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Auf ihm ruhen viele Hoffnungen: Niklas Dorsch (Photo by ATTILA KISBENEDEK / AFP)
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Auf ihm ruhen viele Hoffnungen: Niklas Dorsch (Photo by ATTILA KISBENEDEK / AFP)

FR-Bundesliga-Tipptabelle (3)

FC Augsburg: Der Dorsch hat angebissen

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Der Bundesliga-Check, Teil 3: FC Augsburg: Mit dem besten U21-Europameister soll es vorangehen

Oft heißt es ja noch: Der FC Augsburg ist in der Bundesliga eigentlich überflüssig. Und dazu passt auch, dass die FR-Sportredaktion in grober Unkenntnis der tatsächlichen Qualitäten die bayrischen Schwaben jahrelang auf einen Abstiegsplatz gesetzt hat. Und dann ist es immer wieder passiert: Allen Unkenrufen zum Trotz sind die Fuggerstädter jedes Jahr dringeblieben. Zwar mit allergrößter Mühe und auch in der vergangenen Saison nur mit einem Trainerwechsel auf der Zielgeraden – der impulsive Markus Weinzierl für den blassen Heiko Herrlich – aber letztlich zählt das Ergebnis: Erstligareif seit 2011. Alle Achtung, FCA!

Wie stark ist der Kader?

Es war ein echter Coup, mit dem Manager Stefan Reuter Anfang des Monats die Liga aus ihrem Dämmerschlaf auf dem Transfermarkt weckte: Niklas Dorsch wechselt von KAA Gent zum FC Augsburg. Der beste Spieler unter den U21-Europameistern geht nicht zu einem Topverein, sondern unterschrieb für fünf Jahre bei einem Underdog. „Er hat angebissen“, schrieb der FCA via Twitter. Sich diesen Dorsch, extrem leidensfähig, extrem talentiert, für sieben Millionen Euro Ablöse geangelt zu haben, ist ein Ausrufezeichen. Weil er als zentraler defensiver Mittelfeldspieler alles verkörpert, was ein guter defensiver Mittelfeldspieler heute braucht: Dynamik, Wille, Übersicht, Technik. Wenn sich der 23-Jährige jetzt in der Bundesliga durchsetzt, dann kommt der nächste Schritt automatisch. Vereine wie Leverkusen, Leipzig oder Dortmund werden genau hinschauen, wie sich der beim FC Bayern ausgebildete Lausbub entwickelt. Und der nächste Bundestrainer Hansi Flick wird ihn auch auf der Beobachtungsliste haben.

Worauf steht der Trainer?

Markus Weinzierl nimmt einen zweiten Anlauf, in Augsburg wieder mehr als nur den ewigen Überlebenskampf zu orchestrieren. Warum bitteschön hat man den 46-Jährigen denn zurückgeholt? Damit er an die erfolgreichste Episode der Augsburger Vereinsgeschichte mit Platz acht und Platz fünf (und Europa-League-Spielen gegen den FC Liverpool!) an die Zeit zwischen 2013 und 2015 anknüpft. Mittelfristig soll die Mannschaft offensiver agieren.

Wo hapert es noch?

Mitunter sah es nicht schön aus, wie der FC Augsburg spielte. Viel Kampf, viel Krampf. Und das alles noch in einem leeren Stadion. Irgendwann gegen Ende der vergangenen Saison, als sich auch noch eine Besorgnis erregende Tor-Allergie unter den FCA-Akteuren ausbreitete, hatte Klubchef Klaus Hofmann genug von dem Gruselfußball. Nach einer Nullnummer gegen Arminia Bielefeld lästerte er über die „nächste Episode unansehnlicher Leistungen“. Kurz danach war Heiko Herrlich seinen Trainerjob los. Weinzierl sollte also neben Ergebnis auch Erlebnis anbieten. Sonst mault der Boss.

Wer sticht heraus?

Die blauen Augen von Rafal Gikiewicz. Der vergangenen Sommer von Union Berlin gekommene Keeper war vom ersten Tag eine wichtige Stütze. Der ehrgeizige Pole erwies sich gerade im Abstiegskampf als nervenstarker Rückhalt, ohne den die Gratwanderung nicht gut gegangen wäre. In 34 Partien über die vollen 3060 Minuten gelangen ihm 129 Paraden – Rang eins unter allen Bundesliga-Torhütern. Vorsorglich hat der Verein den Vertrag mit dem 33-Jährigen vorzeitig bis 2023 verlängert. Mit der Option auf ein weiteres Jahr. Sicher ist sicher.

Wie geht’s dem Schatzmeister?

Der Umsatz kratzt zwar an der 100-Millionen-Marke und fürs gesamte Personal (Spieler, Trainer, Angestellte) gab der Klub zuletzt auch fast 47 Millionen Euro aus, aber das war wenig im Vergleich zu den Absteigern Werder Bremen (70) und FC Schalke 04 (111) oder dem Fast-Absteiger 1. FC Köln (70). Deshalb konnte Vereinschef Hoffmann auch über jene Konkurrenten lästern, die Staatshilfen beantragen mussten. Augsburg war darauf nicht angewiesen: „Seit wir 2014 eingestiegen sind, haben wir jedes Jahr Gewinn gemacht. Der Abschmelzungsprozess durch Corona hat bei uns also von einem höheren Level begonnen.“

Was ist drin?

Auch ein Dorsch macht noch keinen Sommer, aber dieser Dorsch macht den FCA stärker. Trotzdem reicht es nicht, um sich völlig von Abstiegsängsten freizumachen. Folglich wird die Mannschaft Erster im unteren Tabellendrittel. Platz 14. Die FR-Sportredaktion will nicht mehr danebenliegen.

Die Tipptabelle der FR

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