1. Startseite
  2. Sport

„Faustus“ hat wieder Lust

Erstellt:

Von: Katja Sturm

Kommentare

Favoritin in Frankfurt: Dorothee Schneider.
Favoritin in Frankfurt: Dorothee Schneider. Foto: Imago Images © imago

Beim Frankfurter Festhallen-Reitturnier geht Olympiasiegerin Dorothee Schneider mit einem Ersatzpferd an den Start

Es war für Dorothee Schneider kein leichtes Jahr, das nun mit dem Frankfurter Festhallen-Turnier zu Ende geht. Obwohl die Dressurreiterin aus dem rheinland-pfälzischen Framersheim gleich mit zwei Kandidaten für die Weltmeisterschaften in Herning in die grüne Saison gestartet war und nach der ersten Sichtung das nationale Ranking anführte, fuhr die zweimalige Team-Olympiasiegerin nicht mit nach Dänemark. „Showtime“, im Einzel zweimal Zweiter bei den Europameisterschaften 2019 in Rotterdam, konnte den Weg zum Championat diesmal nicht bis zum Ende gehen: Aus einem Gefühl heraus hatte die 53 Jahre alte Ausbilderin den 16-Jährigen von der entscheidenden Überprüfung in Aachen abgemeldet, obwohl der Wallach in Soers problemlos durch den tiermedizinischen Check gekommen war. Der schmerzliche „Entschluss pro Pferd“ stellte sich im Nachhinein als richtig heraus: Eine Zerrung hatte den Routinier gebremst, ohne dass man das von außen sah.

„Faustus“, der zwei Jahre jüngere Stallgefährte, hatte die erforderlichen Leistungen für einen Sprung in die Equipe nicht erbracht und stand nur als Reserve auf der Liste. Als hätte das den Vierbeiner frustriert, nahm er sich daraufhin eine kleine Krise. „Mit Handbremse“ sei er die noch anstehenden Prüfungen angegangen. „Zum Glück“, so Schneider, habe sie diese schnell lösen können. Ein „Spaßprogramm“ mit Ausflügen ins Gelände oder einem zügellosen Spurt über den Platz mit einer Reiterin, die sich, so haltlos, wie im freien Flug fühlte, lenkten vom bisweilen zähen Üben der immer gleichen Lektionen ab. Die mentale Erholung sorgte für neue Motivation: Mitte November, beim German Masters in Stuttgart, lieferten die beiden als Fünfte im Weltcup die nach Meinung der Pferdesportlerin „beste Kür“ in der bisherigen Zusammenarbeit ab.

An diesem Wochenende wollen sie daran anknüpfen: In der Gudd Stubb, wo Schneider den veranstaltenden Turnierstall Schwarz-Gelb vertritt, ist das Paar für die Große Tour gemeldet, die an diesem Freitag (8 Uhr) mit dem Grand Prix beginnt und in der „Faustus“ am Sonntag (11.15 Uhr) seinen Freestyle zu den epischen Klängen der Filmmusik- und Computermusik-Spezialisten „Two Steps from Hell“ präsentieren soll.

Beim Start in ihr Heimspiel am Donnerstag hatte Schneider einen ersten Schritt in Richtung himmlisches Wochenende gemacht: In der Einlaufprüfung zum Burgpokal-Finale am Samstag (10.30 Uhr) teilte sich die Abonnements-Teilnehmerin auf dem achtjährigen „Dante’s Hit“ den Sieg mit der Schweizer Debütantin Andrina Suter, die „Briatore“ vorstellte, und belegte mit ihrem Zweitpferd „Quaterline“ den dritten Platz. Dass zwei Starterinnen haargenau die gleiche Prozentzahl aufweisen, in dem Fall 75,146, kommt im Dressursport äußerst selten vor.

„Dante“ zaubere ihr schon im Training täglich „ein Lächeln aufs Gesicht“, erklärte Schneider. Das hat der Youngster mit „Oldie“ „Showtime“ gemeinsam. Der hat sich von seiner Verletzung optimal erholt und „versüßt“ der Reitmeisterin die Zeit im Sattel. Mitte Januar in Basel könnte der Goldmedaillengewinner von Rio und Tokio ins Turnierviereck zurückkehren. „Showi“ selbst, so Schneider, hätte seiner Reiterin viel lieber noch in Frankfurt ein Happy End 2022 beschert.

Auch interessant

Kommentare