Nicht zu beneiden: Manuel Baum.
+
Nicht zu beneiden: Manuel Baum. Reuters

FC Schalke 04

Flasche zu

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
    schließen

Königsblau trägt schwer am Bündel der Endlosserie ohne Sieg - aber Hoffnung keimt auf, Jetzt geht es im Pokal nach Schweinfurt, dann zum Kellerduell nach Mainz.

Aktuelle Gesamtwetterlage: trüb. Aussichten: heiter bis wolkig. So ähnlich lässt sich die Situation von Schalke 04 im Herbst 2020 beschreiben. Denn nach dem mit schmeichelhaft noch freundlich umschriebenen 1:1 gegen den am Ende hochüberlegenen VfB Stuttgart warten zwei Aufgaben auf die Königsblauen, die nach einer Steinzeit ohne Sieg Erfolgserlebnisse versprechen: am Dienstag im Pokal-Nachholspiel gegen den Viertligisten 1. FC Schweinfurt und am Samstag beim punktlosen Tabellenletzten Mainz 05. Es dürfte dann, noch dazu in der Geisterspielatmosphäre, verdächtig nach Not gegen Elend aussehen.

Logisch, dass die Knappen (jetzt ein Bündel von 22 Bundesligaspiele ohne Sieg) nicht mit der ganz breiten Brust unterwegs sind. Ihr neuer Trainer Manuel Baum macht und tut, kritisiert und lobt, schiebt an wie verrückt und spricht in hübschen Bildern. Zum Beispiel vor dem Stuttgart-Spiel, als der Fußballlehrer seine Mannschaft mit einer „neuen Ketchup-Flasche“ verglich: „Da muss man von oben ganz fest draufklopfen, bis irgendwann mal was kommt. Aber wenn es dann mal kommt, dann haben wir wieder alle Spaß miteinander.“

Das Blöde daran: Es kommt noch nichts. Gegen den selbstbewussten Aufsteiger machten die Schalker es nur anfangs gut, gingen früh drauf, gewannen Bälle und machten ein Kopfballtor durch einen Teenager, Malick Thiaw heißt der gute Junge.

Aber mit fortdauerndem Spiel machten sie alle miteinander schlapp, und am Ende konnten sie froh sein, dass die Schwaben ihnen einen Punkt ließen. Schwer zu sagen, ob es konditionelle Defizite sind oder ob es auch was mit der Birne zu tun hat. Trainer Baum, der für seine Arbeit (abgesehen von der Entlohnung) gerade nicht zu beneiden ist, gab seinen Männern die Note 3 minus bis 4. Flasche zu.

Immerhin ist sein wichtigster Verbindungsspieler Mark Uth gut aus der Sache rausgekommen. Nach einer Muskelverletzung hatte der Ex-Nationalspieler es gegen den medizinischen Rat gewagt, sich sozusagen selber aufzustellen und 84 Minuten durchgehalten.

„Er ist einer, der in der aktuellen Situation die Verantwortung übernimmt. Das finde ich überragend von Mark“, lobte Baum. Es hätte aber auch schiefgehen können. „Es war natürlich ein Risiko“, sagte Uth nach dem Arbeitstag. Der Teamarzt habe ihm „ein wenig abgeraten, aber ich wollte heute unbedingt auf dem Platz stehen und der Mannschaft helfen. Im Endeffekt kann man sagen, alles richtig gemacht, es hat geklappt“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare