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Das war einmal: Biertrinker im Fußballstadion.

Sport mit Zuschauern

Die große Debatte um Rückkehr der Fans

Andere Sportarten drängen vehementer als Fußball-Bundesliga, doch die Skepsis in der Politik bleibt groß. Eintracht Frankfurt gehört zu Kritikern des Konzepts.

Die Rückkehr zunächst nur weniger Fußballfans in die Stadien bleibt ein Streitthema mit vielen Beteiligten. Im Windschatten der Fußballer planen Handball, Basketball und Eishockey, trotz steigender Infektionszahlen mit Zuschauern in die neue Saison zu starten. „Stand jetzt bin ich mir sehr sicher, dass wir Anfang Oktober wie geplant mit Zuschauern loslegen können“, sagte der Geschäftsführer der Handball-Bundesliga.

Bohmann hält sogar Hallen-Auslastungen „von 20 bis 50 Prozent für realistisch“. Für den offiziellen Saisonauftakt der Handballer, den Supercup am 26. September in Düsseldorf, plant die Liga aktuell mit 6000 Zuschauern. Eine kühne Planung!

Der Bremer Innensenator und bekannte DFL-Kritiker Ulrich Mäurer (SPD) selbst den zurückhaltenden Plänen der Fußball-Bundesliga nichts Positives abgewinnen. „Niemand kann im Augenblick absehen, wo wir im September stehen werden und mit welchen Herausforderungen wir umzugehen haben werden“, sagte Mäurer dem „Weser-Kurier“. Auch der für den Sport zuständige Stellvertretenden Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion fürchtet negative Auswirkungen. „Jetzt voreilig wieder Großveranstaltungen zuzulassen, die zu Superspreader-Ereignissen werden könnten, hielte ich für falsch“, äußerte Thorsten Frei: Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) ist ähnlich skeptisch: „Die Skepsis kommt vor allem daher, dass es ein enormer Aufwand ist“, sagte Werner. Sie warnte davor, den Gesundheitsämtern noch mehr Arbeit aufzulasten.

Dagegen sieht der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit durchaus Chancen. „Wir haben alle Möglichkeiten, das technisch umzusetzen“, sagte der Hamburger: „Das kann auch als Pilot ablaufen, so wie das für die Klubs geplant ist. Dann wird man sehen, ob es funktioniert.“

Ein Sprecher des Innen- und Sportministeriums bezeichnete die DFL-Vereinbarung am Mittwoch in Berlin als einen „begrüßenswerten Schritt“.

Eintracht für Bierausschank

Aus den eigenen Reihen meldeten Eintracht Frankfurt, Mainz 05 und vor allem Union Berlin mit Kritik. „Da wir mit dem Vorgehen grundsätzlich nicht einverstanden sind und zudem die Anträge zu Gästefans, Stehplätzen und Alkoholausschank für unausgewogen im Hinblick auf unsere allgemeine gesellschaftliche Verantwortung, aber auch auf unsere spezielle Verantwortung für Fußballanhänger halten, haben wir bei diesen drei Anträgen mit Nein gestimmt“, erklärte Berlins Präsident Dirk Zingler. Für Mainz 05 sagte Präsident Stefan Hofmann: „Aus unserer Sicht hätte es in der Frage der Zulassung von Stehplätzen und des Alkoholausschanks auch andere Lösungen geben können.“

Die Eintracht stimmte gegen das Alkoholverbot. „Wir haben dagegen votiert, weil wir keinen Sinn darin sehen, dass die Fans bis zu den Stadiontoren Vollgas geben, in dem Wissen, dass sie für die nächsten Stunden während des Spiels nicht mal ihr Stadionbier bekommen, argumentierte Vorstand Axel Hellmann. „Das schafft an den Eingängen möglicherweise mehr Probleme als es löst.“ Das sei eine ähnliche „Druckbetankung“ wie in den Pubs in England kurz vor der letzten Order,

„Der 1. FC Union Berlin spielt Fußball für Menschen“, äußerte Präsident Zingler in einem Positionsschreiben des Vereins: „Das Stadionerlebnis in unserem Stadion An der Alten Försterei, für das Stehplätze unverzichtbar sind und zu dem auch Gästefans gehören, betrachten wir als Kern unseres Daseins als Unioner.“ Union hatte versucht, viele weitere Klubs von seiner Linie zu überzeugen. Mit einem sechsseitigen Schreiben habe sich Zingler am Freitag „nach Rücksprache mit dem DFL-Präsidium an die 35 anderen Klubs gewandt“, um für die eigene Position zu werben. Vergeblich. (dpa/sid/FR)

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