Eintracht-Gegner Standard Lüttich

Die Stolzen

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Einracht-Gegner Standard Lüttich aus Belgien hat eine lange Tradition und einen bekannten Trainer

Vorweg: Reisetechnisch geht es für die Eintracht-Fans fast nicht besser, als das Auswärtsspiel bei Standard Lüttich zu besuchen. Mit den vielen Direktverbindungen, die täglich vom Frankfurter Hauptbahnhof nach Brüssel fahren, ist es auch ein Leichtes, nach Lüttich zu gelangen. Ohne Verspätung in 2:20 Stunden. Direktverbindung. Gleich hinter der deutsch-belgischen Grenze ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten Fußballvereine Belgiens beheimatet: der Royal Standard Club de Liége, im deutschsprachigen Raum als Standard Lüttich bekannt. Die Krone im Wappen untermauert den stolzen Anspruch.

Der Klub, Zweiter in der ewigen Ligatabelle Belgiens, wurde zehnmal Meister, sechsmal Pokalsieger. 1982 fehlte nicht viel, um im Endspiel des Europapokals der Pokalsieger den ruhmreichen FC Barcelona in dessen Wohnzimmer Camp Nou in die Knie zu zwingen. Doch dann schoss der frühere Mönchengladbacher Allan Simonsen noch zwei Tore und Lüttich verlor 1:2. Es waren die Zeiten, in denen Eric Gerets verteidigte, Arie Haan lenkte und der Schwede Benny Wendt stürmte.

Alles verdammt lang her.

In Belgien werden immer noch exzellente Fußballer ausgebildet – das hat gerade die WM 2018 in Russland gezeigt –, aber sobald einer eine besondere Befähigung offenbart, schnappt die zahlungskräftigere Konkurrenz aus dem Ausland zu. Vor allem die Premier League lockt die besten Belgier wie die Motten das Licht. Kaum noch einer der aktuellen Nationalspieler spielte in der heimischen Jupiter League. Für Klubs wie Standard Lüttich heißt das, ihr Ausbildungslevel noch weiter zu erhöhen.

Seit Sommer 2018 hat mit Michel Preud’homme einer der populärsten Ex-Profis als Trainer das Sagen. Der Torwart mit der üppigen Lockenpracht war in den 80er Jahren nicht nur zweimal Belgiens Fußballer des Jahres, sondern europaweit einer der Besten seines Fachs. Selbst eine Verwicklung in eine Bestechungsaffäre konnte seinen Ruf nicht ramponieren.

Preud’hommes Vita passt ungewollt zur Aktualität. Denn als Dritter der Meister-Playoffs hätte Standard Lüttich eigentlich noch an der Qualifikation zur Europa League teilnehmen müssen. Der direkte Sprung in die Gruppenphase hatte mit dem Bestechungsskandal zu tun, der unlängst den belgischen Profifußball schwer in Verruf brachte. Der KV Mechelen hatte offenbar durch Spielmanipulation versucht, den Abstieg abzuwenden. Der Verband ordnete den Zwangsabstieg an und entzog dem Pokalsieger auch das Startrecht für den Europapokal.

Vor dem Sportschiedsgericht konnte Mechelen zwar den Abstieg abwenden, nicht aber den Europapokalausschluss. Profiteur war Standard Lüttich, das nach einem endgültigen Uefa-Entscheid am 18. Juli direkt in die Gruppenphase rutschte.

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