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Bundestrainer Alfred Gislason musste sich nach der Niederlage gegen Spanien erstmals sammeln.
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Bundestrainer Alfred Gislason musste sich nach der Niederlage gegen Spanien erstmals sammeln.

Handball-WM

DHB-Team noch nicht clever genug

  • Jörg Hanau
    vonJörg Hanau
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Das Glas ist trotz des vermeintlich frühen Ausscheidens des deutschen Handball-Nationalteams bei dieser WM nicht halb leer, es bleibt halb voll. Ein Kommentar.

Hand aufs Herz. Wer glaubte denn wirklich, die deutschen Handballer könnten bei der WM in Ägypten bis ins Halbfinale stürmen? Sicherlich nur wenige. Wenn überhaupt. Dass es nach menschlichem Ermessen für die deutschen Handwerker nicht mal mehr zum Einzug ins Viertelfinale reichen wird, mag sie schmerzen, lässt sich aber erklären. Zu groß war der Aderlass, die vielen Absagen vor der Reise an den Nil konnten nicht ohne Folgen bleiben. Leistungsträger wie Hendrik Pekeler, Patrick Wiencek, Steffen Weinhold oder Fabian Wiede stehen nicht nur für Qualität, sie verfügen auch und vor allem über viel Erfahrung und Routine.

Genau diese Cleverness und Ruhe ging dieser neuformierten Mannschaft in den entscheidenden Momenten gehörig ab. Wenn dann auch noch Leistungsträger wie Kapitän Uwe Gensheimer und Torhüter Andreas Wolff ihren eigenen hohen Ansprüchen nicht genügen, ihrem Führungsanspruch nicht gerecht werden können, lässt sich allein mit großem Talent und gutem Willen nicht viel gewinnen im Welthandball. Die Niederlage am Donnerstagabend gegen Europameister Spanien macht das mehr als deutlich.

Natürlich, die jungen Wilden von Bundestrainer Alfred Gislason drehten nach der Halbzeit die Partie. Eine Viertelstunde brillierte diese neu formierte Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB). Eine Viertelstunde zum Zungeschnalzen. Ebenso überrascht wie überwältigt vom eigenen Tun gegen die ausgebufften Iberer warfen die deutschen Talente den möglichen Sieg aber in der Folge auch wieder weg. Überhastet, mit heißem Herzen und zu großem Risiko. Genau in dieser entscheidenden Phase mangelte es an der unabdingbar nötigen Übersicht und Abgeklärtheit. Spieler mit diesen Eigenschaften gibt es, sie saßen aber nicht auf der deutschen Bank, sondern zu Hause vor den Bildschirmen.

Das ist aber nicht zu beklagen. Im Gegenteil. Auch wenn diese WM ab dem Viertelfinale ohne deutsche Beteiligung weitergehen sollte, Gislasons WM-Debütanten können die globale Handballmesse als wichtige Bildungsreise für sich selbst verbuchen.

Das Glas ist trotz des vermeintlich frühen Ausscheidens bei dieser WM nicht halb leer, es bleibt halb voll. Die Perspektive für den deutschen Handball ist positiv. Mit Blick auf das olympische Qualifikationsturnier gegen Schweden, Slowenien und Algerien vom 12. bis 14. März dürfte Alfred Gislason jedenfalls wichtige Erkenntnisse gesammelt haben. Dann werden auch die WM-Absager wieder zur Verfügung stehen - und mit ihnen das Können und die Cleverness, die es braucht, um tatsächlich wieder um Medaillen mitspielen zu können.

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