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Reingestochert: Die Wolfsburgerin Pernille Harder (Mitte) trifft zum 4:2, vier FFC-Spielerinnen können die Dänin nicht stoppen.

FFC - VfL Wolfburg

Nur kurz am Remis geschnuppert

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Der 1. FFC Frankfurt verliert beim letzten Heimauftritt des Jahres 2:6 gegen Branchenprimus VfL Wolfsburg.

Niko Arnautis war am frühen Sonntagnachmittag mit mehreren Dingen unzufrieden. Nicht jedoch mit der Leistung seiner Mannschaft. Beim 2:6 (1:3) im Bundesligaduell gegen den Tabellenführer und nationalen Double-Gewinner VfL Wolfsburg hatten sich die Fußballerinnen des 1. FFC Frankfurt so kämpferisch gezeigt, wie ihr Trainer sich das vorgestellt hatte. Kapitänin Marith Prießen und ihre Kolleginnen erspielten sich so beim Rückrundenauftakt zahlreiche Chancen, allerdings gelang es ihnen erneut nicht, den Großteil davon in Treffer umzuwandeln. Ein knapperes Ergebnis wäre aber vorstellbar gewesen. Auch weil sich die Gäste vor 1280 Zuschauern im Stadion am Brentanobad zwischenzeitlich ein bisschen hängen ließen.

VfL-Coach Stephan Lerch bemängelte bei seiner Rückkehr in die hessische Heimat Nachlässigkeiten in seiner Elf, nachdem Alexandra Popp die Wölfinnen bereits nach vier Minuten in Führung gebracht hatte und Caroline Hansen diese innerhalb von knapp zehn Minuten bis zur 32. gleich um zwei Zähler ausbaute. Arnautis hatte da schon den ersten Grund zum Missvergnügen gesehen. Schiedsrichterin Karoline Wacker erwischte seiner Meinung nach keinen guten Tag. Ein Handspiel Popps sei ihr entgangen, der Fehler von Saskia Matheis im Zweikampf mit Noelle Maritz, auf den der Strafstoß zum 3:0 folgte, dagegen nicht. Doch noch vor der Pause erzielte Tanja Pawollek den ersten FFC-Treffer, als sie sich vor dem Strafraum mutig ein Herz fasste und es einfach mal probierte.

In der vielfach gerühmten Defensive der Niedersächsinnen waren auch später einige Schwachpunkte zu sehen. Laura Freigang mit ihrem bereits achten Saisontreffer konnte nach einem Sololauf den Rückstand in der 61. Minute auf 2:3 verkürzen, bevor Pernille Harder, Lena Goeßling und Zsanett Jakabfi in den darauffolgenden 20 Minuten doch noch ein Ergebnis herstellten, wie es in ähnlicher Form die meisten erwartet hatten.
Arnautis war da nicht mehr an seinem Platz. Etwa zehn Minuten vor dem Schlusspfiff hatte ihn die Schiedsrichterin wegen Meckerns weggeschickt. Den Vorfall wollte der Pädagoge keinesfalls hochspielen. Und doch ärgerte er sich sichtlich darüber und stellte später auch in der Pressekonferenz fest, dass er in Zukunft wohl ruhiger bleiben müsse. „Draußen kann ich meiner Mannschaft nicht helfen“, sagte der 38-Jährige. Verstanden habe er die Reaktion der Unparteiischen allerdings nicht. Fußball sei Leidenschaft, ein emotionaler Akt. Beleidigt habe er schließlich niemanden.

Störzel fällt wohl aus

Nun ist eine Partie, die auch zugunsten der Favoritinnen ausgegangen wäre, hätte es an der einen oder anderen Stelle eine abweichende Entscheidung gegeben, eigentlich kein Grund, sich über solch unterschiedliche Perspektiven im Detail aufzuregen. Dennoch war der Auftritt der Unparteiischen auch bei den Spielerinnen ein größeres Thema. Manager Siegfried Dietrich mühte sich derweil, trotz etwaiger Enttäuschung möglichst Positives aus den 90 Minuten herauszulesen. Zudem sei der FFC die bislang einzige Elf gewesen, die dem weiterhin ungeschlagenen Titelanwärter Nummer eins zwei Gegentore aufs Konto schaufelte. 

In der Tabelle rangiert der Klub weiter auf dem sechsten Platz und hat nach dem damit besiegelten letzten Heimauftritt in diesem Jahr nur noch das Auswärtsspiel am Sonntag (14 Uhr) bei der direkt davor rangierenden TSG Hoffenheim auf dem Plan, bevor es in die Winterpause geht. Ob sich das Verletztenlager zuvor noch lichtet, bleibt laut Arnautis ungewiss. Géraldine Reuteler laboriert seit einer Woche an einer Zerrung im Oberschenkel, bei Jackie Groenen blockierte das lädierte Sprunggelenk vor drei Tagen einen ersten Trainingsversuch nach längerer Pause.

Jetzt könnte auch noch Laura Störzel zu den Fehlenden dazustoßen. Die angehende Polizeikommissarin musste in der 33. Minute ausgewechselt werden. Eine genaue Diagnose stand am Sonntag noch nicht fest. „Aber es sieht nicht gut aus“, so Arnautis. Offenbar hätten die Adduktoren etwas abbekommen, möglicherweise einen Faserriss. Auch das würde dem Trainer nicht gefallen. 

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