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Unfassbar: Schiedsrichter Georgi Kabakov rechts) entscheidet falsch. Wolfsburgs Wout Weghorst (links) und Lukas Nmecha können es nicht fassen.
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Unfassbar: Schiedsrichter Georgi Kabakov rechts) entscheidet falsch. Wolfsburgs Wout Weghorst (links) und Lukas Nmecha können es nicht fassen.

Überforderter Referee

Der Witz aus Wolfsburg

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Eine Fehlentscheidung durch Videobeweis sorgt in Wolfsburg für riesige Verärgerung. Der Anteil der Schiedsrichter aus den europäischen Topligen muss erhöht werden. Ein Kommentar

Georgi Kabakow hatte sichtlich Mühe, unbehelligt zum Kabinengang zu gelangen. Wiederholt drängten Spieler des VfL Wolfsburg zum bulgarischen Schiedsrichter, der gerade einen handfesten Skandal der Champions League zu verantworten hatte. Da kämpfte der Werksklub aufopferungsvoll darum, einen 1:0-Vorsprung gegen den FC Sevilla über die Runden zu bringen, als der 35-Jährige einen Elfmeter verhängte, der wie ein schlechter Witz kurz vor Feierabend anmutete.

Mit der Fußspitze hat Josuha Guilavogui den Ball weggespitzelt, dann beim Durchschwingen noch das Schienbein von Erik Lamela streifte – doch es wird nicht einen aktiven Fußballer geben, der diese Szene wirklich als Foul wertet. Unverständlich, dass sich der niederländische Videoassistent Kevin Blom einschaltete, den ohnehin unsicheren Unparteiischen zum Kontrollmonitor schickte und ihm zunächst ein Standbild zeigte, das den unerfahrenen Kabakow auf die falsche Fährte lockte: So entstand einer der lächerlichsten Strafstöße auf dieser Bühne aus einer Verkettung von Fehleinschätzungen. Der gesamte Vorgang untergräbt die Akzeptanz dieses technischen Hilfsmittels.

Der Videobeweis wurde auch in der Königsklasse vor zwei Jahren eingeführt, um klare Fehlentscheidungen zu verhindern – nun wurde aus einer richtigen Bewertung ein womöglich folgenschwer falscher Entschluss, denn das 1:1-Remis kann für den Bundesligisten noch fatale Folgen haben. Jedweder Wolfsburger Ärger, war verständlich. Der FC Bayern hätte bei solch einem Vorfall vermutlich gleich eine Verschwörung finsterer Mächte gewittert.

Es macht die Sache nicht besser, dass sich auch woanders erheblicher Unmut am Einsatz des Video Assistent Referee (VAR) entlud. Im Gruppenspiel zwischen AC Mailand und Atletico Madrid (1:2) sorgte eine Elfmeterentscheidung des türkischen Referee Cüneyt Cakir in der Nachspielzeit für ähnlichen Ärger, obwohl die Fernsehbilder eigentlich eindeutig waren.

Die Uefa muss handeln

Angeblich wird erwogen, berichten italienische Medien, den gerne zur Theatralik neigenden Referee Cakir, im Gegensatz zu Kabakow ein routinierter Spielleiter, vorerst auf der Champions-League-Bühne nicht mehr einzusetzen. Wichtig ist, dass die Uefa-Schiedsrichterkommission unter der Leitung von Roberto Rosetti tatsächlich nicht die Hände in den Schoß legt.

Ähnlich wie ein Trainer, der einen Spieler nach einem kapitalen Aussetzer mal eine Denkpause auf der Bank verordnet, sollte auch der ehemalige italienische Spitzenschiedsrichter verfahren. Eine Auszeit wäre für Kabakow allemal angebracht, zumal er weder dem Tempo noch der Intensität des Spiels gewachsen schien. Sein Alltag sind seit einem Jahrzehnt nur Spiele der ersten bulgarischen Liga.

Logisch, dass diejenigen Kollegen, die jedes Wochenende mit Europas Topmannschaften zu tun haben, besser geschult sind. Schiedsrichter aus England, Spanien, Italien oder Deutschland gehen mit einem natürlichen Vorteil auf die internationale Bühne. Wenn sie diejenigen sind, die in der Champions League eine souveräne Leitung mit einem guten Draht zum VAR besser hinbekommen, sollte ihr Anteil an den Elite-Schiedsrichtern ausgebaut werden. An der Pfeife darf nicht Proporz, sondern muss allein die Leistung zählen. Alles andere konterkariert den Anspruch der Königsklasse.

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