1. Startseite
  2. Sport

EM-Silber: Hochspringer mit mehr Potenzial

Erstellt:

Von: Günter Klein

Kommentare

Jubel über Silber: Hochspringer Tobias Potye bei der EM in München.
Jubel über Silber: Hochspringer Tobias Potye bei der EM in München. © dpa

Der EM-Zweite Tobias Potye hofft darauf, dass seine Gesundheit ein volles Training endlich wieder zulässt.

Wer ist Tobias Potye, der Münchner mit dem französischen Nachnamen, der am Donnerstagabend EM-Silber im Hochsprung gewann?

Tobias Potye ist viele. Student an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität, Fachgebiet Informatik – derzeit ist das „aber auf Eis gelegt“. Denn Potye hat einen „Sportförderplatz bei der Bundeswehr“. Der Student und Soldat sieht sich auch als „Hochsprungprofi“, der nach seinen 2,27 Metern und Platz zwei ankündigte, „dass auch der Gianmarco jetzt mal fällig ist – das wird auch passieren“. Der Gianmarco heißt mit Nachnamen Tamberi, ist Olympiasieger und ein von den Medien umschwärmter Italiener, ein Star der Leichtathletik.

Dass Tobias Potye seinen bislang größten Erfolg in der Geburts- und Heimatstadt erzielte, ist ein Aspekt seiner Geschichte – aber nicht der interessanteste. Denn was den 27-Jährigen prägt, ist sein Kampf mit dem Körper, über den er sagt: „Der mag den Leistungssport nicht so gerne.“ Potye schmerzen seine Sehnen („Irgendwelche passiven Bewegungsapparate spielen bei mir nicht mit“), was zur Folge hat: „Ich habe seit zwei Jahren kein Techniktraining machen können.“ Er hat in einer Klinik in Salzburg, mit der der Deutsche Leichtathletik-Verband kooperiert, sein Knie trainiert – der Hochsprung an sich fand für ihn „nur im Wettkampf statt“.

Unter diesen Umständen steckt wohl einiges an Potenzial in Potye. Nachdem er zwei Jahre lang in der Szene kaum aufgetaucht war und Tokio 2021 sich für ihn darauf beschränkte, ein Fernseherlebnis zu sein, hat ihn 2022 nach vorne gebracht. München, die Heim-EM, das war ein Anreiz. Bei den Deutschen Meisterschaften kam er dann endlich weg von seiner seit 2018 bestehenden Bestleistung (2,27 m). 2,30 Meter waren „die Basis für internationale Meisterschaften, nach Berlin war ich guter Dinge.“ Schon in der Qualifikation in München bemerkte er dann: „Bombenstimmung – da könnte was gehen. Eine Medaille ist das Ziel gewesen.“

Sein Plan nun: Es bestehen Anzeichen, „dass ich nächstes Jahr wieder ins volle Training einsteigen kann“. Sein Körper und der Sport finden vielleicht doch noch zueinander. 2024 in Paris „will ich mich zeigen. München war Werbung für mich.“

Auch interessant

Kommentare