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So soll es wieder werden: Kevin Krawietz (links) und Andreas Mies jubeln nach ihrem Sieg 2019. dpa

French Open

Eine Liebesbeziehung

Krawietz/Mies haben in Paris nie verloren - daran soll sich auch im Finale nichts ändern.

Die Aura von unschlagbaren Sandplatzkönigen umweht Kevin Krawietz und Andreas Mies bereits, obwohl die erfolgreiche Titelverteidigung noch gar nicht im Sack ist. „Ein Physio sagte mir bei der Behandlung: ‚Ihr habt hier eine bessere Bilanz als Rafa Nadal‘", erzählte Mies vor dem Endspiel der French Open sichtlich belustigt – anders als der spanische Dominator hat das deutsche Tennis-Doppel in Roland Garros noch nie verloren. „Vielleicht sollten wir zurücktreten, wenn wir das Finale gewinnen“, scherzte Mies.

An einen Rücktritt denkt das Erfolgsduo aus Coburg und Köln freilich nicht – den Titel in der französischen Hauptstadt, den zweiten nach dem historischen Coup im Vorjahr, den wollen Krawietz und Mies am Samstag aber allemal. „Dass wir jetzt die Chance auf einen weiteren Titel haben, ist unglaublich“, sagte der 30-jährige Mies, und der zwei Jahre jüngere Krawietz ergänzte nach dem Halbfinalsieg: „Natürlich ist es schon jetzt unglaublich emotional.“

Es ist unübersehbar, dass die „KraMies“ zu Paris eine ähnliche Liebesbeziehung pflegen wie der zwölfmalige Einzel-Champion Rafael Nadal – auch wenn Krawietz scherzhaft betonte: „Der Wohnsitz bleibt erstmal da, wo er ist.“ Schon der Titelgewinn im Vorjahr, als das Duo als erstes deutsches Doppel seit 82 Jahren in Roland Garros triumphierte, war ein Sport-Märchen, an eine solche Fortsetzung hätte Krawietz aber „nicht geglaubt“.

Zwölfer Sieg in Serie?

Doch nun soll am Samstag der zwölfte Sieg im zwölften Match auf der roten Asche von Paris her – auch wenn die Hürde im Finale nicht größer sein könnte. Schließlich hatten Mate Pavic (27/Kroatien) und Bruno Soares (38/Brasilien) erst im September die US Open gewonnen und „sind das heißeste Doppel auf der Tour“, wie Mies warnte: „Es gibt momentan kein besseres Team.“

Außer vielleicht Krawietz und Mies in ihrer Wohlfühloase am Bois de Boulogne, an keinem anderen Ort der Tenniswelt brillieren sie so sehr. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten hat sich das Duo von Match zu Match gesteigert, das Selbstvertrauen ist immens. „Als Gegner würde ich mich schwer tun, bei uns eine Schwäche rauszupicken“, sagte Mies: „Wenn wir unsere Stärken auf den Platz bekommen, sind wir sehr schwer zu bespielen und extrem schwer zu schlagen.“

Die größten Schwierigkeiten für die Deutschen tun sich derzeit abseits des Courts auf. „Voriges Jahr hatten wir im Finale 56 Mann in der Box“, erzählte Mies von der Extra-Motivation beim Premieren-Titel, „jetzt müssen wir gucken, wie viele wir für Samstag noch einfliegen lassen können.“ Nur vier Gäste pro Team seien erlaubt, so die Ansage der Veranstalter.

„Vielleicht sind sie ja so nett und geben uns ein paar Karten extra“, sagte Mies – und fügte augenzwinkernd hinzu: „Wir sind selber bis in die Haarspitzen motiviert, auch so klappt das gut.“ sid

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