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Ernüchternde Bilanz für die Skyliners

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Von: Timur Tinç

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Liegeball_ Laurynas Beliauskas beim Zuspiel auf Mitspieler Lukas Wank.
Liegeball_ Laurynas Beliauskas beim Zuspiel auf Mitspieler Lukas Wank. © IMAGO/Eibner

Frankfurter Basketballer stehen nach 70:77 gegen Oldenburg genauso da wie letztes Jahr

Ja, die Frankfurt Skyliners hätten schon vier, vielleicht schon fünf Siege auf dem Konto haben können. Ein Ausrutscher weniger hier, ein einziger Treffer mehr da - und schon würde sich die Bilanz der Hessen in der Basketball-Bundesliga ganz anders lesen. Stattdessen stehen sie nach dem 70:77 vor 3900 Fans in der Ballsporthalle am Sonntag gegen Oldenburg mit einem Sieg und fünf Niederlagen auf dem vorletzten Tabellenplatz der BBL. Die gleiche ernüchternde Bilanz nach sechs Spieltagen wie in der vergangenen Saison, als der Klub am Ende sportlich abstieg, sich aber per Wildcard das Spielrecht für diese Saison teuer erkaufte.

Die Länderspielpause kommt für die Skyliners genau zur richtigen Zeit. Bis zum nächsten Spiel in Bamberg (19. November) sind es zwölf Tage. Die Verantwortlichen müssen sich jetzt zusammensetzen und entscheiden, wo die Reise hingehen soll. Vergangene Saison hat man viel zu spät auf die mangelnde Qualität im Kader reagiert. Jetzt ist zumindest erkannt worden, dass sie einen Spieler brauchen, der sie offensiv auf ein anderes Level heben kann. Jemand wie Matt Mobley, dessen Vertrag in Ulm vorzeitig aufgelöst worden ist, wäre der logische Schritt. Allerdings scheint es schwierig, den Shooting Guard, der die Skyliners vor zwei Jahren quasi im Alleingang vorm Abstieg bewahrt hat, zu holen, weil diese Kategorie Spieler nicht zu Abstiegskandidaten wollen.

Die miserable Bilanz macht es offenbar auch schwierig, Martinas Geben in Frankfurt zu halten. Der Center war im September mit einem Zweimonatsvertrag ausgestattet worden, weil sich Matt Haarms verletzt hat. Ihn zu halten wäre bei einem Sieg gegen Oldenburg einfacher gewesen, ließ Cheftrainer Geert Hammink vor der Partie durchblicken. Die Partie gegen Oldenburg begann für Frankfurt bereits nach 28 Sekunden denkbar unglücklich. Flügelspieler Einaras Tubutis humpelte vom Parkett, weil ihm ein Gegenspieler beim Rebound auf das Knie gefallen war. Wie lange er ausfallen wird, ist ungewiss. Gar nicht erst mitgespielt hat der zweite Power Forward Lorenz Brenneke, der sich erneut mit Adduktorenproblemen herumschlägt.

Nur ein Heimsieg in 2022

Ein Sieg gegen die Niedersachsen war dabei nach einer schwachen ersten Hälfte „wegen fehlender Physis“ (Hammink) möglich gewesen. Die Skyliners legten im Schlussviertel einen 11:0-Lauf (61:61) hin und gingen sogar nach einem Dreier von J.J. Frazier mit 66:64 in Führung. Am Ende war Oldenburg aber das cleverere, abgezocktere Team. Erst griff Geben bei einem Wurf der Baskets ans Netz, was zwei Punkte für die Gäste bedeutete. Im folgenden Angriff stand Laurynas Beliauskas bei der Ballannahme im Aus, ein Spielzug später schmiss Frazier seinem Gegenspieler den Ball in die Arme.

„Im vierten Viertel ist uns dann vielleicht auch ein wenig die Puste ausgegangen. Einige Spieler mussten zu viele Minuten gehen, da wir durch Verletzungen eine kurze Rotation hatten. Insgesamt war unsere Energieleistung aber gut“, analysierte Hammink. Es reicht aber nicht, um Spiele zu gewinnen. Deshalb müssen die Skyliners jetzt Geld in die Hand nehmen, sonst werden sie wieder absteigen. Dann würde es für den Basketballstandort Frankfurt zappenduster werden. Gestern kamen nur 3900 Fans in die Halle. Eine Folge der fehlenden Erfolgserlebnisse. Im Kalenderjahr 2022 haben die Hessen nur ein einziges von zwölf Heimspielen gewonnen. So kann man nicht in der BBL überleben.

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