussphase ließ das Feld noch mal zusammenrücken, doch an der Reihenfolge änderte sich nichts mehr. Auch auf Verstappens Red Bull konnte Vettel keinen Druck mehr ausüben. (sid)

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