Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Im Fokus: Peng Shuai.
+
Im Fokus: Peng Shuai.

Der Fall Peng

Die Stimme erhoben

  • Daniel Schmitt
    VonDaniel Schmitt
    schließen

Im Fall Peng Shuai zeigt das Frauentennis Haltung, das IOC eher nicht.

Es ist jetzt etwas mehr als ein Jahr her, da wirkte Steve Simon wie festgetackert auf seinem Chefsessel. Im Sonnenscheinstaat der USA, in Florida, genauer in Saint-Petersburg am Golf von Mexiko, genoss der oberste Mann des Weltfrauentennis offenbar seine Zeit. Er sagte nichts, er tat nichts - und erntete scharfe Kritik. Man solle doch jetzt bitte Ideen entwickeln für die Schlägerschwingerinnen inmitten der Pandemie, man müsse sich doch ein Vorbild am viel aktiveren und um neue Formate bemühten Männertennis nehmen, überhaupt: Tue was, Steve!

Hinter vorgehaltener Hand gab es damals gar Rücktrittsforderungen an Simon, den Chef der weiblichen Profitennis-Organisation WTA. Davon ist rund zwölf Monate später nichts übriggeblieben. Steve Simon hat sich erhoben aus seinem Sessel, nicht bezüglich frischer Formate, aber in einer anderen, wichtigeren Sache: dem Fall Peng Shuai.

Am Mittwochabend verkündete die WTA, alle Turniere in China auszusetzen. Der Nachrichtenagentur AP sagte Simon, dass diese Entscheidung auch über das Jahr 2022 hinaus gelten könnte. Peng Shuai, frühere Weltklasse-Doppelspielerin, hatte Anfang November Vorwürfe wegen eines sexuellen Übergriffs des chinesischen Spitzenpolitikers Zhang Gaoli öffentlich gemacht. Daraufhin verschwand sie und tauchte erst zwei Wochen später wieder auf. Beobachter:innen sorgen sich um das Wohlbefinden der 35-Jährigen. Die WTA vermutet, sie wird unter Druck gesetzt und kann sich nicht frei bewegen.

Boykott der Winterspiele?

„Wenn mächtige Menschen die Stimmen von Frauen unterdrücken und Vorwürfe von sexuellem Missbrauch unter den Teppich kehren, dann würde das Fundament, auf dem die WTA gegründet wurde – Gleichberechtigung für Frauen – einen immensen Rückschlag erleiden“, so Simon in einer Stellungnahme. Er werde und könne nicht zulassen, „dass dies der WTA und ihren Spielerinnen widerfährt“.

Die chinesische Regierung bestreitet die Vorwürfe. Im Kalender des Frauentennis spielt China eine wichtige Rolle, insgesamt wurden dort pro Saison bis zu zwölf Wettbewerbe ausgetragen - unter anderem das Saisonfinale. Dem Vernehmen nach generiert die WTA im Reich der Mitte jeden dritten Dollar ihrer Einnahmen.

Keine andere Sportorganisation hat sich bislang öffentlich so klar mit dem Gastgeber der Winterspiele 2022 angelegt, was nun auch deutlich den Druck auf das Internationale Olympische Komitee (IOC) um Präsident Thomas Bach erhöht. Denn für Peking steht weitaus mehr auf dem Spiel als nur ein paar abgesagte Tennisturniere. Vor allem könnte die Causa Peng Shuai die Boykottdebatte rund um die Winterspiele in Peking im Februar wieder hochkochen lassen.

Das IOC versicherte am Donnerstag, es teile „die Sorge vieler Menschen und Organisationen um das Wohlergehen und die Sicherheit“ von Peng Shuai. Daher habe es am Mittwoch eine zweite Videoschalte mit ihr gegeben. Man setze auf „stille Diplomatie“, hieß es. Steve Simon wählte den deutlich lauteren Weg . mit dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare