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Die Skyliners taumeln dem Abgrund entgegen

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Von: Timur Tinç

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Kann den Weißenfelster Kostja Mushidi (r.) nicht stoppen: Skyliners-Kapitän Quantez Robertson (links).
Kann den Weißenfelster Kostja Mushidi (r.) nicht stoppen: Skyliners-Kapitän Quantez Robertson (links). © IMAGO/Eibner

Die Frankfurt Skyliners sind nach der 75:81-Niederlage beim Mitteldeutschen BC auf den 17. Rang der Basketball-Bundesliga (BBL) abgestürzt. Die Verantwortlichen müssen nun reagieren, sonst steigen die Hessen in die zweite Liga ab.

Die letzte Angriffssequenz im Spiel der Frankfurt Skyliners beim Mitteldeutschen BC aus Weißenfels war bezeichnend. Bezeichnend für dieses Spiel am Sonntagnachmittag, bezeichnend für den Großteil dieser schlechten Saison des hessischen Basketball-Bundesligisten. Erst vergab Quantez Robertson auch seinen vierten Dreierversuch, anschließend scheiterte Spielmacher Will Cherry gleich zweimal aus kurzer Distanz. Es wäre zwar nur etwas Ergebniskosmetik gewesen, doch die Szene zeigte einmal mehr, wie hilflos diese Mannschaft in der Offensive agiert.

Nach dem 75:81 (35:46) liegen die Frankfurter Korbjäger nun auf Rang 17, punktgleich mit den Gießen 46ers. Die Skyliners taumeln dem Abgrund und der zweiten Liga Pro A entgegen. Und bislang schauen die Verantwortlichen zu und reagieren nicht auf die von Partie zu Partie sich wiederholenden Spielverläufe. In Weißenfels führten die Skyliners zeitweise mit 14 Zählern (51:37), nur um den Vorsprung – mal wieder – leichtfertig herzugeben. Zwar fehlte ihnen Center Jamel McLean, der wegen einer Corona-Infektion nicht mitgereist war. Für ihn durfte mal wieder Brooks DeBischopp ran (null Punkte).

Doch die Pleiten rühren in erster Linie daher, dass viel zu viele Spieler nicht ihre Leistung abrufen. Kapitän Robertson (zwei Punkte), Ersatz-Spielmacher Brancou Badio (vier) finden offensiv nicht statt und schenken mit Ballverlusten in den entscheidenden Phasen den Gegnern einfache Punkte. Lukas Wank, als Olympia-Teilnehmer geholt, nahm in 18 Minuten keinen einzigen Wurf und kam auf null Punkte. Rasheed Moore erzielte zwar neun Punkte, aber sieben davon von der Freiwurflinie. Er traf nur einen von sieben Würfen. Beste Schützen waren Matt Haarms (22 Punkte) und Cherry (21). Offenbar schafft es Cheftrainer Diego Ocampo auch nicht, den Hebel im Team umzulegen.

Noch haben die Skyliners zwölf Spiele, um den Klassenerhalt zu schaffen. Doch gegen wen will dieses Team gewinnen, wenn man schlagbare Teams, wie vergangenen Mittwoch Göttingen, davor zweimal gegen Chemnitz oder jetzt gegen den MBC, nicht besiegt? Mit einem Sieg beim MBC wäre man zumindest auf zwei Punkte an einen direkten Konkurrenten herangerückt. So ist der Abstand auf sechs Zähler gewachsen. Am Mittwoch kommt Würzburg nach Frankfurt, die am Samstag mal eben so Playoffkandidat Crailsheim mit 17 Punkten Differenz (91:74) abgefertigt haben und zwei Punkte vor den Skyliners auf Rang 16 stehen.

Den Trainer werden die Hessen wohl kaum wechseln, da für diese Veränderung eigentlich der Zeitpunkt schon verpasst wurde. Das letzte Mal, dass die Skyliners einen Trainer rausgeschmissen haben, war 2010, als Murat Didin vorzeitig den Klub verlassen musste. Sie werden wohl eher einen weiteren Spielmacher holen, um offensiv endlich auf Touren zu kommen und die Last nicht nur auf die Schultern von Will Cherry zu legen.

Ob das reichen wird, wird von der Qualität des Spielers abhängen, und davon, ob das Team es schafft, aus dem Quark zu kommen. Wenn nicht, steigen sie ab.

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