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Saskia Bartusiak (rechts) beendet ihre wechselvolle Karriere beim 1. FFC Frankfurt.

1. FFC Frankfurt

Ein letztes Mal

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Mit dem Auswärtsspiel beim SC Sand endet beim 1. FFC Frankfurt die erfolgreiche Karriere von Saskia Bartusiak.

Einige freie Wochenenden konnte Saskia Bartusiak nach dem Ende ihrer Karriere im Nationalteam ja bereits nutzen, um ihre Familie zu besuchen oder zu verreisen. Nun folgt nach dem letzten Bundesligaspiel für den 1. FFC Frankfurt am Sonntag beim SC Sand (14 Uhr) der endgültige Abschied aus dem aktiven Profisport – aber freie Wochenenden müssen warten.

Denn die 34-Jährige absolviert beim DFB seit dem 1. April ein Praktikum, gemeinsam mit Kim Kulig analysiert sie in der Scouting-Abteilung die Gegner des deutschen Frauen-Nationalteams bei der EM in den Niederlanden – gemeinsam mit der früheren Nationalspielerin Kim Kulig. „Ich werde wohl einen ähnlich anstrengenden Sommer haben wie die Jahre zuvor. Aber ich freue mich darauf, weil ich dort viel lerne. Und das Praktikum bietet mir eine gute Perspektive. Da besteht die Hoffnung, dass es darüber hinaus weiter geht, ich dem Frauenfußball erhalten bleiben kann“, sagt sie.

In den 21 aktiven Jahren Frauenfußball auf höchstem Niveau bleibt die Verteidigerin als ruhige, loyale und bescheidene Spielerin in Erinnerung – und als Titelsammlerin. Sie ist neben Anja Mittag und Babett Peter nur eine von drei Spielerinnen weltweit, die alles gewonnen hat. Die gebürtige Frankfurterin verließ nie ihre Heimatstadt und gewann ihrem Wechsel 2005 vom FSV Frankfurt zum FFC alle Titel, die es im Frauenfußball gibt: Zweimal wurde sie Meisterin, viermal DFB-Pokalsiegerin, zweimal den Uefa Women’s Cup und 2015 die Champions League. Im DFB-Team, wo sie 2007 debütierte, wurde sie Weltmeisterin (2007), zwei Europameisterschaften (2009 und 2013) folgten, bevor 2016 der Olympiasieg den Höhepunkt darstellte – auch weil sie Bundestrainerin Silvia Neid zuvor zur Kapitänin ernannt hatte. Für sie alles nicht viel mehr als „besondere Momente“ ihrer Laufbahn. Denn: „Zu jedem einzelnen Titel gehören andere Menschen. Das ist das Schöne, dass ich in so einer langen Zeit mit so vielen verschiedenen Spielerinnen spielen konnte.“

Mit Bartusiak tritt eine ab, die sowohl mit Größen wie Birgit Prinz und Sandra Smisek gespielt hat, aber auch mit einer neuen Generation um Sara Däbritz beim DFB oder der erst 18-jährigen Tanja Pawollek beim FFC. „Man könnte mich als eine Zwischengeneration bezeichnen“, sagt sie.

Rückblickend ist die studierte Sportwissenschaftlerin mit dem Verlauf ihrer Karriere zufrieden: „So, wie die Dinge waren, so sollen sie sein – weil ich sie bewusst entschieden habe.“ Dazu gehören für sie auch Schattenseiten wie das sportlich unerwartet frühe Ausscheiden bei der Heim-WM 2011 oder ihr Kreuzbandriss 2014, als sie nach einigen Komplikationen eine Saison lang pausieren musste und für die WM 2015 in Kanada erst im letzten Moment fit wurde.

Ihre letzte Bundesligasaison bestritt sie gewohnt souverän, verteidigte konstant auf hohem Niveau. Erstmals trug sie dabei im Verein die Kapitänsbinde. Zwar habe sie bereits die Jahre zuvor Verantwortung getragen, „aber im Laufe der Saison festgestellt, dass es eine etwas andere Rolle ist, wenn jüngere Spielerinnen meine Unterstützung brauchten“.

Darauf verzichten will FFC-Manger Siegfried Dietrich nächste Saison eigentlich nicht, aber: „Eine Spielerin in der Form sollte man nie gehen lassen. Aber eine Spielerin ist sehr klug, wenn sie dann geht, wenn sie nicht vom Platz getragen werden muss.“

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