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Frustriert im Regen: Jackie Groenen vom 1. FFC Frankfurt.

1. FFC Frankfurt

Verpatzter Saisonstart

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Der 1. FFC Frankfurt kassiert eine 1:4-Klatsche gegen Hoffenheim und bleibt punktlos.

Kurz nach der Halbzeit rannte der Co-Trainer des 1. FFC Frankfurt, Kai Rennich, hektisch in die Kabine. Und kam kurz darauf mit einem neuen Trikot für Tanja Pawollek heraus. Der Trikotwechsel zur Pause war nötig, weil die Mittelfeldspielerin statt einem Shirt mit ihrer Rückennummer 31 eines mit der 13 trug. Dasselbe, das auch Marith Prießen angezogen hatte. Die Szene sollte sinnbildlich für den verpatzten Start in die Frauen-Bundesliga sein, bei dem sich der 1. FFC Frankfurt im ersten Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim eine 1:4 (0:2)-Klatsche einhandelte.

Die Niederlage bei tristem Regenwetter vor nur 960 Zuschauern fiel für FFC-Coach Niko Arnautis zu hoch aus: „Wir hatten mehr Chancen und waren in jeder Spielstatistik vorne. Bis in den Strafraum haben wir gut gespielt. Ergebnis und Spiel passen nicht zusammen.“ Sein Team müsse effektiver werden. Prießen fand hingegen deutlichere Worte: „Wir hatten wieder viele Unkonzentriertheiten in der Defensive. Jede muss noch 20 Prozent draufsatteln, wir müssen entschlossener werden.“

Der Gast agierte bissiger und griffiger in den Zweikämpfen und im Pressing. Zudem wurde der Führungstreffer durch einen Patzer von FFC-Keeperin Bryane Heaberlin begünstigt. Die US-Amerikanerin ließ einen Freistoß vor die Füße von Lena Lattwein abklatschen, die problemlos einschob (25.). Kurz vor der Pause war die Defensive erneut unkonzentriert, ließ Tabea Wachsmuth ungehindert das 0:2 erzielen (44.). Auf der Spielmacherposition war die Österreicherin Laura Feiersinger zwar bemüht, aber glücklos; ihre Landsfrau Verena Aschauer blieb im linken Mittelfeld blass. Jackie Groenen spielte eher für die Galerie. Dem FFC wirkte selten kreativ, auch wenn die Hessinnen sich im zweiten Durchgang einige Gelegenheiten erarbeiteten. Doch die schlechte Chancenverwertung ist bekannt. Am Sonntag fehlten zudem die beiden Stürmerinnen Laura Freigang (Erkältung) und Shekiera Martinez (Muskelfaserriss). Immerhin: Angreiferin Géraldine Reuteler zeigte eine ansprechende Leistung. Der erst 19-jährigen Schweizerin glückte der vorübergehende Anschlusstreffer (82.).

Sandvej spielt desolat

Die Hoffnung machte das 1:3 durch Anne Fühner (86.) nach einem verlorenen Zweikampf von Cecilie Sandvej zunichte. Wie bereits zur 0:3-Auftaktniederlage gegen den VfL Wolfsburg bot die Linksverteidigerin zu wenig: kaum ein gelungener Pass, keine Impulse, schlechtes Stellungsspiel. In dieser Verfassung dürfte die dänische Nationalspielerin bei kaum einem Bundesligisten auf dem Rasen stehen. Nicole Billa setzte für den Gast noch den Schlusspunkt (90.+1). Nach null Punkten und sieben Gegentoren soll das erste Erfolgserlebnis bei Turbine Potsdam (Samstag 14 Uhr/Sport1) geholt werden. Prießen übte sich in Pragmatismus: „Wenn wir zu null spielen, wäre das ein Schritt in die richtige Richtung.“

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