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Vergebene Chance: Erling Haaland.
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Vergebene Chance: Erling Haaland.

Kommentar

Dortmunds ungestillte Sehnsucht

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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Der BVB fällt nach jeder Niederlage gegen einen Underdog auf dieselbe Grundsatzdiskussion zurück. Vielleicht sollte auch Boss Hans-Joachim Watzke mehr Geduld haben. Ein Kommentar.

Vor wenigen Tagen erst hat sich BVB-Boss Hans-Joachim Watzke im Podcast mit Sandra Maischberger mal wieder so ein bisschen über zwei Verflossene ausgelassen: Thomas Tuchel und Jürgen Klopp. Den ungeliebten Tuchel zähle er, der Kumpeltyp Aki, nicht zu seinen Feinden (immerhin), er sei ein fantastischer Trainer, aber „ein schwieriger Mensch“, es habe halt „nicht gepasst“. Kann passieren.

Ganz anders bei Klopp, dem „kongenialen Partner“, der „sofort die Sonne strahlt lässt, wenn er in einen Raum kommt“. Aki und Kloppo – „das ist komplette Harmonie.“ Zu beiden Trainern hat Watzke eine besondere Beziehung, hier maßvolle Ablehnung, dort leidenschaftliche Zuneigung. Nur keine Gleichgültigkeit.

Und bei Lucien Favre, dem aktuellen Coach? Da hört sich Watzke so an: „Er ist ein sehr netter Mensch, höflich, gut erzogen, bescheiden. Wie unprätentiös er ist, das ist in der heutigen Zeit und gerade im Fußball außergewöhnlich. Er ist nicht der Emotionalste, aber jeder Mensch ist, wie er ist. Die Arbeit, die er bisher für den BVB geleistet hat, kann sich durchaus sehen lassen.“ Kann sich durchaus sehen lassen? Das klingt schwer nach „stets bemüht“, es klingt nach Distanz, Beliebigkeit und Beiläufigkeit.

Genau diese Geschäftsmäßigkeit in dieser wichtigen bilateralen Beziehung ist es, die Borussia Dortmund nicht zur Ruhe kommen lässt. Es gibt wohl keinen Verein in Deutschland, bei dem nach einer unerwarteten Niederlage (0:2 in Augsburg, 1:2 gegen Köln) sofort alles in Frage gestellt wird: Erreicht der Trainer die Mannschaft? Ist Favre der Richtige? Passt er zum BVB mit seiner Kopflastigkeit und Einsilbigkeit? Warum bekommt er den Laden nicht in den Griff?

Dieses Dilemma ist hausgemacht, es ist eines, in das der Klub durch fehlende Überzeugung und beschränktes Vertrauen selbst gerutscht ist. Nun fällt es schwer, einen Ausweg zu finden. Denn diese Mannschaft ist nun mal konsequent inkonsequent. Es ist ein Ensemble der unerfüllten Erwartungen, der ungestillten Sehnsüchte. Dieser BVB kann so viel und er zeigt so viel, er ist betörend und mitreißend – aber eben nicht immer.

Dieser Wankelmut liegt nicht am Trainer, sondern an den Akteuren selbst, an herausragenden Fußballern wie Marco Reus, der zwar schon 31 ist, aber bei dem man irgendwie immer noch auf den Durchbruch wartet, oder Julian Brandt, der alles mitbringt, aber so zaudernd und phlegmatisch ist. Oder die Wunderknaben, die die Fußballwelt verzaubern können: Bellingham, Reyna, Sancho, Haaland, Moukoko. Junge, wilde Kerle.

Vielleicht sollte man ihnen einfach etwas Zeit zugestehen, Zeit, um zu schwanken, zu reifen und zu wachsen. Auch das wäre, um mit Aki Watzke zu sprechen, in der heutigen Zeit und gerade im Fußball außergewöhnlich.

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