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Kommt nicht dran: Laura Feiersinger (links) im Duell mit Pernille Harder.

Niederlage gegen Wolfsburg

Eine klare Angelegenheit

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Der 1. FFC Frankfurt verliert zum Auftakt klar gegen den VfL Wolfsburg mit 0:3.

Eiscreme gab es für die Spielerinnen des 1. FFC Frankfurt nicht. Die nämlich hatte ihr Manager Siegfried Dietrich versprochen, wenn die Spielerinnen beim Doublesieger VfL Wolfsburg mindestens einen Punkt holen würden. So ging es also nach der 0:3-Niederlage in Wolfsburg im offiziellen Eröffnungsspiel der Frauen-Bundesliga ohne süße Verstärkung gen Heimat. 
Trainer Niko Arnautis sah aber trotzdem „einen ordentlichen Auftritt. Wir waren in der ersten Halbzeit sehr diszipliniert, haben das umsetzen können, was wir uns vorgenommen haben.“ In der Tat trat seine Mannschaft anfangs geschlossen auf, ließ dem VfL wenig Spielraum. Es waren Kleinigkeiten und Absprachefehler, die zu Chancen des Favoriten führten. So auch beim Führungstreffer, für Arnautis „ein Geschenk“ kurz vor der Halbzeit, das Pernille Harder nutzen konnte. Die Dänin war vor Anpfiff noch als Europas Fußballerin des Jahres und Top-Torjägerin der vergangenen Saison mit Torjägerinnen-Kanone und Blumen geehrt worden. 

„Zu wenig getraut“

Die von Kapitänin Marith Prießen angekündigte „freche Wundertüte“ FFC entpuppte sich als bissiger Gegner, der es dem Doublesieger des vergangenen Jahres aber nur eine Halbzeit lang schwer machen konnte. Nach der Pause aber wurden die Missverständnisse und Lücken größer, so dass der FFC Glück hatte, keine Klatsche zu kassieren. Diese nur auf die zerrupfte Vorbereitung zu schieben, wäre zu einfach. 

Gerade die linke Außenbahn erwies sich als Schwachpunkt. Linksverteidigerin Cecile Sandvej sah gegen ihre Gegnerinnen kein Land. Janina Hechler auf der anderen Seite brach nach der Pause ein. Auch Prießen kam bei einigen Situationen nicht mehr hinterher. So auch beim 0:2, als Ewa Pajor nach einem schönen VfL-Spielzug problemlos einschieben konnte (62. Minute).

Unachtsamkeiten und individuelle Fehler“, mit denen man laut Arnautis gegen den VfL nichts holen könne. Die müden Beine und zunehmende Unordnung in der FFC-Defensive gefielen dem Coach natürlich nicht, „aber man darf nicht vergessen, dass die Laufleistung und der Aufwand vor der Pause enorm waren. Da war klar, dass wir hinten raus die Abstände nicht mehr halten können.“ 

Offensiv blieb der FFC ungefährlich, auch wenn Jackie Groenen etwas weiter vorne agierte. Ein paar harmlose Torannäherungen konnten die Wölfinnen zu keinem Zeitpunkt beeindrucken. „Wir haben uns zu wenig getraut“, erklärte Arnautis, der trotz einer „gewissen Naivität“ zufrieden ist: „Das ist das einzige, was ich meinem Team vorwerfen kann.“ Das lag auch an der über weite Strecken unglücklich spielenden Laura Freigang. Der Sturm-Neuzugang aus den USA als einzige Spitze brachte mit riskanten Rückpässen das Team eher in Gefahr und stieg beim Kopfball durch Alexandra Popp zum 0:3 nicht hoch genug (77. Minute). 

Es scheint im FFC-Team zu stimmen. Doch wie gut die junge Truppe mit dem gezahlten Lehrgeld umgehen kann, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Die Mannschaft wird noch einige Zeit brauchen, um sich zu finden. Willens genug scheint sie zu sein. Auch ganz ohne Eiscreme.

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