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Gemeinsam sind sie stark: Die deutschen Eishockeycracks feiern den Sensationserfolg gegen Kanada. afp
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Gemeinsam sind sie stark: Die deutschen Eishockeycracks feiern den Sensationserfolg gegen Kanada. afp

Eishockey-WM

Deutsches Eishockey: Erinnerungen an Olympia 2018

  • Günter Klein
    VonGünter Klein
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Das deutsche Eishockeyteam trumpft bei der WM gerade ähnlich stark auf wie vor drei Jahren bei den Olympischen Spielen - damals sprang Silber heraus.

Am Morgen danach die Überraschung: Der Schmerz blieb aus. „Schüsse blocken tut normal weh“, sagt Korbinian Holzer, deutscher Verteidiger, „aber gestern hat keiner was gespürt.“ Wie im Rausch warfen sich die Spieler in die Flugbahnen der von den Kanadiern gedroschenen Pucks, einmal wie Tom Kühnhackl sogar ohne Schläger, weil der gerade gebrochen war. Rund 35 Rettungsaktionen dieser Art sammelten sich über die 60 Minuten an, an deren Ende stand der 3:1-Sieg gegen Kanada bei der Weltmeisterschaft in Riga. Und alle Beteiligten sagten, sie hätten ein solches Ausmaß an Hingabe noch nie erlebt.

Moritz Müller, der Kapitän, sprach große Sätze: „Die Mannschaft lebt vom Mut, der Leidenschaft und der Liebe zueinander. Das sind die Eckpfeiler.“ Das Blocken von Schüssen, das von der Öffentlichkeit nicht so wahrgenommen wird wie der Torerfolg, sei „sinnbildlich für unser Spiel. Dann singt man auch die Hymne so, wie wir sie gesungen haben.“ Laut, beseelt, die Energie der Mannschaft wurde zu Musik, als sie sich als Sieger aufreihte – nun schon zum dritten Mal bei dieser WM, in der sie ihre Gruppe anführt. Vor den Namen, die größer sind als ihr eigener im Eishockey: Kanada, USA, Finnland.

Gegen Kanada war es der erste WM-Sieg seit 1996, „obwohl es vom Spieltaktischen her nicht unsere beste Leistung war“, wie Bundestrainer Toni Söderholm anmerkte. Es gibt also schon was zu verbessern für Turnierspiel Nummer vier heute (15.15 Uhr/Sport 1) gegen Kasachstan. „Wir feiern nicht bis dahin durch“, versichert Korbinian Holzer.

Was sich aber spürbar und grundlegend geändert hat, ist, wie die deutsche Mannschaft eine WM angeht. „Vor zehn Jahren“, blickt Routinier Müller zurück, „sind wir noch komplex-behaftet angereist, so richtig an uns geglaubt haben wir nicht.“ Der Aufschwung habe mit der WM 2016 unter Bundestrainer Marco Sturm begonnen, „und die Olympischen Spiele 2018 waren der Knackpunkt“, so Holzer – Silber. „Daraus hat sich der Glaube entwickelt, dass man auch die Großen schlagen kann. Und der Anspruch, es zu tun.“

Reist Topstar Draisaitl nach?

Nach dem 3:1 gegen Kanada, sagte Coach Söderholm, hätte man jeden einzelnen deutschen Spieler als Mann des Abends auszeichnen können. Die Wahl fiel dann auf Mathias Niederberger, den Torwart, „der die Scheiben absorbiert hat“ (Müller). In der Kabine wurde dem Berliner der interne Preis verliehen: „Eine recht ansehnliche Jacke, die Farbe ist sehr auffällig, geht Richtung Diskokugel“, so beschreibt Holzer das Teil. Niederberger habe es „mit seinem italienischen Charme“ getragen.

Keine Frage: Diese Mannschaft hat Spaß, auch die bisher noch nicht offiziell angemeldeten Feldspieler Dominik Bittner, Andy Eder, Daniel Fischbuch und John Peterka, die die Spiele mit Maske und aus einem abgesperrten Bereich verfolgen, gehören dazu – als engagierte Trainingspartner und Tippgeber. Dass die WM für manchen ein Tribünenerlebnis werden kann, hat Söderholm im Vorfeld kommuniziert: „Und ich bin mir sicher, dass die Spieler lieber hier in Riga sind als zu Hause.“

Durch die Nichtmeldung des Quartetts hat der Bundestrainer aber noch Plätze frei – und soeben sind ausgerechnet die Edmonton Oilers mit Leon Draisaitl und Dominik Kahun in der NHL ausgeschieden. „Es wäre schon noch eine Hausnummer, sie zu haben“, sagt der frühere NHL-Spieler Holzer, „aber wie es funktionieren kann, weiß ich nicht.“ Wegen Quarantäne könnten sie erst am siebten Tag nach Ankunft in Lettland eingesetzt werden. Zum Viertel-, zum Halbfinale? Bis dahin müssen noch viele Schüsse geblockt werden.

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