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Auf der Jagd: Skyliners-Point-Guard Will Cherry (rechts) versucht, den Ulmer Semaj Christon zu stoppen.
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Auf der Jagd: Skyliners-Point-Guard Will Cherry (rechts) versucht, den Ulmer Semaj Christon zu stoppen.

Skyliners

Der Will-Cherry-Effekt

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
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Den Frankfurt Skyliners gelingt dank ihres neuen Spielmachers Will Cherry der Befreiungsschlag in Ulm. Beim ersten Saisonsieg in der Basketball-Bundesliga 88:80 wird Brancou Badio mit 25 Punkten Topscorer.

Für diese Saison hat sich die Basketball-Bundesliga (BBL) einen neuen Slogan ausgedacht: „Welcome to Wow.“ Wow war auch das, was Will Cherry spielte,und spektakulärer kann man sich nicht selbst in der Liga willkommen heißen. Mit 14 Punkten, sieben Assists, fünf Rebounds in 20 Minuten hat der 30-Jährige die Frankfurt Skyliners zum ersten Ligasieg nach fünf Pleiten geführt.

Beim 88:80-Erfolg in Ulm war der US-Amerikaner sofort Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Hessen. Er ist der Typ Spielmacher, der den Skyliners von Anfang an gefehlt hat. Er wurde von seinen Mitspielern in der entscheidenden Phase gesucht, hat Räume für sie geschaffen und auch in der Verteidigung Akzente gesetzt. Obwohl er in den letzten Minuten der Partie ordentlich gepumpt hat wegen fehlender Spielpraxis, traf er zudem zu zwei enorm wichtigen Dreiern, die den Weg zum Sieg ebneten. „Er war unglaublich gut“, jubelte Skyliners-Cheftrainer Diego Ocampo, der auf Quantez Robertson und Brooks DeBischopp verzichten musste.

Cherry machte nach dem Spiel einen bescheidenen und reflektierten Eindruck. „Ich bin nicht als Leader hergekommen, um alles zu übernehmen. Ich habe versucht, es für meine Mitspieler leichter zu machen“, sagte Cherry am Mikrofon von Magentasport. Es war ja keineswegs so, als wäre eine solche Leistung vom 1,85-Meter-Mann, der in der Saison 2015/2016 für Alba Berlin gespielt hat, erwartet worden. Vielmehr war man in Frankfurt davon ausgegangen, dass er ein paar Spiele brauchen wird, um sich zu akklimatisieren. Zum einen, um seine Mitspieler kennenzulernen, zum anderen, um körperlich in Form zu kommen.

Cherry hatte am Freitag ein einziges Mal mit dem Team trainiert, nachdem er vom israelischen Klub Hapoel Eilat, bei denen er ein Spiel gemacht hatte, verpflichtet worden war. Sein letztes Spiel davor datiert aus dem Januar 2020, als er in Italien für Reggio Emilia aktiv war. „Ich musste einige familiäre Dinge klären. Das war der Grund, warum ich so lange nicht gespielt habe“, erklärte Cherry. Er habe aber jeden Tag drei, vier Mal trainiert.

Vor wenigen Wochen wollte er sich dem rumänischen Klub Cluj anschließen, war aber durch den Medizincheck wegen Herzproblemen gefallen. „Wir haben die ganze Woche damit verbracht, Tests mit ihm zu machen und ihn zu untersuchen“, berichtete Ocampo. Die Ärzte hätten Grünes Licht gegeben, dann wurde der Vertrag bis Saisonende unterschrieben.

Cherry sei ein Spieler, der dem Team Rhythmus geben soll, der den Ball schnell nach vorne bringen kann, ein solider Verteidiger, der ein guter pick-and-roll-Spieler ist. Mit Cherry auf dem Parkett musste Brancou Badio nicht mehr die ganze Last des Ballvortrags übernehmen und konnte am Samstag das zeigen, wofür er eigentlich geholt worden war: Den Ball so oft wie möglich in den Korb zu werfen. 25 Punkte gelangen dem Senegalesen. Donovan Donaldson, der ursprünglich als Spielmacher geholt wurde, aber damit überfordert war, erzielte elf Zähler.

Selbstvertrauen für Bamberg

Die Skyliners waren von Beginn an treffsicher von der Dreierlinie. In den letzten Minuten des zweiten Viertels verspielten sie zwar einen Zehn-Punkte-Vorsprung innerhalb kürzester Zeit. Im Gegensatz zu den vorherigen Spielen verloren die Skyliners nie die Ruhe, und am Samstag auch nicht ihre Treffsicherheit, während die Ulmer enorme Probleme von der Freiwurflinie offenbarten und nur 17 von 31 Würfen trafen. Will Cherry sorgte mit einem Dreier 94 Sekunden vor Ultimo für das 83:75 und damit für die Vorentscheidung.

Mit dem Befreiungsschlag in Ulm können die Skyliners nun Selbstvertrauen für die Partie gegen Bamberg am Sonntag (15 Uhr) in der Ballsporthalle mitnehmen. Von den Skyliners-Fans dürfte Will Cherry mit einem donnernden Applaus empfangen werden.

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