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Die einsame Rekordjagd des Novak Djokovic

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Von: Jakob Böllhoff

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Novak Djokovic samt Verband am Oberschenkel.
Novak Djokovic samt Verband am Oberschenkel. © dpa

Nach dem Aus von Rafael Nadal ist der Weg frei für Novak Djokovic - wenn der Oberschenkel hält. Ein Kommentar.

Zu seinem Erstrundenspiel bei den Australian Open erschien Novak Djokovic mit einem gewaltigen Verband am linken Oberschenkel. Der Verband war strahlend weiß und reichte beinahe bis ans Knie, es war ein besorgniserregender Anblick. Welch schreckliche Verwundung musste dort therapiert werden, armer Nole! Aber der serbische Tennis-Superstar kam dann doch ganz gut zurecht gegen Roberto Carballes Baena, er besiegte den Spanier locker in drei Sätzen. Letztlich wirkte der riesige Verband wie ein Witz angesichts Djokovics starker Leistung.

Djokovics Bein ist nicht ganz in Ordnung, so viel ist klar, aber es scheint ein bisschen egal zu sein. 36 wird der Mann in diesem Jahr, da melden sich die Muskeln und Sehnen hin und wieder, auch bei austrainierten Leistungssportlern wie Djokovic, dem Gummimann, für den Stretching und Mobilitätsübungen die Daseinsgrundlage seiner ganzen Karriere sind. Im Zweifel wirft er eine Schmerztablette ein, reicht dann.

Reicht nicht mehr für Rafael Nadal, der nun in der zweiten Runde an einem US-Amerikaner namens McDonald scheiterte und damit den schärfsten Kontrast zu Djokovic lieferte. Das Gefühl von ewigem Abschied lag über dem Aus von Nadal.

Djokovic wild entschlossen

Nadal war der Titelverteidiger in Melbourne, er ist auch der Titelverteidiger in Paris, wo im Mai das zweite Grand-Slam-Turnier des Jahres beginnt. Aber es ist schwerlich vorstellbar, dass der 36-Jährige jemals wieder dieses Niveau erreichen kann. Der Fuß ist chronisch verletzt, das Knie ein beständiger Quell der Sorge, und auch im Rest des Körpers breiten sich längst die Strapazen einer verzehrenden Karriere aus.

Man darf gespannt sein, wie groß der Verband an Djokovics Bein noch wird im Laufe des Turniers. Sollte nichts ernsthaft kaputtgehen, wird er diese Australian Open zu Ende spielen, und die Wahrscheinlichkeit ist nicht gering, dass er dann mit seinem 22. Grand-Slam-Titel gleichzieht mit Nadal in der Allzeit-Bestenliste. Die Konkurrenz, ob Daniil Medwedew, Stefanos Tsitsipas oder auch Casper Ruud, ist zu unbeständig, Alexander Zverev nach seiner langen Verletzungspause eh noch kein Kandidat.

Djokovic ist auf Rekordjagd, wild entschlossen, er ist bereit für den Zielsprint seiner großen Karriere. Rafael Nadal hat ihn wohl schon hinter sich.

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