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Durchtrainiert, zweikampfstark und selbstbewusst: Renato Sanches(r.). afp
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Durchtrainiert, zweikampfstark und selbstbewusst: Renato Sanches(r.). afp

EM-Turnier

Renato Sanches aus Portugal: Fein geschliffen

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Nach Jahren des Suchens hat der portugiesische Dampfmacher Renato Sanches sein Gleichgewicht gefunden / Von Frank Hellmann

Die Übungseinheiten der portugiesischen Auswahl im sehr vertrauten Trainingszentrum des ungarischen Zweitligisten Vasa Budapest sind wegen der drückenden Schwüle inzwischen in die Abendstunden verlegt. Was als Vorbereitung aufs Achtelfinale des amtierenden Europameisters gegen den ewigen Geheimfavoriten Belgien (Sonntag 21 Uhr/ZDF) hilft, denn in Sevilla herrschen ebenfalls Backofentemperaturen.

Einem macht die Hitze ziemlich wenig aus: Renato Sanches, das Kraftpaket mit den Rastalocken, der zuletzt im Schatten des strahlenden Supermannes Cristiano Ronaldo gegen Weltmeister Frankreich (2:2) zur auffälligsten Figur avancierte. Ballschlepper, Dampfmacher, Taktgeber. Ohne das bizarre Elfmeterspektakel wäre die Nummer 16 der Seleção vielleicht sogar zum „Spieler des Spiels“ gekürt worden. Neben Rekordjäger Ronaldo ist der 23-Jährige vielleicht die geschmeidigste Geheimwaffe der Portugiesen.

Nationaltrainer Fernando Santos hat ihm vor Abräumer Danilo Pereira den Platz im halblinken Mittelfeld gegeben, den beim ersten Gruppenspiel gegen Ungarn (3:0) noch William Carvalho besetzte. Doch kaum war Sanches beim Auftaktspiel auf dem Platz, schnürte sein Team den späten Dreierpack. Gegen Deutschland (2:4) sorgte Sanches zur zweiten Halbzeit für Belebung, und wer weiß, wie die Partie geendet hätte, wäre sein fulminanter Pfostenschuss in der 78. Minute ins deutsche Tor gerauscht. Da wäre es ums Haar noch mal arg eng geworden für die Löw-Elf.

Im dritten Spiel gegen Frankreich stand er in der Startformation, er sollte inzwischen zum Stamm gehören. Nach Innenverteidiger Ruben Dias, der mit 94 Pässen gegen Frankreich wieder einmal beinahe allein den Spielaufbau steuerte, gab Sanches die zweitmeisten Zuspiele (71) ab. 96 Prozent seiner Pässe kamen an.

Er wirkt durchtrainiert, zweikampfstark, selbstbewusst. Als Santos ihn kurz vor Schluss auswechselte, klatschten Betreuer und Reservisten den Fleißarbeiter fast schon euphorisch ab. Da weiß die Gemeinschaft, wer im Rücken Ronaldos das große Ganze zusammenhält. Wenn Portugal die Hürde Belgien nehmen will, dann braucht es einen, der schon in jener Anfangself stand, die am 10. Juli 2016 dem EM-Gastgeber Frankreich den sicher geglaubten Titel entriss. Mit 18 Jahren und 328 Tagen war Sanches jüngster Spieler in einem Finale – und zuvor war sein Wechsel zum FC Bayern für 35 Millionen Euro besiegelt worden. Doch in München rieben sich alle zu früh die Hände. Der Feinschliff des Juwels misslang fast schon grandios, wobei der Spieler selbst auch deutlich zu wenig tat, um wirklich in Deutschland Fuß zu fassen.

Erst mit dem Wechsel zum OSC Lille im Sommer 2019 fand Sanches wieder langsam Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten, nachdem er auch als Leihspieler in der Premier League untergetaucht war. Beim sensationellen Gewinn der französischen Meisterschaft war der Portugiese eine Führungskraft. „Er hatte eine schwierige Phase bei den Bayern, aber seit dieser Saison blüht er wieder auf. Renato hat enorme physische Voraussetzungen“, sagte Linksverteidiger Raphael Guerreiro von Borussia Dortmund vor der EM im „Kicker“ über seinen Mitspieler. Manchmal sei dessen Spielweise riskant, aber wenn er das Gleichgewicht auf dem Platz finde, helfe er jeder Mannschaft. Schon machen erste Gerüchte die Runde, der FC Bayern denke über eine angebliche Rückkaufoption für 30 Millionen Euro nach. Frankreichs Flügelmann Kingsley Coman heizte derlei Spekulationen an, als er einen Instagram-Beitrag des Portugiesen mit einem Zwinker-Smiley „see you soon“, bis bald, kommentierte.

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