Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Trost von der Gegnerin: Die Deutsche Cecile Pieper (links) und die Argentiniern Delfina Merino.
+
Trost von der Gegnerin: Die Deutsche Cecile Pieper (links) und die Argentiniern Delfina Merino.

Beim 0:3 chancenlos

Der Tag der Tränen

  • VonMichael Wilkening
    schließen

Den deutschen Hockeyspielerinnen fehlt Mut und Überzeugung, um beim Aus gegen Argentinien zu bestehen.

Franziska Hauke hatte früh in der Partie bemerkt, was sie nicht bemerken wollte. „Bei einigen war Verzweiflung zu sehen“, sagte die 31-jährige Hamburgerin. Verunsicherung lässt sich im Hockey überwinden, eine Formschwäche auch – aber wie soll eine Mannschaft ein K.o.-Spiel bei Olympischen Spielen gewinnen, wenn Verzweiflung vorherrscht? Die Antwort gab die Frauen-Nationalmannschaft im „Oi Hockey Stadium“ auf dem Feld, sie blieb beim 0:3 gegen Argentinien chancenlos und verpasste den Einzug ins Halbfinale. Nach der Bronzemedaille vor fünf Jahren in Rio de Janeiro bleiben die Hockeyfrauen in Tokio ohne Entlohnung mit Edelmetall.

„Das ist ein Tag, den man gerne aus dem Gedächtnis streicht“, sagte Lisa Altenburg. Altenburg und Hauke sind zwei Routiniers der deutschen Mannschaft, beide waren vor fünf Jahren in Rio de Janeiro beim Bronze-Coup dabei, es ist unwahrscheinlich, dass sie in drei Jahren bei den Spielen in Paris noch im Team stehen werden. „Es ist traurig, dass ich mein letztes Länderspiel auf diese Weise verloren habe“, sagte Hauke, wie allen deutschen Spielerinnen waren ihre Augen feucht. Unmittelbar nach dem Match waren auf dem Platz viele Tränen der Enttäuschung geflossen.

Zaghaft und nervös

Der Frust war spürbar, der Ärger über die eigene Leistung auch. Im wichtigsten Match der vergangenen Jahre wirkten die Deutschen nicht bereit, in jedem Fall nicht so bereit wie der Gegner aus Südamerika. Die Argentinierinnen waren athletischer, schneller und zweikampfstärker. Hauke, Altenburg und die Kolleginnen hingegen zaghaft, nervös und nach kurzer Zeit verzweifelt. Die Deutschen hatten etwa ebenso viel Ballbesitz wie ihr Kontrahent, der wusste mit seiner Hälfte aber deutlich mehr anzufangen.

Xavier Reckinger sah in der zweiten Halbzeit eine kämpferische deutsche Mannschaft, aber der Belgier musste anerkennen, dass ein Sieg abseits des Erreichbaren blieb. „Wir konnten unseren Plan nicht umsetzen und haben keine Lösungen gefunden“, sagte der Bundestrainer. Mit etwas Abstand, wenn die Enttäuschung verflogen ist, möchte er in der Analyse nach Gründen für die Niederlage suchen. Unmittelbar nach der Pleite blieb Reckinger im Ungefähren. „Vielleicht muss man solche Spiele erleben, um stärker zu werden“, sagte er. In Tokio reichte das noch nicht, im letzten Viertel sorgten die Argentinierinnen mit dem 3:0 für klare Verhältnisse.

„Uns haben der Mut und die Überzeugung gefehlt“, prangerte Altenburg an. Altenburg und Hauke werden aufhören, aber viele Spielerinnen den durch die Corona-Pandemie auf drei Jahre verkürzten nächsten olympischen Zyklus mitmachen. „Wir haben viel Potenzial in der Mannschaft“, sagte Reckinger und klang überzeugt. Neun der 16 Spielerinnen sind 25 Jahre alt oder jünger. „Wir sehen und 2024 in Paris wieder“, sagte Sonja Zimmermann. Die Verteidigerin ist 22 Jahre alt und war direkt nach dem Ausscheiden bei ihren ersten Olympischen Spielen schon fest entschlossen, einen weiteren Anlauf zu wagen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare