Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Endlich mal wieder ein Triathlon, wenn auch nur ein Show-Wettkampf: Jan Frodeno.
+
Endlich mal wieder ein Triathlon, wenn auch nur ein Show-Wettkampf: Jan Frodeno.

Frodeno gegen Sanders

Triathlon-Clash im Allgäu: Ironman-Geschichte soll geschrieben werden

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
    schließen

Der dreifache Hawaii-Champion Jan Frodeno will im Allgäu die Weltbestzeit über die Langdistanz im Zweikampf mit Lionel Sanders brechen

Immenstadt im Allgäu - Schon der Trailer mutet martialisch an. „Two kings, one battle“, zwei Könige, ein Kampf, heißt es im Vorlauf zu einem Mann-gegen-Mann-Duell, das es im Triathlon in dieser Form noch nicht gegeben hat. Jan Frodeno, der dreifache Ironman-Sieger mit dem angeborenen Sieger-Gen und Wohnsitz im spanischen Girona, und Lionel Sanders, das Stehaufmännchen mit dem großen Kämpferherz aus dem kanadischen Windsor, begeben sich am Sonntag (9 Uhr) bei der so genannten „Tri Battle Royale“ in Immenstadt im Allgäu auf die Langdistanz-Strecke über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Laufen und 42 Kilometer Laufen, um eine besondere Geschichte zu schreiben.

Entweder der 39 Jahre alte Frodeno, Olympia-Sieger 2008, Hawaii-Champion 2015, 2016 und 2019, oder der sechs Jahre jüngere Herausforderer Sanders, 2017 nur knapp vom Deutschen Patrick Lange auf Kona besiegt, sollen die Weltbestzeit von 7:35:39 Stunden vom Challenge Roth 2016 unterbieten, die Frodeno selbst aufgestellt hat. Offizielle Weltrekorde werden im Triathlon aus gutem Grund aber nicht geführt: Zu unterschiedlich sind die Streckenprofile über die drei Disziplinen, teilweise gibt es auch deutliche Abweichungen bei den einzelnen Distanzen. „Ich habe mit Jan schon oft drüber gesprochen: Ich halte eine Zeit unter 7:30 Stunden grundsätzlich in unserem Sport für möglich“, sagt Sanders.

Ironman-Sieger Jan Frodeno: Keine Gedanken ans Karriereende

Frodeno, der auch einen Monat vor seinem 40. Geburtstag noch keinen Gedanken ans Karriereende verschwendet, spricht selbst von einer „verrückten Idee“, die sein langjähriger Begleiter, Freund und Manager Felix Rüdiger als Organisationschef umgesetzt hat. Ein bisschen erinnert der Rahmen an das mythenbehaftete Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Dave Scott und Mark Allen 1989 beim Ironman Hawaii, den so genannten „Iron War“. Gerade Frodenos Herausforderer Sanders, der vor seiner Sportlerkarriere von Alkohol bis Depressionen vieles durchgemacht hat, ist von der puren Essenz dieses Events fasziniert. Die Inszenierung für die beiden charismatischen Grenzgänger ist hochprofessionell.

Drohnen und Helikopter kommen für eine weltweite TV-Übertragung zum Einsatz, der Livestream (www.tri-battle.com) ist kostenlos. In einer Saison mit wenig Rennen bekommen zwei Sportstars eine eigene Präsentationsplattform. Ansonsten hat Corona nämlich die Sportart mit seinen weltumspannenden Serien der konkurrierenden Veranstalter Challenge und Ironman noch immer fest im Würgegriff. Gerade wegen der Massenstarts und Reisen kann oft die Sicherheit nicht garantiert werden. Die beiden deutschen Flaggschiffe mussten abermals verschoben werden: Der Ironman Frankfurt soll nun am 15. August, der Challenge Roth am 5. September starten – das liegt für die Topstars viel zu nah am Höhepunkt Hawaii (9. Oktober). Und nicht unwahrscheinlich, dass die Virus-Entwicklung noch dazwischenfunkt.

Ironman im Allgäu: Strecke lädt zu Rekorden ein

Da ist ein Zweikampf, der mit dem Schwimmen im Großen Alpsee beginnt, auf einen Fünf-Runden-Kurs auf dem Rad durchs idyllische Allgäu fortgesetzt wird, ehe es auf vier Laufrunden bis ins Zielstadion Burgberg geht, deutlich sicherer. Es solle zwar kein Triathlon unter Laborbedingungen werden, betonen die Organisatoren, gleichwohl ist die Strecke besonders designt, damit die Topathleten ihre modellierten Körper möglichst schnell durchs Wasser und über Land bringen. Spektakulär mutet eine eigens gezimmerte, 75 Meter lange Steilkurve aus Holz an, um beim Wendepunkt auf der Radstrecke nicht abbremsen zu müssen. Es gibt aber keine Tempomacher, auch Windschattenfahren bleibt verboten.

Gleichzeitig soll die trainingsverrückte Triathlon-Gemeinde über die Plattform Zwift, den Hauptsponsor, zum Mitmachen ermuntert werden; wer also will, kann mit dem Abgleich der Leistungsdaten beim Radfahren und Laufen mit zwei Ausdauerheroen schwitzen, die sich am Freitag bei einer Pressekonferenz in rund 2000 Meter Höhe vom Fellhorn schon mal von Angesicht zu Angesicht auf ihren Hightech-Rädern abstrampelten, während sie Fragen beantworteten. Zuvor hatten sie sich in langen Bademänteln mit Kapuze über dem Kopf gegenübergestanden. Wie Boxer vor einem Megafight. Aber nichts weniger soll dieses Triathlon-Duell ja jetzt werden. (Frank Hellmann)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare