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Daumen hoch: DFB-Boss Fritz Keller. Hübner
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Daumen hoch: DFB-Boss Fritz Keller. Hübner

Dauerzoff beim Deutschen Fußball-Bund

Der Frust der Basis

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Landesverbände setzten Schreiben an zerstrittene DFB-Führung auf und diagnostizieren dort einen „desolaten Zustand“. Noch immer tobt der Machtkampf um Präsident Fritz Keller.

Am Donnerstag und Freitag kommt es zum nächsten Showdown in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes. Zunächst treffen sich die Präsidenten der Landes- und Regionalverbände zu einer Präsenzsitzung, um ohne Beisein der angeschlagenen und zerstrittenen Verbandsbosse Fritz Keller (Präsident) und Friedrich Curtius (Generalsekretär) Klartext reden zu können. 24 Stunden später trifft sich das DFB-Präsidium.

Inzwischen haben zahlreiche Landeschefs den Entwurf eines Schreibens an die Verbandsspitze aufgesetzt, in welchem sie harsche Kritik an den dort herrschenden Zuständen üben. Denn regelmäßig werden sie über neue gegenseitige Bosheiten über die Medien informiert. Zuletzt geriet ein Bericht der „Sportbild“ wenig angenehm für Generalsekretär Curtius, dann berichtete der „Spiegel“ über Unannehmlichkeiten für Keller wegen staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen nach einer Strafanzeige, dazu ein anstehender Prozess vorm Arbeitsgericht gegen Kellers von Curtius geschassten Büroleiter. Es geht drunter und drüber.

Die Landeschefs sind es leid, derlei negative Nachrichten in einer Regelmäßigkeit übermittelt zu bekommen, die aufs Gemüt drückt und als imageschädigend auch für sie selbst als Fußballfunktionäre angesehen wird. Sie sehen, zitiert der „Kicker“ aus dem Schreiben, das nach FR-Informationen noch nicht abgeschickt wurde, „die Handlungsfähigkeit in der Führungsspitze des DFB nicht mehr gegeben“ und ärgern sich, dass „Fußball-Deutschland in regelmäßigen Abständen in den Medien über neue Grabenkämpfe an der Führungsspitze topaktuell informiert“ wird.

Namentlich werden Keller, Curtius, Schatzmeister Stephan Osnabrügge und der aus Bayern stammende Vizepräsident Rainer Koch genannt. Eine Zusammenarbeit sei „in der aktuellen Konstellation undenkbar“. Die Protagonisten schadeten damit nicht nur sich, sondern „dem gesamten Fußball in Deutschland massiv“. Und weiter: Die Verbandspitze befinde sich in „desolatem Zustand“. Sie beschäftige sich „vornehmlich mit sich selbst, statt in dieser für die gesamte Gesellschaft beispiellos schweren Lage ein Gefühl von Sicherheit und Stärke auszustrahlen“.

Am Donnerstag wollen die Bosse aus den Bundesländern bei ihrer Sitzung einer internen Analyse lauschen, welche drei Präsidiumsmitglieder die drei Vizepräsidenten Peter Frymuth, Günter Distelrath und Ronny Zimmermann nach Gesprächen mit den verzankten Curtius und Keller erstellt haben. Danach soll entschieden werden, ob und mit welchem Inhalt das kritische Schreiben abgeschickt wird. Da viele der Landesverbandschefs aus der Ferne nicht beurteilen können, wer in der DFB-Führung welche Verantwortung für den tiefen Riss trägt, hoffen sie, durch die Analyse tiefere Einblicke gewährt zu bekommen.

Der Präsident des hessischen Fußballverbandes, Stefan Reuß, will sich auf FR-Anfrage unter Verweis auf die Sitzung überhaupt nicht zu dem Führungschaos äußern. Andere Landesvertreter sprechen zwar, möchten aber öffentlich nicht zusätzlich Schärfe in die Debatte bringen.

Die meisten sind einigermaßen hilflos, denn sie ahnen düster, dass im Grunde nur ein Rücktritt sämtlicher vier Führungskräfte und kompletter Neuanfang zielführend ist. Das gilt jedoch als ausgeschlossen. Rainer Koch, der seit vielen Jahren größten Strippenzieher, ist just am Dienstag für vier Jahre ins Uefa-Exekutivkomitee gewählt worden und wird seine Funktionärskarriere keineswegs aufgeben wollen. Dasselbe gilt für Osnabrügge, Keller und auch für den operativen Chef Curtius, der eigentlich zur Jahreswende mit Eröffnung der neuen, 150 Millionen Euro teuren Akademie in Personalunion auch Geschäftsführer der neuen großen DFB-GmbH werden sollte. Keller will das verhindern. Mindestens.

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