1. FFC Frankfurt

Lehrgeld auf dem Campus

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Die junge Garde des 1. FFC Frankfurt zeigt beim FC Bayern gute Ansätze, kassiert aber die vierte Saisonniederlage.

Verena Aschauer schaute entgeistert in den Himmel. Als würde der wolkenverhangene Himmel im Münchner Norden der österreichischen Nationalspielerin in Diensten des 1. FFC Frankfurt eine Antwort geben, was am Mittwochabend auf dem schmucken Campus des FC Bayern schiefgelaufen war. Dort hatten das stark verjüngte Frankfurter Ensemble in der vom Spartensender Sport1 live übertragenen Partie der Frauenfußball-Bundesliga abermals Lehrgeld bezahlt und unterlag am Ende dem Vizemeister verdient mit 1:3 (1:1). Beinahe routiniert klatschten sich Münchens Nationalspielerinnen hinterher ab, während sich aus der junge Frankfurter Garde die eine oder andere auf den Hosenboden setzte. Stark angefangen, dann umso stärker nachgelassen: Das blieb die Quintessenz nach der vierten Saisonniederlage. Trainer Niko Arnautis wollte sich trotzdem nicht grämen: „Wir haben eine Stunde lang ein richtig gutes Spiel gemacht. Um hier etwas mitzunehmen, muss alles passen. Ich bin stolz, was dieses junge Team leistet.“ Der aktuelle Tabellenplatz ist für den Fußballlehrer kein Maßstab.

„Wir haben fast nur gegen Topgegner gespielt“, pflichtete ihm Manager Siegfried Dietrich bei. „Der FC Bayern verfügt über eine andere Qualität.“ Will heißen: Die Weiterentwicklung braucht Zeit. „Wir wollen eine gute Rolle in der oberen Tabellenhälfte spielen mit einem der jüngsten Kader der Liga.“ Die vor Saisonstart von Dietrich ausgesprochene Vorgabe ist nur zu erfüllen, wenn der einstige Trendsetter seine gute Spielanlage gegen vermeintlich schwächere Teams bald auch in Punkte ummünzt.

Saskia Matheis trifft erstmals

Der Auftritt vor einem leuchtenden Emblem des FC Bayern war anfangs erhellend, weil die Frankfurterinnen in einer offen geführten Anfangsphase durch Saskia Matheis in Führung gingen (12.). Die bereits seit 2007 für den FFC spielende Offenbacherin erzielte im Anschluss an eine Aschauer-Ecke ihr erstes Bundesligator, weil sich Bayerns Torhüterin Manuela Zinsberger verschätzte. Doch kurz vor dem Wechsel glich die sträflich allein gelassene Jill Roord aus, weil niemand beim Vorstoß der schnellen Lineth Beerensteyn den Rückpass richtig einschätzte (40.). In der Pause hatte offenbar Bayern-Trainer Thomas Wörle, einst selbst bei den Offenbacher Kickers aktiv, die richtigen Worte gefunden.

Auch durch die Einwechslung von Nationalspielerin Sara Däbritz war Bayern nun klar am Drücker und das 2:1 der Niederländerin Beerensteyn die logische Folge (66.). Abwehrchefin und Kapitänin Marith Prießen schaltete in dieser Szene zu langsam. Im Anschluss sollte Shekiera Martinez noch einmal für Belebung sorgen, doch der Favorit blieb am Drücker und beseitigte durch Däbritz letzte Zweifel am verdienten Heimerfolg (87.).

Für den 1. FFC Frankfurt geht es nun darum, sich nicht dauerhaft in den unteren Gefilden der Tabelle einzunisten. Daher ist ein Sieg gegen Aufsteiger Werder Bremen am Sonntag (11 Uhr) im Stadion am Brentanobad fast Pflicht.

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