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Dimitrios Grammozis coachte bisher nur Darmstadt 98 im Profifußball.
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Dimitrios Grammozis coachte bisher nur Darmstadt 98 im Profifußball.

Schalke 04

Dimitrios Grammozis mit der Erlaubnis zum Abstieg

  • Daniel Schmitt
    VonDaniel Schmitt
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Trainer Dimitrios Grammozis übernimmt den akut bedrohten Noch-Erstligisten sofort – der Fokus liegt dabei längst auf dem Neuaufbau in Liga zwei.

Diese Frei-Schnauze-Mentalität der Menschen im Pott, das Direkte, auch das Derbe, damit muss und kann der künftige Trainer des FC Schalke 04 ganz sicher umgehen, so mag er es. Schon früher als Profifußballer war er so ein Typ, einer, der sich nie versteckt hat, der stets seine Meinung sagte, ein Fußballarbeiter, kein Künstler.

Laufen, grätschen, anführen – so brachte es der einstige Mittelfeldspieler Dimitrios Grammozis auf 142 Bundesligaspiele für den 1. FC Kaiserslautern, den Hamburger SV und den 1. FC Köln. Nie war er der große Star, das waren andere. Etwa Mario Basler und Anthony Yeboah, oder Trainer Otto Rehhagel. Doch Grammozis, der nun am Dienstagabend die Nachfolge des jüngst entlassenen Christian Gross antrat, schaffte es, mit Leidenschaft und Fleiß, die Menschen von sich zu überzeugen.

Schalke 04: Grammozis gegen Mainz auf der Bank

Später dann startete der in Wuppertal geborene und heute nach wie vor mit seiner Familie dort lebende Deutsch-Grieche seine zweite Laufbahn als Trainer beim VfL Bochum, in der Jugendabteilung. Er wollte den Job von der Pieke auf lernen, ehe er den nächsten Schritt zu einem weiteren Malocherklub ging, zu Darmstadt 98. „Gemeinsam hart zu arbeiten, nichts geschenkt zu bekommen, von der Geschlossenheit zwischen Mannschaft, Klubführung und Fans zu leben, das passt zu mir als Trainer“, umschrieb der Darmstädter Fußballlehrer vor knapp zwei Jahren im FR-Interview seine Idee. Gemeinsam gegen alle Widerstände.

Diese werden, und dafür bedarf es beim Blick auf die Lage beim Krisenklub FC Schalke 04 keinen allzu ausgeprägten Pessimismus, eine ganze Menge sein. Finanzielle Sorgen, strukturelle auf der Führungsebene, vor allem sportliche. Grammozis, der fünfte Trainer in Königsblau alleine in dieser Bundesligasaison, der am Freitagabend im Allerallerallerletzte-Chance-Spiel gegen den FSV Mainz 05 erstmals auf der Trainerbank Platz nehmen wird und einen Vertrag bis Sommer 2022 unterschrieb, darf die Mission mit der Erlaubnis zum Abstieg antreten. „Ich habe richtig Lust auf die Aufgabe“, sagte Grammozis, „und natürlich wollen wir mit einem Sieg gegen Mainz starten.“

Schalke 04: Grammozis kein Feuerwehrmann

Er wird nicht als Feuerwehrmann geholt, da die Flammen im Grunde sowieso schon alles niedergebrannt haben, stattdessen soll er inmitten von Schutt und Asche etwas ganz Neues aufbauen. Für die Anstellung des 42-Jährigen spricht vor allem, dass er sofort einsteigen kann und der hochverschuldete Traditionsklub vor dem Neubeginn kommende Saison nicht noch einen weiteren Kurzzeitcoach beschäftigen muss. Andere Kandidaten wie etwa der Paderborner Steffen Baumgart wären erst im Sommer frei gewesen, wenn überhaupt.

Nachdem Grammozis in Darmstadt, seiner ersten und bisher einzigen Profistation als Trainer, den Vertrag auslaufen ließ, weil ihm die Bosse seiner Meinung nach mit dem angebotenen Einjahreskontrakt nicht genug Wertschätzung entgegenbrachten, war er immer mal bei anderen Zweitligaklubs im Gespräch (HSV, Nürnberg, Braunschweig, St. Pauli). Letztlich aber kam es nie zu einer Übereinkunft. Grammozis wartete auf seine Chance, und bekommt sie nun auf Schalke, wo am Dienstag noch Vereinsikone Mike Büskens das Training leitete.

Auf der einen Seite also ein Traditionsverein, auf der anderen ein Trainer, der sich in solch unruhigen Umfeldern bestens auskennt. Zudem einer, der seine Trainertauglichkeit nachgewiesen hat, obwohl er noch immer eher ein Neuling denn ein erfahrener Hase in diesem Metier ist. Die Zweite Liga kennt Grammozis bestens, er arbeitet detailversessen, ist (fast) immer der Erste auf dem Übungsplatz, um an manchen Tagen auch mal eine Stunde vor Trainingsbeginn die Hütchen eigenhändig und exakt aufzustellen – so wie er das will, da ist er sehr genau.

Grammozis: Realist und Malocher

Grammozis steht nicht für die große Show, manche mögen ihn gar als bieder bezeichnen, am ehesten trifft ihn wohl eine Beschreibung als Realist. Er steht nicht für offensive Hurra-Fußball, aber auch nicht für defensive Mauerei, irgendwas dazwischen. Selbst beschrieb er das einst im FR-Interview wie folgt: „Mutig agieren, spielerische Lösungen finden, dazu aber auch eklig gegen den Ball arbeiten.“ Könnte gut passen zum aller Wahrscheinlichkeit nach Bald-Zweitligisten FC Schalke 04.

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