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Kraftprotze: Max Hoff (links) und Jacob Schopf in ihrem Kanu.
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Kraftprotze: Max Hoff (links) und Jacob Schopf in ihrem Kanu.

Senior und Junior holen Silber

Olympia 2021: Kanu-Zweier - Max Hoff hat jetzt Medaillen in allen Farben

  • VonMichael Wilkening
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Der 38 Jahre alte Kanute Max Hoff komplettiert in Tokio seinen olympischen Medaillensatz.

Tokio - Max Hoff wirkte auf den ersten Blick enttäuscht, fast niedergeschlagen – aber der Eindruck täuschte. Einige Zeit später verriet der 38-Jährige, warum er nach dem Rennen zunächst nicht so euphorisch war wie sein Kollege. „Es war sehr emotional, da kommen viele Gedanken hoch, denn ich wusste, dass dies mein Abschied von der großen Bühne war“, sagte Hoff. Auf der Regattastrecke in Tokio, dem „Sea Forest Waterway“, endete eine große Karriere mit dem Gewinn der Silbermedaille im Kajak-Zweier über 1000 Meter.

Für den Mann, der im Boot knapp zwei Meter hinter Hoff sitzt, waren die Tage bei Olympia 2021 in Japan hingegen der Auftakt der Laufbahn. Jacob Schopf ist gerade 22 Jahre jung geworden und bildete das „Generationen-Boot“ des Deutschen Kanu-Verbandes.

Kanu bei Olympia 2021: Nach Bronze im Einer und Gold im Vierer jetzt Silber im Zweier

Hoff komplettierte in Tokio seinen olympischen Medaillensatz. 2012 in London gewann er Bronze im Einer, vier Jahre später Gold im Vierer – nun kam mit dem jungen Teamkollegen die dritte Farbe hinzu. „Das ist ein schöner Abschluss, auch wenn wir gerne gewonnen hätten“, sagte Hoff. Als der heute 38-Jährige vor neun Jahren seine erste Olympiamedaille gewann, paddelte Schopf bereits fleißig und galt als hoffnungsvoller Nachwuchsfahrer. Hoff war für den damals 13-Jährigen ein Held, Schopf sah zu ihm auf. Vor diesem Hintergrund ist es beeindruckend, dass diese beiden allein durch ihr Alter unterschiedlichen Persönlichkeiten im Kajak in der Lage sind, zu einer Einheit zu verschmelzen.

Der erfolgsverwöhnte Verband ging ein Risiko ein, als er Hoff und Schopf vor etwa zwei Jahren in den Zweier setzte. Die Fähigkeiten beider Athleten waren unumstritten, aber es war nicht klar, ob es miteinander passen würde. Der Altersunterschied ist enorm und es blieb zunächst offen, ob der stürmische Schopf und der gelassene Hoff auf dem Wasser und daneben eine Basis finden würden. „Ich bin dankbar, so einen Mentor gehabt zu haben. Sportlich, aber auch in allen anderen Bereichen des Lebens“, sagte Schopf demütig. Das Experiment des „Generationen-Bootes“ ging auf, weil Senior Hoff seine Erfahrungen teilte und Schopf schlau genug war, zuzuhören. Gleichzeitig brachte das große Talent Energie in das Team ein und Hoff ließ sich vom Drang der Jugend inspirieren.

Olympia 2021: In Tokio fehlt dem deutschen Kanu-Zweier nur wenig zum Sieg

2019 wurde das Duo Weltmeister und es fehlte in Tokio nur wenig, um das Miteinander mit dem Olympiasieg zu krönen. Das deutsche Boot war vor dem Rennen gemeinsam mit dem australischen favorisiert worden, und beide machten den Sieg unter sich aus. Das Team aus „down under“ startete offensiv auf die Strecke, lag nach 500 Meter deutlich vorne, doch der berüchtigte Zwischenspurt der Deutschen schob beide Boote wieder eng zusammen. 80 Meter vor dem Ziel lagen sie gleichauf, für einen Moment waren Hoff und Schopf vorne, ehe die Australier noch einmal konterten. „Wir können sagen, dass wir alles rausgehauen haben, was in uns war“, sagte Schopf und wirkte kein bisschen traurig, dass es nicht zur Goldmedaille gereicht hatte. „Das ist der Sport. Es ist in Ordnung, wenn ein anderer einen Tick besser war“, fügte Hoff an. Der 22- und 38-Jährige harmonierten nicht nur im Rennen prächtig, sondern auch während des Interview-Marathons im Anschluss.

Das erfolgreiche Duo wird nach den Spielen aber gesprengt. Hoff wird seinen „Spaß am Paddeln“ zwar nicht verlieren und weiter aktiv bleiben, dem Nationalteam aber nicht mehr angehören. Die vierte Teilnahme an Olympischen Spielen war die letzte. Schopf wird sich einen neuen Partner suchen müssen. In Tokio deutete er sein großes Potenzial an, das er im Einer hat, als er Vierter wurde und nur durch einen schwachen Start eine Medaille vergab. Das Teamgefühl möchte er aber weiterhin haben. „Mal gucken“, sagte er mit Blick auf einen künftigen Partner.

Schopf hofft darauf, dass er in Zukunft ebenso wie mit dem Altmeister Hoff zu „1000 Prozent Spaß“ haben kann.

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