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Entscheidender Moment gegen die Schweiz: Marcel Noebels trifft spektakulär im Penaltyschießen. Foto: dpa
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Entscheidender Moment gegen die Schweiz: Marcel Noebels trifft spektakulär im Penaltyschießen.

Kommentar

Deutsches Eishockeyteam: Ein großes Miteinander

Natürlich hängt bei einem WM-Turnier vieles am Glück. Dass das deutsche Eishockeyteam alles dafür tut, um es sich zu verdienen, wird registriert. Ein Kommentar.

Gewählt wird erst zum Jahresende, und man weiß nicht, was die Fußball-EM noch bringt oder Olympia – doch ganz sicher ist im Mai/Juni schon ein heißer Kandidat für die „Mannschaft des Jahres“ gefunden worden: das deutsche Eishockey-Team. Obwohl in solch einer Truppe mit über 20 Positionen die Aufgaben viel diverser verteilt sind als im Ruder-Achter, wirkt es nicht weniger homogen als das oftmalige Flaggschiff des deutschen Sports.

Die Eishockeyspieler vermitteln glaubwürdig den wunderbaren Eindruck, dass bei ihnen Verteidiger Holzer, der seinen geschundenen Körper in die Schüsse des Gegners wirft, eine genau so hohe Wertigkeit genießt wie Stürmer Noebels, der mit seinem verwandelten Penalty gegen die Schweiz der Mann für die Abbildung auf Fotos war. Es gibt keine Eitelkeiten, ein einziges Miteinander. Das ist die eigentliche Story hinter den Ergebnissen, die es braucht, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu erlangen.

Und natürlich profitiert die deutsche Eishockey-Mannschaft davon, dass sie besser abschneidet, als das erwartet wird. Die Hierarchien in diesem Sport wirken starr, weil es die Nationen gibt, in denen das Eishockey kulturell verankert ist: Kanada, Russland, Schweden, Finnland, Tschechien und Slowakei. Auch die USA muss man dazurechnen, die zwar seit über 60 Jahren nicht Weltmeister wurde, aber sich längst vom Nachbarn Kanada emanzipiert hat.

Reflexartig werden diese Teams vor Vergleichen mit dem deutschen immer als das größere angesehen – was fachlich nicht mehr zu vertreten ist. Die Klasse der „Großen“ bei einer WM hängt im Wesentlichen davon ab, welche ihrer Stars, die in der NHL beschäftigt sind, zur Verfügung stehen. Die Hülle von Russland, Kanada, Schweden ist oft viel zu groß für den Inhalt.

Die Deutschen befinden sich nicht in einer solch starken Abhängigkeit vom NHL-Geschehen. Zwar haben sie in Leon Draisaitl, Tim Stützle und Torwart Philipp Grubauer drei herausragende Spieler in der besten Liga der Welt und sie bei der WM 2021 nicht zur Verfügung, doch in diesem Jahr muss der Kern der Nationalteams eben aus den eigenen Ligen gebildet werden. Und da steht die oft gescholtene DEL nicht schlecht da.

Natürlich hängt bei einem WM-Turnier vieles auch banal am Glück. Dass die Deutschen alles dafür tun, um es sich zu verdienen, wird registriert. Diese Wahrnehmung ist ein Erfolg. Das Land schaltet ein. Eishockey im Juni. Eine Sportgeschichte des Jahres.

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