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Verbot Fifa auch muslimischen WM-Teams das Tragen einer speziellen Binde?

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Von: Jan-Frederik Wendt

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Marokkos Spieler jubeln nach dem Sieg im Elfmeterschießen gegen Spanien.
Marokkos Spieler jubeln nach dem Sieg im Elfmeterschießen gegen Spanien. © Robert Michael/dpa

Wegen der „One Love“-Kapitänsbinde fürchteten einige Verbände harte Fifa-Strafen. Nun sieht sich der Weltverband mit neuen Vorwürfen konfrontiert.

Doha - Zum WM-Start waren sie das bestimmende Thema: die „One Love“-Kapitätsbinden sieben europäischer Nationen. Sie wurden letztlich nicht getragen, weil die Fifa mit drastischen Strafen drohte. Offenbar waren die europäischen Mannschaften wie Deutschland nicht die einzigen Nationen, die Armbinden mit einer besonderen Botschaft auf dem Spielfeld tragen wollten. Die katarische Nationalmannschaft und andere Staaten mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit wollten auf Islamophobie aufmerksam machen, wie Sky News berichtet.

Islamophobie meint die Abneigung gegenüber dem Islam und die damit verbundene negative Einstellung gegenüber Muslimen, wogegen die Nationalmannschaften offenbar ein Zeichen setzen wollten. Laut des Berichts war geplant, die Gelegenheit zu nutzen, dass die Fußballweltmeisterschaft erstmals im arabischen Raum stattfindet.

Spezielle Binde gegen Islamophobie

Sky News liegen Entwürfe für spezielle Armbinden mit der Aufschrift „Kein Platz für Islamophobie“ vor. Konkret sollte ein palästinensisches Kopftuchmuster gezeigt werden. Neben Katar hätten Saudi-Arabien und Marokko die Binde tragen wollen.

Ein hochrangiger katarischer Beamter erklärt die geplante Aktion in dem Bericht: „Vor Beginn des Turniers haben Katar und einige der anderen Mannschaften mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit Gespräche darüber geführt, ob die Spieler Armbinden tragen könnten, um auf die wachsende Bewegung der Islamophobie aufmerksam zu machen.“

Fifa sieht sich mit neuen Vorwürfen konfrontiert

Die Fifa habe auch diesem Plan einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Katarer erklärt: „Als der Vorschlag für die Armbinden schließlich mit der Fifa besprochen wurde, teilte man den Ländern mit, dass dies gegen die Fifa-Regeln verstoße und nicht erlaubt sei.“

Laut des Berichts streitet die Fifa die Vorwürfe ab. Dem Verband sei kein Vorschlag bekannt. Für ein Interview habe die Fifa aber niemanden zur Verfügung stellen wollen.

Zu Beginn der Weltmeisterschaft hatte die Fifa bereits sieben europäischen Ländern verboten, die „One Love“-Kapitänsbinde zu tragen. Diese steht für Vielfalt, Offenheit und Toleranz. Der Weltverband wertete das Tragen der Binde vorab als politische Botschaft und drohte bei Missachtung des Verbots mit nicht näher definierten Strafen. Die an der Aktion beteiligten europäischen Verbände schreckten letztlich zurück und trugen die „One Love“-Kapitänsbinde nicht, weil sie Gelbe Karten für ihre Kapitäne und Punktabzüge befürchteten. (Jan Wendt)

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