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Last-Minute-Niederlage: Lara Prasnikar (links) trifft zum 4:3-Endstand für Potsdam.

1. FFC Frankfurt

Fragwürdiger K.o. im Klassiker

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Eine umstrittene Auslegung der Rückpassregel besiegelt das 3:4 des 1. FFC Frankfurt bei Turbine Potsdam.

Laura Freigang wollte nichts mehr sagen. Zu tief saß nach der 3:4 (2:1)-Niederlage des 1. FFC Frankfurt beim Erzrivalen Turbine Potsdam die Enttäuschung bei der Stürmerin des hessischen Frauen-Bundesligisten. Die eigenen drei Treffer der 21-Jährigen hatten nicht gereicht, um ihrer Mannschaft einen Punkt zu bringen. „Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht und werden nicht dafür belohnt“, lautete nach dem Abpfiff Freigangs erste Reaktion.

Kurz zuvor hatte zumindest alles noch nach einer Punkteteilung ausgesehen. Nach dem Führungstreffer der früheren FFC-Akteurin Bianca Schmidt (20.) hatte Freigang in schneller Folge (22./27.) ihre Truppe nach vorne gebracht. Schmidt legte in der sehr offensiv geführten Begegnung kurz nach der Pause (47.) nach, Freigang (57.) traf noch einmal, und Lara Prasnikar (80.) ließ Turbine wieder auf Augenhöhe kommen. In der letzten Minute der Nachspielzeit bremste Verena Aschauer vor 1011 Zuschauern im Karl-Liebknecht-Stadion einen Angriff der Gastgeberinnen. FFC-Keeperin Bryane Heaberlin sicherte den auf sie zurollenden Ball mit den Händen, woraufhin Schiedsrichterin Kathrin Heimann auf unerlaubten Rückpass und indirekten Freistoß aus kürzester Distanz für Potsdam entschied: Es kam, was kommen musste: Durch zahlreiche FFC-Beine hindurch fand Prasnikars noch abgefälschter Schuss den Weg in den Kasten. Die Spielerinnen von Matthias Rudolph jubelten, die Gegnerinnen konnten es kaum fassen.

„In meinen Augen war das kein kontrollierter Rückpass“, kritisierte Arnautis zu Recht eine sehr strittige Entscheidung. Das Resultat sei umso bitterer, da sein Team „ein tolles Spiel“ geliefert und die erste Hälfte dominiert hatte. Der FFC rutscht damit in der Tabelle hinter die Potsdamerinnen zurück. Die könnten sich zudem darüber freuen, in der ewigen Bilanz der Duelle der beiden einstigen Topteams die Nase vorne zu haben. Denn wenn alles läuft wie von FFC-Manager Siegfried Dietrich geplant, war dies der letzte Klassiker in dieser Konstellation. Am Mittwoch soll bei der Mitgliederversammlung der Wechsel des reinen Frauenfußballvereins unter das Dach von Eintracht Frankfurt vorbereitet werden. Den FFC gäbe es dann in der nächsten Saison nicht mehr.

Der Coach schaut weiterhin aufs Sportliche. Seit Ende Oktober, dem 2:1-Erfolg in Duisburg, hat seine Elf keinen Sieg mehr verbucht. „Unsere Gegner erzielen aus wenig viel“, analysierte der Lehrertrainer. Auch diesmal waren es eher leichte Tore, die der FFC zuließ. Das müsse sich ändern. Vor der Winterpause wird das allerdings eine schwer zu erfüllende Aufgabe. Denn am letzten Spieltag in diesem Jahr wird am Freitag der Tabellendritte Bayern München im Stadion am Brentanobad erwartet.

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