Eishockey

Tendenz in Richtung Saisonstart

Mit dem Deutschland Cup brachte der DEB Eishockey wieder auf die öffentliche Bühne. Von Mittwoch an gibt auch die Liga mit einem eigenen Vorbereitungsturnier wieder ein Lebenszeichen. Die Indizien mehren sich, dass es doch noch eine Saison geben wird.

Fast schon euphorisch kehrten die Nationalspieler am Montag nach dem Deutschland Cup zu ihren Clubs zurück. Mit dem Gefühl, dass ein Eishockey-Spielbetrieb auch während der Corona-Krise möglich ist, war die Vorfreude auf das am Mittwoch startende Vorbereitungsturnier der Deutschen Eishockey Liga (DEL) riesengroß. „Wir sind alle froh, dass es jetzt losgeht. Ich denke, wir haben ein Zeichen gesetzt, dass es geht“, sagte Yannic Seidenberg vom EHC Red Bull München nach der am Ende kaum beachteten Final-Niederlage gegen Lettland (2:3 nach Verlängerung).

Von Mittwoch an spielen acht der 14 DEL-Clubs nahezu täglich bis Mitte Dezember den Sieger des Cups aus, der nach dem übertragenden Telekom-Portal MagentaSport benannt ist. Zum Auftakt treffen die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven und die Krefeld Pinguine am Mittwoch aufeinander, am Donnerstag steht das Prestigeduell der beiden DEL-Schwergewichte Mannheim und München an.

„Wir wollen zeigen, wer der Chef in der Liga ist, und freuen uns, dass es direkt mit so einem Kracher losgeht“, sagte Seidenberg. Die Fernsehzuschauer können sich wohl auch auf Dominik Kahun von den Edmonton Oilers freuen, der sich während der NHL-Pause zu seinem Ex-Club nach München ausleihen ließ.

Acht Monate nach dem Saison-Abbruch der DEL will die Liga, die den Beginn der neuen Spielzeit bereits zweimal verschoben hatte, nun auch endlich ein Lebenszeichen senden. Das Turnier ist so etwas wie ein Test für eine mögliche Saison, die nun doch am 18. Dezember starten könnte. Die DEL-Clubs wollen darüber am 19. November entscheiden.

Momentan geht die Tendenz in Richtung Saisonstart, auch wenn weiter keine Zuschauer zugelassen sein sollten. Da allmählich die beantragten finanziellen Hilfen aus dem 200-Millionen-Euro-Programm des Bundes für notleidenden Sportarten bei den Clubs ankommen, kehrt langsam Hoffnung zurück. Auch der Deutschland Cup nährt die Zuversicht. „Ich muss dem DEB ein ganz großes Lob aussprechen. Es wäre sehr einfach gewesen, den Cup abzusagen. Die Liga sollte die Erfahrungswerte mitnehmen. Wir müssen Eishockey wieder auf die Bildschirme bringen“, appellierte DEB-Kapitän Moritz Müller.

Der 33 Jahre alte Abwehrspieler ist beim MagentaSport-Cup allerdings gar nicht dabei, da sein besonders notleidender Arbeitgeber Kölner Haie nicht teilnimmt. Der Verzicht aufs Publikum fällt dem deutschen Zuschauer-Krösus besonders schwer. Seit Mai sind die Haie-Profis in Kurzarbeit, die Spieler verzichten zudem auf 60 Prozent ihres Gehaltes. Mit dem Verkauf von imaginären Eintrittskarten will der Traditionsclub Geld einnehmen, um an einer möglichen Saison teilnehmen zu können. Wahrscheinlich wird dies klappen.

Haie-Geschäftsführer Philipp Walter ist für den Saisonstart - trotz aller Probleme. Ein Jahr ohne DEL-Spielzeit würde einen „nachhaltigen Schaden“ für das Eishockey bedeuten, sagte er dem Deutschlandfunk.

Die Anstrengungen für einen Liga-Spielbetrieb werden aber größer sein, als sie es beim Deutschland Cup ohnehin schon waren. Beim Liga-Turnier müssen alle Spieler 36 Stunden vor einer Partie einen Corona-Test absolvieren. Beim Deutschland Cup ließ der DEB 500 Tests durchführen - alle waren negativ. Allerdings verbrachten die drei Teams die Tage in Krefeld jeweils in einer eigenen Blase. Das lässt sich in der Liga kaum darstellen. „Für die DEL wird es natürlich noch mal schwieriger“, räumte auch Reindl ein. „Da haben die Spieler natürlich Kontakt zu ihren Familien, Eltern, Kindern und Großeltern.“ (dpa)

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