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Darf fliegen: Karl Geiger.
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Darf fliegen: Karl Geiger.

Vierschanzentournee

Fliegende Wundertüte

  • vonPatrick Reichelt
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Skiflug-Weltmeister Karl Geiger darf nach Quarantäne-Aufenthalt an der Tournee teilnehmen.

Als der große Tag endlich gekommen war, hatte die Realität Karl Geiger schnell wieder eingeholt. Der Skiflug-Weltmeister blickte auf die verwaisten Straßen Oberstdorfs. „So habe ich meine Heimatgemeinde noch nie gesehen“, sagte er. Und war am Ende doch „einfach nur froh“, dass er sich überhaupt mal wieder unter freiem Himmel blicken lassen durfte. Zehn Tage lang hatte Geiger nach einem positiven Corona-Test in den eigenen vier Wänden bleiben müssen.

Am Samstag unterzog er sich noch einmal eingehenden ärztlichen Untersuchungen. Sie brachten keine Auffälligkeiten. Die Quarantäne wurde aufgehoben. Geiger strahlte über das ganze Gesicht, für das Corona-Sorgenkind war drei Tage nach Heiligabend erneut Bescherung. „Ich bin froh, dass ich wieder ein bisschen frische Luft schnuppern konnte“, sagte der Skiflug-Weltmeister lachend. Nach dem großen Zittern kann Geiger somit in seiner Heimat Oberstdorf mit Kumpel Markus Eisenbichler auf die Jagd nach dem ersten deutschen Tourneesieg seit Sven Hannawald vor 19 Jahren gehen.

„Die Zeit war schon frustrierend, ich war schockiert nach dem Testergebnis – zumal ich überall eine Maske getragen hatte“, sagte Geiger, der kurz nach seinem Gold bei der Flug-WM und unmittelbar nach der Geburt seiner Tochter Luisa am 16. Dezember positiv auf Corona getestet worden war, am Sonntag im deutschen Teamhotel.

Somit kann der Skiflug-Weltmeister doch pünktlich zur 69. Vierschanzentournee zurückkehren, die heute mit der Qualifikation in Oberstdorf (16.30 Uhr) beginnt. Denn auch der letzte obligatorische Test, den alle Teilnehmer am Sonntag zu absolvieren hatten, war negativ ausgefallen.

Dass es nun wieder so sein wird, daran will deshalb auch niemand ernsthaft zweifeln. Die größere Frage ist: Was kann man ihm nach dieser Zwangspause zutrauen, dem Allgäuer, der eigentlich in einer Doppelspitze mit seinem Kumpel Markus Eisenbichler nach dem Tourneesieg greifen wollte? Auch Bundestrainer Stefan Horngacher ist sich da nicht sicher: „Aus der Favoritenrolle ist er sicher erst mal raus.“

Allerdings hat der Virus Geiger in der Quarantäne an der Seite von Ehefrau Franziska und dem neugeborenen Töchterchen Luisa kaum beeinträchtigt. „Ich war die ganze Zeit über symptomfrei“, sagte er. Von Mitarbeitern des Oberstdorfer Stützpunktes wurde er sogar mit Hanteln versorgt und konnte zumindest die ein oder andere Einheit Krafttraining absolvieren. Womit die Ausgangsposition gar nicht einmal so viel anders ist als vor der Skiflug-WM, wo er schon einmal zur fliegenden Wundertüte wurde.

Geiger selbst kennt seine Qualitäten, „ich weiß schon, dass ich mit guten Sprüngen ein Wörtchen mitreden kann.“ Wenn er denn zu der Sicherheit findet, die ihn in Planica durch das WM-Wochenende mit Einzel-Gold und Team-Silber getragen hat. Dass er die Rückkehr nun ausgerechnet auf seiner Heim-Anlage in Angriff nehmen wird, sieht Geiger nicht unbedingt als Vorteil. „Natürlich habe ich auf der Schanze schon viele Sprünge gemacht“, sagte er, „aber das hilft dir nichts. Es funktioniert oder es funktioniert nicht.“

So gesehen wird er auf die heutigen Sprünge in Training und Qualifikation auch selbst mit Interesse warten. Bundestrainer Horngacher jedenfalls wäre nicht überrascht, wenn sein zweiter Vorflieger neben Markus Eisenbichler tatsächlich wieder ein Wörtchen um den Gesamtsieg mitspricht. So wie im letzten Jahr, als er Bischofshofen nach heißem Kampf mit Dawid Kubacki und Marius Lindvik als Tournee-Dritter verließ.

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