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Conny Pohlers köpft das 1:0
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Conny Pohlers köpft das 1:0

Szenenapplaus für den FFC

Frankfurter Fußballerinnen stehen mit einem Bein im Finale des Uefa-Cups / Pia Wunderlich schwer verletzt

Von MATTHIAS KITTMANN

Die Trainer rauften sich die Haare, doch der Rekordkulisse von 5200 Zuschauern im Stadion am Brentanobad konnte nichts Besseres passieren. Denn selbst im Frauenfußball sieht man kaum noch jene Spiele frei von taktischen Geplänkeln. Und das auch noch in einem Uefa-Cup-Halbfinale. "Ich mag es, gegen Mannschaften zu spielen, die man nicht kennt", hatte Conny Pohlers vor dem Hinspiel des 1. FFC Frankfurt gegen CF Bardolino Verona gesagt. Minuten später ahnte man, warum: Die Gäste wussten mit Pohlers nicht viel anzufangen, als Petra Wimbersky von rechts einen Freistoß lang an den linken Pfosten schlug und die nicht gerade groß gewachsene Pohlers unbedrängt einköpfen konnte.

Die perfekte Aktion sah aus wie abgesprochen. War sie aber nicht: "Brauchen wir auch nicht, wir kennen uns ja lange genug", sagte Pohlers, darauf anspielend, dass Wimbersky und sie mehrere Jahre gemeinsam bei Turbine Potsdam aufliefen. Das ist nicht nur ein angenehmer Nebeneffekt für den FFC, sondern auch nötig, denn überraschend stand Renate Lingor weder auf dem Platz noch war sie überhaupt im Stadion. Nachdem die Spielmacherin nach der Winterpause ohnehin nur wenige Einsätze hatte, kam es am Montag im Pokalhalbfinale beim FC Bayern München, als sie gar nicht spielte, zum vorläufigen Höhepunkt des wahrscheinlichen Machtkampfes zwischen der Spielerin und Trainer Hans-Jürgen Tritschoks. Die offizielle Lesart laut Manager Siegfried Dietrich: "Wir hatten ein intensives und gutes Gespräch. Lingor wird ab Montag wieder in den Trainings- und Spielbetrieb einsteigen." Nicht nur Bundestrainerin Silvia Neid ist erstaunt: "Ich würde nicht ohne Not auf eine Spielerin wie Lingor verzichten."

In einem so offen geführten Spiel wie zwischen Frankfurt und Bardolino war die Not nicht so groß, da der FFC viel Raum für sein Offensivspiel bekam. Nach 19 Minuten stand es 2:0, nachdem Birgit Prinz per Doppelpass mit Pohlers nahezu unbedrängt aus 17 Meter abziehen konnte. Zu dem Zeitpunkt wirkte der Gegner überfordert, für manche Frankfurter Ballstaffette gab es Szenenapplaus von den Rängen. Nicht selten kombinierte sich der FFC so lange durch, bis eine Spielerin völlig frei stand, wie Sandra Smisek nach 38 Minuten, die jedoch über das leere Tor schoss.

Bardolino wirkte angeschlagen. "Dieser frühe Rückstand war sehr bitter für uns, zumal wir in der Serie A bislang nie zwei Tore in einem Spiel kassiert haben", bilanzierte Trainer Renato Longega später. Entmutigen ließen sich die Italienerinnen keineswegs. Unmittelbar nach der Pause brachte Maria Sorvillo die Gäste mit ihrem Tor nach einer Ecke wieder ins Spiel.

Was folgte, wäre ein interessantes Thema für ein Taktikseminar. Einerseits ist ein 1:2 auswärts eine passable Ausgangsposition für das Rückspiel. Andererseits sah Bardolino die Lücken in der FFC-Abwehr und wollte mehr. Was fast gelungen wäre; in der 74. Minute vergab Melanie Gabbiadini aus fünf Metern eine hundertprozentige Chance. Stattdessen stieß der FFC in die sich ergebenden Räume und baute mit einem Doppelschlag durch Prinz und Pohlers (79./81.) die Führung auf 4:1 aus. Aus Sicht von Tritschoks war es daher umso ärgerlicher, "dass wir dann noch ein Tor zugelassen haben. Das darf uns nicht passieren."

Stunden später gab es für den FFC dann noch eine Hiobsbotschaft: Die in der 27. Minute ausgewechselte Mittelfeldspielerin Pia Wunderlich zog sich, wie bei einer Untersuchung in der Uniklinik festgestellt, einen Kreuzbandriss zu.

Die Statistik: Frankfurt: Rottenberg - Krieger, T. Wunderlich, Lewandowski, Günther - Weber, P. Wunderlich (27. Thomas) - Wimbersky - Prinz, Pohlers, Smisek (46. Garefrekes).

Tore: 1:0 Pohlers (5.), 2:0 Prinz (19.), 2:1 Sorvillo (47), 3:1 Prinz (79.), 4:1 Pohlers (81.), 4:2 Gabbiadini (84.).

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