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„Die Unterstützung ist gewachsen“

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Sehr zufrieden mit der Schlappekicker-Aktion: Vorsitzender Arnd Festerling, hier mit Ex-Nationalspielerin Nia Künzer.
Sehr zufrieden mit der Schlappekicker-Aktion: Vorsitzender Arnd Festerling, hier mit Schlappekicker-Vorstandsmitglied und Ex-Nationalspielerin Nia Künzer. © Renate Hoyer

Die Schlappekicker-Aktion befindet sich weiter auf einem guten Weg. Der Vorsitzende Arnd Festerling zieht eine rundweg positive Bilanz 2022.

Die Schlappekicker-Sammlung 2022 ist in wenigen Tagen zu Ende. Arnd Festerling, seit 2017 im Vorstand der Aktion für unverschuldet in Not geratene Sportlerinnen und Sportler sowie Vereine, die sich in besonderer Weise gesellschaftlich engagieren, lässt die vergangenen Jahre Revue passieren und spricht über aktuelle Pläne.

Arnd, erstmals seit 2019 konnte die Schlappekicker-Aktion der Frankfurter Rundschau wieder alle Veranstaltungen durchführen, nachdem es zwei Jahre lang wegen Corona nur ein reduziertes Programm gab. Wie schwierig war diese Zeit für den Schlappekicker?

Da ging es uns so wie allen anderen. Es war nicht einfach. Von einer Sache abgesehen: Die Unterstützung für unsere Aktion ist eher gewachsen – die Menschen helfen dem Schlappekicker, damit wir Menschen und Vereinen helfen können. Wir hatten durchaus Bedenken, ob das in schwierigen Corona-Zeiten so bleibt und zuletzt waren wir gespannt, wie sich die Energiekrise für unsere Sammlung auswirkt. Aber unsere Spenderinnen und Spender haben zu uns gehalten. Wir haben 2020, 2021 und 2022 wieder eine beachtliche Spendensumme am Jahresende erzielt. Ein bisschen traurig war es in der Corona-Zeit um unsere Veranstaltungen bestellt. Wir haben geplant, eingeladen, gemacht und getan – und dann mussten wir kurzfristig wieder absagen. Besonders für unseren alljährlichen Höhepunkt war das sehr schade, denn die Schlappekicker-Preisverleihung vor großer Kulisse im Kaisersaal des Römer soll natürlich für die Gewinner eine unvergessliche Feier und Ehrung sein. Immerhin wurde zweimal den Delegationen der Vereine im kleinen Kreis im Römer gratuliert und sie konnten dort hinter die Kulissen schauen.

Die Schlappekicker-Förderung der Inklusionsarbeit ist zuletzt ausgebaut worden und mittlerweile gibt es auch eine eigene Feier für die fünf Gewinner. Was bedeutet das für die zukünftige Arbeit?

Die Förderung der Inklusion wird immer wichtiger und dies will der Schlappekicker unterstützen. Deswegen sind wir glücklich, dass wir seit 2021 mit tatkräftiger Hilfe des Sportkreises Frankfurt jedes Jahr ein eigenes Fest ausrichten können, bei dem die mit dem Inklusionspreise ausgezeichneten Vereine stärker als zuvor im Mittelpunkt stehen.

Der Abend im Eintracht-Museum ist zu einem Familientreffen der Schlappekicker-Mitglieder und -Freunde geworden. Welchen Stellenwert hat dieses Treffen?

Der Abend ist ein echtes Erlebnis für unsere Förderer und Freunde, denen wir für ihr Engagement danken wollen. Wir haben da gleich zweimal Glück: Zum einen, dass Eintracht Frankfurt ein großes Herz für die soziale Verantwortung des Sports hat und zum anderen, dass ihre Verantwortlichen den Schlappekicker in dieses Herz geschlossen haben. Deswegen können wir in der einmaligen Location des Museums im Stadion tolle Gäste begrüßen und interessante Gespräche führen. Von Eintracht-Aufsichtsratschef Philip Holzer über Vorstandssprecher Axel Hellmann und Sportvorstand Markus Krösche bis zu „Fußballgott“ Alex Meier. In diesem Jahr ist sogar Rudi Völler zu uns gekommen.

Die Schlappekicker-Advents- und Weihnachtssammlung ist davon geprägt, dass sie von vielen bekannten und unbekannten Spenderinnen und Spendern mit kleinen und großen Beträgen unterstützt wird. Was sagt das über den Schlappekicker?

Das entspricht genau unserem Selbstverständnis. Unsere Spenden kommen ganz wesentlich von der Sportfamilie des Rhein-Main-Gebietes. Jede und jeder gibt, was sie oder er glaubt, geben zu können. Ob das nun 10, 100 oder 1000 Euro sind oder zum Beispiel der Erlös des Benefizspiels der Eintracht-Traditionsmannschaft mit unserem Schlappekicker-Schirmherrn Karl-Heinz Körbel. Alle zusammen ermöglichen der Schlappekicker-Aktion seit nunmehr 71 Jahren, dort zu helfen, wo es sinnvoll und nötig ist.

Weihnachtsüberraschung: Der krebskranke Eintracht-Fan Silas freut sich an Heiligabend dank der Schlappekicker-Aktion über einen Autogrammball der Frankfurter Profis. privat
Weihnachtsüberraschung: Der krebskranke Eintracht-Fan Silas freut sich an Heiligabend dank der Schlappekicker-Aktion über einen Autogrammball der Frankfurter Profis. privat © Privat

Die Eintracht Fußball AG hat 2022 eine Sonderspende von 50.000 Euro überreicht. Was plant der Schlappekicker mit diesem Geld?

So viel Geld ist natürlich ein Segen für unsere Arbeit. Wir wollen es außerhalb unserer üblichen Projekte verwenden. Mit der Summe ist auch die Begleitung von Projekten über einen längeren Zeitraum möglich – wir sind in intensiven Gesprächen mit künftigen Partnern.

Was waren die markantesten Schlappekicker-Momente 2022?

Auf die Frage muss ich zuerst leider mit dem traurigsten Moment antworten. Der Tod von Jürgen Grabowski hat uns alle erschüttert. Er war ein großartiger Fußballer und Mensch. Weil er so bescheiden war, weiß auch kaum jemand, dass „Grabi“ mit viel Herz seit den 70er Jahren ein großer Unterstützer und Helfer des Schlappekicker war. Der beste Moment vereinsintern war die Vorstandswahl im Frühjahr. Nia Künzer und FR-Sportredakteur Ingo Durstewitz wurden neu gewählt. Nia ist bekanntlich eine echte Weltmeisterin. Unvergessen ihr entscheidendes Tor im WM-Finale 2003 in den USA. Aus dem Fernsehen kennen sie viele Menschen als Frauenfußball-Expertin bei Turnieren und Länderspielen. Wenige wissen um ihr soziales Engagement. Dass sie dies und ihre Erfahrung nun auch beim Schlappekicker einbringt – das ist eine richtig gute Sache.

Interview: Harald Stenger

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