Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Der erste Versuch vor einem Jahr: Saori Yoshida (links) und Tadahiro Nomura und die olympische Fackel.
+
Der erste Versuch vor einem Jahr: Saori Yoshida (links) und Tadahiro Nomura und die olympische Fackel.

Feuer und Flamme für die Olympischen Spiele

Ehrwürdig und doch grotesk

  • vonFelix Lill
    schließen

Der steinige Weg nach Toki0, Teil 4 In dieser Woche beginnt der viermonatige Fackellauf quer durch Japan / Im ganzen Land soll er Stimmung machen auf die Olympischen Spiele

Normalerweise ist dies der Zeitpunkt, wenn ein nationales Olympiafieber ausbricht: Umzingelt von Kameras und vielen Interessierten am Straßenrand macht die Fackel ihre ersten Schritte in Richtung Gastgeberstadt. Immer nur ein paar Meter trägt eine ausgewählte Person dieses Feuer, ehe es wie ein Staffelstab an die nächste weitergereicht wird. Das können Promis sein, wohltätig Engagierte, Nachwuchs- oder Ex-Sportler:innen. Hauptsache das olympische Feuer geht durch viele Hände und quer durchs Land.

Ab diesem Donnerstag ist es auch in Japan so weit. Im vor zehn Jahren durch ein Atomunglück teilweise zerstörten Fukushima beginnt der Fackellauf, dann soll er über 121 Tage durch jede der 47 Präfekturen des Landes führen: Anfang Mai erreicht die Fackel die subtropische Inselgruppe Okinawa, Mitte Juni dann die in Nachbarschaft von Russland gelegene Nordinsel Hokkaido. Am Abend des 23. Juli soll sie ins Tokioter Olympiastadion getragen werden, wo mit ihr dann das Olympische Feuer entzündet – die Spiele von Tokio wären damit eröffnet.

Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, auch in metaphorischer Hinsicht. Denn wie feierlich dieser Fackellauf wirklich noch werden kann, ist höchst ungewiss. Der Start dieses olympischen Aufwärmevents, der eigentlich auch den vermeintlichen Wiederaufbau in Fukushima zur Schau stellen soll, wird komplett ohne Zuschauer:innen ablaufen müssen. Alles andere wäre in der Pandemie zu gefährlich, erklären die Veranstalter.

Immerhin sieht es jetzt so aus, als hätte man aus dem vergangenen Jahr gelernt. Als am 22. März 2020 die olympische Fackel in Japan einflog und kurz darauf der Fackellauf beginnen sollte, traute die Welt ihren Augen nicht. Obwohl Japan als eines der ersten Länder vom Coronavirus betroffen war, eilten rund 50 000 Menschen in die nördlich gelegene Stadt Sendai, um dort mal kurz die Fackel zu betrachten. Auch das weltweite Entsetzen hierüber dürfte ein Stück dazu beigetragen haben, dass zwei Tage später die Spiele um ein Jahr verschoben wurden.

Nun also der zweite Anlauf. Ausfallen darf der Fackellauf nämlich auf keinen Fall. Frei von verzweifelten Versuchen, Feierlichkeit mit Sicherheit zu harmonisieren, bleibt die Planung aber nicht. So haben die Organisatoren schon darüber nachgedacht, an besonders stark bevölkerten Orten nur unbeliebte Fackelträger laufen zu lassen – damit nicht ganz so viele Schaulustige kommen. Und wo sich doch Menschenmengen bilden, sollen Ordner – quasi wie bei einer nicht genehmigten Demo – die Leute auseinandertreiben.

Vielen wird das alles zu bunt. So forderte der Gouverneur der westlich gelegenen Präfektur Shimane Mitte Februar, dass der Fackellauf ganz abgesagt werden solle. Schließlich steigen auch in Japan weiterhin die Infektionszahlen. Nach viel Diskussionen will die Präfektur Shimane nun Mitte April final entscheiden, ob die Fackelträger kommen sollen.

Andere haben unterdessen schon verkündet, dass sie ohnehin nicht mehr wollen. Mehrere Schauspieler:innen und weitere Prominente gaben nun Terminprobleme an. Weniger bekannte Fackelläufer:innen begründeten ihren Rückzug mit den jüngsten Sexismusskandalen um das Organisationskomitee. Nach guter Stimmung sieht es noch nicht aus.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare