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Toppte zuletzt immer wieder ihre Bestleistung: Die Frankfurter Weitspringerin Maryse Luzolo. afp
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Toppte trotz Verletzung und Coronainfektion zuletzt immer wieder ihre Bestleistung: Die Frankfurter Weitspringerin Maryse Luzolo. afp

Olympia 2021

Der große Traum als Wundenheiler

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
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Eine schwere Knieverletzung hätte Maryse Luzolo fast die Karriere gekostet, im März erkrankte sie an Corona - nun fährt die Frankfurter Weitspringerin zu den Olympischen Spielen.

Maryse Luzolo musste in den vergangenen Tagen sehr, sehr viele Nachrichten beantworten. Ob auf Whatsapp oder Instagram, die Frankfurter Weitspringerin ist mit Glückwunschbotschaften nur so überschwemmt worden. Nach einer Knieverletzung vor vier Jahren war völlig unklar, ob die 26-Jährige je wieder Leistungssport machen kann. Viele Menschen haben Anteil an ihrem Schicksal genommen und deshalb freuen sich jetzt so viele mir ihr. Denn seit Samstag steht fest: Luzolo fährt zu den Olympischen Spielen. „Ich bin noch total emotional und überwältigt“, sagt die Athletin des Königsteiner LV.

Die deutsche Vizemeisterin hat sich über die Weltrangliste als 25. qualifiziert, die ersten 32 Athletinnen dürfen bei Olympia dabei sein. Der Traum von Tokio war es, der Luzolo in der schwierigen Zeit motiviert hat, sich nicht unterkriegen zu lassen. „Ich habe so hart gearbeitet und so viel Schmerz in Kauf genommen, um jetzt da zu sein, wo ich jetzt stehe“, sagt die Frohnatur.

Ihr Comeback feierte die Frankfurterin im Juli 2019

Am Olympiastützpunkt an der Otto-Fleck-Schneise saß Luzolo am 21. Juni 2017 im „IsoMed 2000“, ein Trainingsgerät aus der Medizintechnik, dass die Beinmuskeln maschinell beugt und streckt. Die Maschine überstreckte und „zerstörte“ jedoch das Knie der Sportsoldatin. Noch immer liegt der Fall vor Gericht.

Luzolo hat nie ans Aufgeben gedacht und hart an ihrem Comeback gearbeitet. Im Juli 2019 sprang sie dann endlich wieder bei einem Wettkampf in die Sandgrube. Wenige Monate später wurde sie mit 6,44 Meter deutsche Vizemeisterin in der Halle hinter Weltmeisterin Malaika Mihambo. Bevor es so richtig in die Olympia-Saison gehen konnte kam die Coronavirus-Pandemie und die Absage der Spiele. Luzolo konnte in Ruhe weiter an sich arbeiten, wurde im Februar in der Halle Dritte bei den Deutschen Meisterschaften.

Genügend Punkte über die Weltrangliste gesammelt

Im März bekam sie jedoch ein kleine Schocknachricht: Sie wurde positiv auf Corona getestet. „Ich war zwar symptomfrei, konnte aber trotzdem 14 Tage nicht trainieren“, erzählt Luzolo. „Ich musste danach erst wieder reinfinden.“ Der erste Wettkampf Anfang Mai hat ihr sofort Mut gemacht. Da stellte sie ihre persönliche Bestleistung von 6,61 Meter ein. „Maryse du bist schnell, du bist gut drauf, da geht was“, hat Trainer Jürgen Sammert ihr gesagt.

Im Juni folgte ein wahrer Wettkampfmarathon unter anderem mit Meetings in Polen, der Slowakei und in Schweden. Dabei schraubte sie ihre persönliche Bestleistung gleich drei Mal nach oben, vor einer Woche in Leverkusen sprang sie 6,69 Meter weit. Zwar lag sie damit unter der geforderten Olympianorm von 6,82 Meter, aber sie hatte genügend Punkte in der Weltrangliste gesammelt.

Panikattacken und Alpträume begleiten Luzolo

Die Verletzung hat sie dabei ständig beschäftigt und ihr noch mehr Alpträume und Panikattacken als sonst beschert. „Weil ich so kurz vor dem Ziel war, habe ich versucht den Druck zu unterdrücken. Der Druck war aber immer da“, sagt Luzolo. Sie arbeitet deshalb schon länger mit einem Psychologen zusammen, auch ihr Freund, der hessische Landessprinttrainer David Corell und ihr gesamtes Umfeld unterstützen sie. „Ich hatte viel mit der Verletzung zu kämpfen und habe es trotzdem noch hinbekommen“, sagt Luzolo stolz.

Und vielleicht hilft die Teilnahme in Tokio dabei, ihre Wunden ein wenig mehr zu heilen.

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