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Jetzt gibt es eine Alternative für Fans, die die Spiele des FFC Frankfurt in der kalten Jahreszeit lieber auf dem Sofa zu Hause schauen möchten.

FFC Frankfurt

Erhellendes unter Flutlicht

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TV-Topspiele am Abend mit besonderer Bedeutung für die Bundesliga-Fußballerinnen - über den Fernsehmarkt soll die Fangemeinde anwachsen.

Noch dreimal muss der 1. FFC Frankfurt in diesem Jahr an einem Freitag zu einem Heimspiel im Stadion am Brentanobad auflaufen. Zuerst an diesem Freitagabend  (19.15 Uhr), wenn der Tabellenfünfte aus Hessen auf die einen Platz davor rangierende SGS Essen trifft. Dann folgen vor der bis in den Februar hinein reichenden Winter- und Weihnachtspause noch die Duelle am 22. November gegen den Zweiten aus Hoffenheim und am 13. Dezember gegen Bayern München. Alles Partien gegen Topteams – was kein Zufall ist. Denn seit dieser Saison überträgt der Sender Eurosport zu diesem festen Termin im Free-TV allwöchentlich ein Spitzenspiel aus der Frauenfußball-Bundesliga mit Interviews und Hintergründen.

Die Zusammenarbeit ist vorerst auf drei Jahre angelegt. Nach bislang acht Wochenenden ziehen beide Seiten ein positives Fazit. Im Schnitt haben den Duellen auf dem Rasen 105.000 Zuschauer vor dem Fernseher zugesehen. Herausragend war dabei das Saisoneröffnungsspiel am 16. August, das der FFC gegen seinen Erzrivalen Turbine Potsdam mit 3:2 für sich entschied. In der Spitze sahen dieses knapp 250.000 Fans. „Uns freut dieses Interesse sehr“, erklärt ein Eurosport-Sprecher. „Das Feedback, das wir aus der Liga erhalten, ist sehr positiv.“ Die Fangemeinde wolle man kontinuierlich ausbauen.

Mit den Quoten zufrieden

Der feste Sendeplatz spielt dafür eine entscheidende Rolle. Das sieht auch Siegfried Dietrich, der Manager des FFC und Vorsitzende des neuen Ausschusses Frauen-Bundesliga beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), so. „Der Fan weiß, wann es Zeit für das Spitzenspiel des Wochenendes ist“, und könne sich somit danach richten. Tag und Uhrzeit seien zwar noch ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Doch durch die Regelmäßigkeit dürfte sich das schnell eingespielt haben. „In dieser Phase sind wir mit den Quoten erst einmal zufrieden.“

Die Fußballerinnen des FFC Frankfurt verschaffen dem Frauenfußball mehr Präsenz im TV.

Natürlich erhofft sich der 62-Jährige bei Heimauftritten seines eigenen Teams möglichst viele Anhänger, die der jungen Mannschaft von Cheftrainer Niko Arnautis vor Ort den Rücken stärken. Doch er zeigt auch Verständnis dafür, dass es sich mancher gerade in der kalten Jahreszeit lieber auf dem Sofa zu Hause gemütlich macht, um den Kickerinnen im Warmen zuzusehen, statt auf der Tribüne zu frieren. Diese Alternative gebe es jetzt. Vielleicht müssten die Klubs so erst einmal ein paar Einbußen beim Ticketverkauf hinnehmen. Doch die Vorteile, glaubt Dietrich, überwiegen. Zumal auch neue Freunde dazugewonnen werden könnten. Denn die Begegnungen, die gezeigt werden, sind Flutlichtspiele und damit auch nach Meinung des Senders besonders attraktiv.

Ergänzend zu den Eurosport-Übertragungen am Freitag behält es sich die ARD vor, samstags von einem Spiel in der Sportschau zu berichten. Darüber hinaus werden ein oder zwei der sechs Begegnungen pro Wochenende, diesmal die zwischen Bayern München und dem 1. FC Köln am Sonntag (14 Uhr), vom Streamingdienst Magenta Sport gezeigt. Die Bilder, die so entstehen, könne man dann auch weiterverwenden, zur Dokumentation etwa oder zu Zusammenfassungen in dritten Programmen, betont Dietrich. Das alles sei sehr wichtig für die Zentralvermarktung des Sports. „Unser Ziel muss es sein, dass noch mehr Spiele gezeigt werden.“ Aber man sei nun auf einem guten Weg. „Noch nie hat der Frauenfußball eine so große TV-Präsenz gehabt.“ Darauf könne und wolle man aufbauen und ihn Stück für Stück in eine noch bessere Zukunft führen.

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