Frauenfußball

1. FFC Frankfurt ist vorsichtig

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Erster Coronafall hat die Sinne bei den FFC-Fußballerinnen geschärft. Die Planungen für den Zusammenschluss mit Eintracht Frankfurt laufen unverändert weiter.

Niko Arnautis ist kein Freund von Sahnesaucen. Doch aktuell verbringt der Trainer des Frauen-Bundesligisten 1. FFC Frankfurt so viel Zeit zu Hause, dass er bei seinen täglichen Kocheinheiten Experimente wagt. Was nicht heißt, dass der 39-Jährige nichts anderes zu tun hätte. Im Gegenteil: Homeoffice, das bedeutet für den Fußballehrer viel Arbeit. Trainingspläne sind nicht nur für den Erstliga-Kader zu schreiben, dessen Mitglieder sich wie alle anderen individuell fithalten müssen. Die Spielerinnen werden auch regelmäßig über den neuesten Entwicklungsstand in Sachen Covid-19 informiert. Täglich telefoniert Arnautis länger mit einer oder zwei Fußballerinnen.

Am Donnerstag sprach er mit derjenigen, die als erste Spielerin in der Frauen-Bundesliga positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Die Hessen hatten den Fall am Mittwoch öffentlich gemacht. „Der Person geht es so weit gut“, erklärte Arnautis. So sehr, dass sie am liebsten Sport machen würde und man sie bremsen müsse. Ein Test für die anderen ist nicht vorgesehen, da die Ansteckung im privaten Umfeld erfolgte und es durch die Aussetzung des Spiel- und Trainingsbetriebs schon länger keinen Kontakt gab. Die Infektion in den eigenen Reihen habe jedoch deutlich gemacht, dass der Erreger und seine Folgen nicht etwas sind, das „weit weg ist“, sagt Arnautis. „Es kann jeden treffen.“

Sechs Trainingseinheiten sind den Spielerinnen pro Woche vorgeschrieben. Die eigene Kreativität ist dabei gefragt. So sieht man in den Sozialen Medien etwa, wie Sjoeke Nüsken Kniebeugen mit Wassereimern absolviert oder mit ihrer Schwester am Fenster Tennis spielt. „Vor allem die Jüngeren sind froh, dass das Training Struktur in ihren Tag bringt“, betont Arnautis. Von Sophia Kleinherne mal abgesehen, die mitten in den Abiturprüfungen steckt, mangelt es derzeit an fixen Terminen. Bei regulärem Verlauf wäre der FFC an diesem Freitag gegen den SC Sand aus der Länderspielpause zurückgekehrt.

Offiziell pausiert die Liga bis zum 19. April. Sechs Spieltage stehen noch aus. Anfang nächster Woche werde man sich unter den Klubs darüber verständigen, wie es weitergeht, sagt Siegfried Dietrich, FFC-Manager und Vorsitzender des Ausschusses Frauen-Bundesligen beim Deutschen Fußball-Bund. Bis dahin liege die „rote Linie“ für den gesamten Profifußball vor. Eine weitere Aussetzung bis Ende April ist vorgesehen. „Wir würden die restlichen Spiele auch unterbringen, wenn wir erst im Juni wieder anfangen würden“, sagt Dietrich.

Zu Ende spielen wollen Manager und Trainer. Die Prozesse für die folgende Saison laufen trotzdem. Viele Gespräche wurden bereits geführt, um die Mannschaft zu konfigurieren, die dann unterm Dach der Frankfurter Eintracht spielen soll. Man sei auf dem Weg zu einem zukünftigen Team schon sehr weit, verrät Arnautis. Laut Dietrich wurden die nötigen Unterlagen zur Zulassung zum 15. März abgegeben. Doch obwohl hinter den Kulissen weitergearbeitet wird, sind sich die beiden FFC-Verantwortlichen einig, dass es derzeit wichtigere Dinge als Fußball gibt.

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