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Wichtigster Verteidiger im deutschen Team: Moritz Seider (li.), hier im Trikot der Detroit Red Wings. afp
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Wichtigster Verteidiger im deutschen Team: Moritz Seider (li.), hier im Trikot der Detroit Red Wings. afp

Eishockey

Eishockey-WM: Gemeinsam zum Coup

Die Stärken und Schwächen des deutschen Eishockey-Nationalteams: „Wir können nicht nur mitspielen, sondern auch Siege einfahren.“

Wenn man Toni Söderholm fragt, wie er als Eishockey-Bundestrainer sich das ideale Spiel seiner deutschen Nationalmannschaft vorstellt, überlegt er nur kurz und legt dann ein Szenario dar: „6:0 nach 60 Minuten, wir haben aggressiv gespielt, jeder Block ist als Einheit aufgetreten. Wir hatten 60 bis 70 Prozent Puckbesitz, und jeder Spieler hat zwei, drei Schüsse geblockt.“ Klar, so ideal wird es nie laufen, doch der Finne, der seit zweieinhalb Jahren an der Spitze des deutschen Eishockeys steht, ist sich sicher: „Wir werden eine Mannschaft sehen, die guten Teamgeist haben wird, in der einer sich für den anderen opfert.“

Er hat seinen Kader so ähnlich gebaut wie 2019, bei der letzten WM, die Finnen ihren. Sie wurden ohne die herausragenden Individualisten, die nicht kommen konnten oder wollten, sensationell Weltmeister. Auf dem Weg dorthin konnte nur eine Mannschaft sie schlagen: die deutsche.

Daran erinnert sich Stürmer Markus Eisenschmid: „Wir haben uns nicht hingesetzt und haben gesagt, wir wollen Weltmeister werden. Aber es kann ein Ziel sein. Es spricht nichts dagegen, dass wir es so machen wie vor zwei Jahren die Finnen.“ Die Ansage mag einen wie Franz Reindl, den Präsidenten des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) verschrecken, „weil ich aus einer Generation komme, die vom Understatement geprägt ist“. Aber okay. „Die Spieler jetzt haben andere Vorstellungen, aber auch Voraussetzungen, sie sind besser aufgestellt, und ich finde es gut, wenn sie eine selbstbewusste Grundeinstellung haben,“ Tobias Rieder spricht vom „Viertelfinale als unserem vorläufigen Ziel“.

Die Fakten sind: Es kommt weniger als sonst an Spielern aus der NHL, wichtiger ist, was die nationalen Ligen stellen. Wie bei Olympia 2018 mit Silber für Deutschland. „Unser Standing“, erklärt Marcel Noebels, „hat sich komplett verändert. Als ich 2013 unter Pat Cortina als Bundestrainer angefangen habe, waren wir 13. oder 14. in der Weltrangliste. Jetzt sind wir die Nummer sieben, das ist eine andere Hausnummer. Wir messen uns mit den großen Nationen, wir können nicht nur mitspielen, sondern Siege einfahren.“

NHL-Star Draisaitl fehlt

Die Zuversicht begründet sich – obwohl die NHL-Stars Leon Draisaitl, Dominik Kahun und Philipp Grubauer fehlen, auch an einigen Personalien, die zum Trumpf werden sollen.

Moritz Seider: Selbstkritisch sagt er über sich, „dass wir über mein Draft-Jahr sprechen – aber jetzt sind wir bei plus zwei“. 2019 wählten ihn die Detroit Red Wings in der ersten Runde (an sechster Stelle) aus, schickten ihn aber – normal bei Verteidigern – erst mal ins Farmteam. Die erste Saison wurde von Corona abrupt beendet, wegen der Ungewissheiten, die die Pandemie brachte, schickte Detroit seinen Mann der Zukunft nach Schweden, weil der Spielbetrieb dort gesichert war. Seider wurde zum Social-Media-Star, die Videoclips, die seine schweren Checks dokumentieren, wurden weltweit geteilt. Der 20-Jährige selbst, auf dessen massiv muskulösem Körper immer noch ein Kopf mit kindlich freundlichem Gesicht sitzt, erfuhr davon „von meinen Eltern, die da aktiv unterwegs sind“. Schon vor zwei Jahren bei der WM wuchs Moritz Seider zum besten deutschen Verteidiger.

Marcel Noebels, Lukas Reichel und Leo Pföderl: Praktisch für Bundestrainer Söderholm – er kann den Paradesturm des Meisters Eisbären Berlin übernehmen. Die Besonderheit: Die Mittelstürmerposition, normal fest vergeben, wechselt zwischen den drei Spielern mit unterschiedlichen Charakteristika, wie Supertalent Lukas Reichel beschreibt: „Marcel Noebels ist ein brutal schlauer Spielmacher, Leo Pföderl haut die Scheiben rein, und ich bringe vielleicht ein bisschen Spritzigkeit rein mit meinen jungen Beinen.“

Tom Kühnhackl, Tobias Rieder und Nico Krämmer: Toni Söderholm glaubt, über einen Kader zu verfügen, „in dem einer sich für den anderen aufopfert“. Bezeichnend: Seinen Spielern mit der größten Reputation weist er Rollen der Mannschaftsdienlichkeit zu. Tom Kühnhackl. der deutscher Rekordler an Stanley-Cup-Siegen (zweimal mit den Pittsburgh Penguins) ist und den Verbandspräsident Reindl „einen Hero“ nennt, weil Kühnhackl junior die Deutschen zur Olympia-Teilnahme 2018 schoss, wird auf die Top-Reihe des Gegners angesetzt. Er wird zusammen mit Tobias Rieder, dem einzigen aktuellen NHL-Stammspieler im Kader, agieren, dazu stößt ihr Landshuter Landsmann Nico Krämmer. Rieder stellt individuelle Ansprüche auf eine glanzvolle Offensivrolle zurück. Ebenso Krämmer, der in Mannheim einer der Besten ist.

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