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Schmerz, lass nach: Robert Lewandowski spürt die Hand des Bremers Ömer Toprak.
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Schmerz, lass nach: Robert Lewandowski spürt die Hand des Bremers Ömer Toprak.

Robert Lewandowski so gut wie Klaus Fischer

Die Lederhosen bleiben an

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Werder Bremen hat dem FC Bayern beim schmeichelhaften 1:3 nur Fleiß entgegenzusetzen. Der letzte Heimsieg ist 15 Jahre her.

Es war noch keine Minute lang gespielt, da lag Robert Lewandowski schon flach auf dem nassen Rasen des Bremer Weserstadions. Die Hand von Werder-Verteidiger Ömer Toprak war Schuld. Volltreffer im Gesicht, unabsichtlich. Ein bisschen Blut floss, und dann dauerte es noch eine kleine Weile, ehe der Münchner Mittelstürmer sich auf Betriebstemperatur gebracht hatte. Am Ende hatten die Bayern in aller Souveränität 3:1 gewonnen, und am Ende hatte der Fließband-Torschütze dazu mit einem allerdings sehr profanen Treffer beigetragen. Ein Abstauber zum 3:0, der nun bedeutet, dass Robert Lewandowski genauso viele Bundesligatreffer gemacht hat wie der legendäre Klaus Fischer. 268, Platz zwei hinter Gerd Müller. Fischers Spezialität waren Fallrückzieher, so hat der großartige Schalker das Tor des vergangenen Jahrhunderts erzielt, und nun kommt Lewandowski mit seinem Abstauber daher. Fallrückzieher kann er natürlich auch.

Die Bremer hätten sich allerdings auch über ein 1:6 oder 1:7 nicht großartig beschweren dürfen, Lewandowski hätte gern noch ein paar anspruchsvollere Tore gemacht, aber dreimal stand der Pfosten im Weg, zweimal Bremens Keeper Jiri Pavlenka mit tollkühnen Paraden. Die Feierlichkeiten im Lager der Bayern blieben hinterher übersichtlich, die souveräne Routine, mit der sie den Sieg klargemacht hatten, ließ nicht mehr zu, und dass der gute alte Lewandowski mal wieder irgendeinen Ex-Bundesligastar eingeholt hat in seinem rastlosen Treiben, kommt halt vor bei einem wie ihm.

Damals mit Diego und Özil

Spannungsgeladene Klassiker sind Spiele gegen die Norddeutschen für die Giganten aus dem Süden sowieso schon lange nicht mehr. Die Bremer Zeitungen vergaßen vergangene Woche nicht einen einzigen Tag, an den letzten Sieg zu erinnern, Irgendwann im vergangenen Jahrzehnt war das, genau genommen im September 2008 ein 5:2 in München, damals spielten bei den Hanseaten noch Größen wie Diego, Mertesacker, Özil und Pizarro. Der letzte Heimerfolg: gar 2006. Pure Nostalgie.

Deren Nachfahren versuchen gar nicht erst, es mit Ballgewinnen in des Gegners Hälfte gegen die Bayern aufzunehmen. Brav ziehen sie sich zehn Meter hinter die eigene Mittellinie zurück, um so eine Bastion gegen die Bestie zu formen. Aber abwechselnd mit Chipbällen auf den zweiten Pfosten, Tiefenläufen auf die Grundlinie und hochgefährlichen Eckbällen kommt der Tabellenführer dann doch dahin, wo er sich am wohlsten fühlt: ganz vorn im Strafraum. Leon Goretzka und Serge Gnabry trafen schon vor der Pause, Lewandowski legte später nach, Werder konterte schmeichelhaft kurz vor Schluss durch den eingewechselten Niclas Füllkrug zum 1:3, als die Bayernabwehr mit den ansonsten souveränen Luca Hernandez und Jerome Boateng ein einziges Mal nicht aufpasste.

Florian Kohfeldt lobt „extrem starken“ FC Bayern

Wahrscheinlich hätte Werder allenfalls eine klitzekleine Chance auf mehr gehabt, wenn das Weserstadion picke-packe voll gewesen und so ein bisschen Zieht-den-Bayern-die-Lederhose-aus-Stimmung aufgekommen wäre. Stattdessen blieb auch die traditionell bei Geisterspielen zu Emotionalität neigende Bremer Ersatzbank und Tribüne dahinter auffällig zurückgenommen. Inklusive Trainer Florian Kohfeldt, der später, als unwetterartige Regenfälle über der Stadt niedergingen, nicht drumrum redete: „Wir sind gegen einen extrem starken Gegner gescheitert.“ Mehr als eine verlorene Abwehrschlacht war nicht drin, mehr geben die Verhältnisse nicht her.

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