DFB-Präsident Fritz Keller verteidige die nun die bei der Razzia heimgesuchten Ex-Funktionäre.
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DFB-Präsident Fritz Keller verteidigt die bei der Razzia heimgesuchten Ex-Funktionäre.

Razzia

Der DFB wehrt sich

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Verband gibt Frankfurter Staatsanwaltschaft kontra / Präsident Keller ist „persönlich erschüttert“ über Vorgehensweise der Behörden.

Das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ist hochgradig erzürnt über die Razzia der Frankfurter Staatsanwaltschaft vom Mittwoch vor einer Woche. Das ist das Ergebnis einer außerordentlichen Präsidiums am Donnerstag. „Die Ergebnisse der bisherigen Überprüfungen widersprechen klar den erhobenen Vorwürfen“, hieß es danach aus dem Hause DFB. Die Staatsanwaltschaft habe es „versäumt“, Unterlagen der Betriebsprüfung „im Vorfeld beizuziehen und auszuwerten“.

DFB-Präsident Fritz Keller sagte: „Wir sind nach dem Zwischenbericht unserer externen Prüfer weiterhin von der Unschuld der Verantwortlichen des DFB überzeugt. Der Reputationsschaden für die Betroffenen und den DFB, der sich aus der unangemessenen behördlichen Vorgehensweise ergeben hat, erschüttert mich persönlich sehr.“

In den Tagen nach der Razzia war der Eindruck entstanden, Keller unterstütze die Untersuchungen der Behörde und hoffe womöglich, in diesem Zuge seine beim Amtsantritt vor einem Jahr angekündigte Generalinventur weiter voranzutreiben. Offenbar fügt sich jetzt aber ein anderes Bild. Der Präsident verteidigt nun die bei der Razzia heimgesuchten Ex-Funktionäre Reinhard Grindel, Reinhard Rauball und Helmut Sandrock sowie die aktuellen Führungskräfte Friedrich Curtius, Rainer Koch und Stephan Osnabrügge ausdrücklich.

Der DFB beruft sich inhaltlich darauf, „dass zum Komplex der Besteuerung der Bandenwerbung bereits im März 2019 eine Verständigung mit den Finanzbehörden erzielt wurde und der DFB in der Folge die entsprechenden Steuern (nach)gezahlt“ habe. Zudem hat der Verband laut Selbstauskunft ebenfalls im März 2019 der Staatsanwaltschaft Frankfurt unaufgefordert alle bekannten Unterlagen zu diesem Vorgang übergeben und umfassende Kooperation zugesichert. „Der DFB hat gegenüber Finanz- und Ermittlungsbehörden transparent und offen kommuniziert.“

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