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Auf Olympia-Gold in Tokio sollen nun weitere Medaillen bei der Kurzbahn-WM in Abu Dhabi folgen: Florian Wellbrock.
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Auf Olympia-Gold in Tokio sollen nun weitere Medaillen bei der Kurzbahn-WM in Abu Dhabi folgen: Florian Wellbrock.

Schwimmen

Florian Wellbrock: „Über Weihnachten gönne ich mir“

  • VonNico-Marius Schmitz
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Topschwimmer Florian Wellbrock über Ziele, Medaillenträume und erholsame Festtage

Florian Wellbrock, wie schnell kommt man als Olympiasieger wieder im Alltag an?

Der Alltag hat mich schnell wieder eingeholt. Allerdings ist er immer noch von Euphorie durch die Goldmedaille geprägt. Man merkt, dass man einen anderen Stellenwert hat und man anders wahrgenommen wird. Ich merke auch, dass das öffentliche Interesse gewachsen ist.

Mit etwas Abstand – wie lautet Ihr Olympia-Fazit?

Es sind gemischte Gefühle. Es hätte besser laufen sollen. Über den vierten Platz (800 Meter) habe ich mich geärgert, auch mit Bronze (1500 Meter) war ich nicht hundertprozentig zufrieden. Auf der anderen Seite habe ich mir mit der Goldmedaille einen Kindheitstraum erfüllt. Und ich denke, auch mit zwei olympischen Medaillen kann man zufrieden nach Hause reisen (lacht).

Wie schwer war es nach Olympia, sich auf die EM zu fokussieren?

Ich habe da erstmal gar keine Gedanken daran verschwendet, sondern bin direkt wieder ins Training eingestiegen. Die Motivationskurve ging dann erst zwei, drei Tage vor der EM wieder nach oben.

Es gab Gold und Silber, haben Sie damit gerechnet?

Das kam für mich und meinen Trainer doch etwas überraschend. Das Training und die Vorbereitung lief chaotisch, da viele private und berufliche Termine anstanden. Deshalb konnten wir die Einheiten nicht so konstant durchziehen. Dafür hat es echt super geklappt. Mit den zwei Medaillen und der Bombenzeit über die 1500 Meter konnte ich erhobenen Hauptes die Rückkehr antreten.

Zur Person

Florian Wellbrock , 24 Jahre alt, erlöste bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio den Deutschen Schwimm-Verband und holte die erste Männermedaille seit 21 Jahren. Auf Bronze über die 1500 Meter folgte Gold im Freiwasser. Das Olympia-Fazit fällt mit etwas Abstand trotzdem gemischt aus. Nun startet der beste deutsche Schwimmer bei der Kurzbahn-Weltmeisterschaft vom 16. bis 21. Dezember in Abu Dhabi. (FR)

Bei Olympia 2024 in Paris könnten Sie auf gleich vier Strecken in den Wettkampf starten. Eine realistische Option für Sie?

Damit habe ich mich noch gar nicht beschäftigt. Das wäre dann schon ein Hammerprogramm. Ich hätte ja auch dieses Jahr schon über die 400 Meter antreten können. Fürs Finale würde es sicherlich reichen, ob ich allerdings auch eine Medaillenchance hätte, weiß ich nicht.

Sie haben sich ihren Traum von einer Goldmedaille bei Olympia erfüllt. Haben Sie trotzdem schon wieder dieselbe Motivation für Paris?

Nein, dafür ist Paris noch zu weit weg. Durch die Verschiebung habe ich seit 2019 jeden Tag für die Spiele in Tokio gebrannt. Den Druck muss man erstmal durchstehen. Wenn ich jeden Tag wieder mit derselben Anspannung und demselben Feuer starten würde – das würde ich psychisch überhaupt nicht durchstehen. Jetzt stehen erstmal andere Wettbewerbe an, bei denen ich mich bestmöglich präsentieren will.

Was sind Ihre Ziele für die anstehende Kurzbahn-WM?

Ich wäre froh, wenn ich eine ähnliche Zeit wie in Russland schwimmen kann. Diese Form zu bestätigen, wäre schon ein starkes Zeichen. Richtung Podium schiele ich natürlich immer, wenn eine Medaille am Ende rausspringt umso besser.

Und danach gibt es auch für Sie erstmal eine Weihnachtspause?

An Weihnachten gönne ich mir sechs Tage Freizeit. Ich werde bei meiner Familie in Bremen sein, das ist etwas Besonders für mich, weil ich dort gut abschalten kann. 2021 hat mir unheimlich Spaß gemacht. Es war oft stressig, aber es war positiver Stress. Für die ganzen Wettkämpfe gebe ich schließlich jeden Tag alles und gehe an meine Grenzen.

Interview: Nico-Marius Schmitz

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