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Konnte wie das gesamte Team keine Akzente setzen: Laura Freigang.  

1. FFC Frankfurt

Enttäuschendes Pokal-Aus für FFC

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Der 1. FFC Frankfurt unterliegt nach einem biederem Auftritt Leverkusen im Achtelfinale 0:1 vor heimischer Kulisse.

Es gehört zu den Gepflogenheiten von Siegfried Dietrich, dass er direkt nach dem Abpfiff eines Spiels des 1. FFC Frankfurt zu den Medienvertretern geht, um ein schnelles Statement abzugeben, während Trainer Niko Arnautis im Teamkreis noch mit seinen Bundesliga-Fußballerinnen spricht. In der Regel hebt der Manager dann in netten Sätzen das Positive hervor, das er zuvor sah. Doch nach der 0:1 (0:1)-Niederlage der Hessinnen am Samstag im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen Bayer Leverkusen reichte Dietrich ein einziges Wort, um alles zu sagen: „Enttäuschend.“ Wobei der erfahrene Marketingfachmann rasch hinterherschob, dass er zumindest in der zweiten Halbzeit eine deutliche Steigerung seiner Elf gesehen hatte.

Doch das reichte nicht, um ein Aus in dem nationalen Wettbewerb zu vermeiden. „Wenn du im Pokal überleben willst, musst du 90 Minuten lang gut spielen“, erklärte Tanja Pawollek. Das war den Gastgeberinnen vor 860 Zuschauern im heimischen Stadion am Brentanobad nicht gelungen. „Wir hatten uns viel vorgenommen“, betonte die Spielführerin. Zweikämpfe allerdings konnten sie nicht in ihre Richtung drehen, und auch sonst haperte es in vielen Bereichen des Spiels. Vereinzelte Chancen gab es, jedoch keine zwingenden. So war es nicht allzu überraschend, dass der Ball nach 29 Minuten im eigenen Netz zappelte. Von außen schwer erkennbar war es Pawollek selbst, die das laut Schiedsrichterin Miriam Schweinefuß das Tor nach einer Ecke mit einer Oberschenkelberührung verursacht hatte.

In der Kabine war es danach laut Arnautis nicht leise gewesen. Einen solch ungefälligen Auftritt ist der Coach trotz der Jugend der Mehrheit seines Kaders nicht gewöhnt. „Es gibt solche Spiele, selbst bei Topteams“, entschuldigte er. Die Wirkung blieb nicht aus, danach war der FFC wieder besser in der Partie. „Aber wir hätten noch ewig weiterspielen können – es wäre kein Tor gefallen“, vermutete Pawollek. Arnautis brachte als neue Offensivkraft Sjoeke Nüsken. Auf einen Einsatz von Shekiera Martinez musste er wegen einer Oberschenkelblessur verzichten. Die 18-Jährige hatte Ende der Woche schon nicht trainiert, saß zwar auf der Bank, musste jedoch nach dem Warmmachen signalisieren, dass ein Auflaufen keinen Sinn machte. So musste das Powerbündel wie die anderen am Spielfeldrand hilflos mitansehen, wie der Traum vom Weiterkommen Richtung Finale in Köln sich allmählich auflöste.

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„Ich bin maßlos enttäuscht“, resümierte Arnautis. Es gebe ihm auch zu denken, dass die Frankfurterinnen nicht zum ersten Mal nach einer Länderspielpause nicht gleich wieder eine hohe Präsenz und Präzision zeigten. „Das müssen wir analysieren“ und Schlüsse daraus ziehen. Viel Zeit bleibt nicht: Schon am Freitag reist die TSG Hoffenheim zum nächsten Freitagabend-Flutlichtspiel in der Liga an.

Bis dahin hofft der Coach, dass die zuletzt in den Medien doch sehr gefragte Sophia Kleinherne in erster Linie wieder Spielerin und Schülerin sein darf. Die 19-Jährige hatte eine Woche zuvor vor riesiger Kulisse im Wembley-Stadion einen starken Einstand in der A-Nationalmannschaft gegeben und muss sich wieder an den Alltag auf nationaler Ebene gewöhnen. „Ich weiß, dass ich meinen Fokus jetzt auf etwas anderes richten muss“, sagte sie. Ihr Trainer lobte: „Das macht sie gut.“ Auch wenn Kleinherne nach den Aufregungen zuvor erst mal gekränkelt hatte. „Im Training war sie trotzdem“, sagte Arnautis.

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