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Schon Zeit, zu gehen? Trainer Hansi Flick kokettiert mit seinem Abschied vom FC Bayern.
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Schon Zeit, zu gehen? Trainer Hansi Flick kokettiert mit seinem Abschied vom FC Bayern.

FC Bayern

Der Campus wird zum Krampus

  • VonManuel Bonke
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Trainer Hansi Flick ignoriert beim FC Bayern Talente aus der eigenen Jugendakademie und sorgt damit im Verein für größeres Kopfschütteln.

Es heißt, dass Bayern-Trainer Hansi Flick nach dem Viertelfinalrückspiel in der Champions League gegen Paris Saint Germain (nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe am Dienstagabend) das Gespräche mit der Klubführung suchen wird. Offen ist, was der genaue Inhalt dieser Unterredung mit den Vereinsoberen sein wird. An Diskussionsthemen mangelt es derzeit nicht an der Säbener Straße: Vor allem der Machtkampf zwischen Flick und Sportvorstand Hasan Salihamidzic ist nach wie vor das bestimmende Thema. Aus Sicht des Münchner Cheftrainers ist die Sache simpel: Er möchte mehr Mitspracherecht bei der Zusammenstellung seiner Mannschaft – sowohl was Neuzugänge als auch Vertragsverlängerungen betrifft.

Dass Flicks Machtansprüche von der Vereinsführung nicht einfach zu befriedigen sind, hat Präsident Herbert Hainer am Sonntag beim Pay-TV-Sender Sky nachvollziehbar dargelegt. „Wir haben klar gesagt, dass wir im Sommer den Kader in der Breite vergrößern wollten. Aber wir haben seit einem Jahr Corona und circa 150 Millionen Euro Einbußen beim Umsatz“, erinnerte Hainer an den vergangenen Transfersommer und sagte: „Natürlich hätten wir gerne einen Kader mit 30 Top-Spielern, aber das können wir nicht bezahlen.“

Müller sorgt für Lacher

Dabei hätte der deutsche Rekordmeister mit dem Bayern-Campus ideale Voraussetzungen, um die Profimannschaft in der Breite mit Eigengewächsen zu verstärken. Allerdings bevorzugt es Flick, fertige Spieler in seine Mannschaft zu integrieren, als junge Spieler unter Erfolgsdruck aufzubauen. Ein entscheidender Grund, weshalb die Bayern-Verantwortlichen einige Leihgeschäfte bei Talenten (gezwungenermaßen) eingingen. Freilich sorgte es am Campus für Verwunderung, dass Flick beispielsweise auf einen Back-up für Rechtsverteidiger Benjamin Pavard pochte und daher Bouna Sarr aus Marseille geholt wurde – obwohl mit Chris Richards ein Campus-Spieler diese Rolle hätte ausfüllen können. Zur Erinnerung: Richards wechselte im Winter auf Leihbasis nach Hoffenheim, wo er in sieben Spielen in der Startformation stand nur einmal musste Richards wegen einer Blessur passen.

Für größeres Kopfschütteln am Bayern-Campus sorgte allerdings die Tatsache, dass Flick den „Münchner Mittelfeld-Kindl“ Adrian Fein und Angelo Stiller keine Perspektive bei den Profis aufzeigen wollte. Stattdessen bekam er Marc Roca – von dessen Fähigkeiten auch Salihamidzic vollends überzeugt ist – und durfte mit der Leihe von Tiago Dantas sein Projekt (O-Ton Flick) vorantreiben. Die Konsequenz: Fein wurde nach Eindhoven verliehen und Stiller wechselt im Sommer ablösefrei nach Hoffenheim.

Dass Flick lieber auf fertige Spieler setzt beweist auch die Tatsache, dass er bis zuletzt auf eine Vertragsverlängerung von Jerome Boateng hoffte – obwohl perspektivisch gesehen mit Tanguy Nianzour und Dayot Upamecano vielversprechenden Ersatz bereit steht. Thomas Müller kommentierte das Bayern-Aus von Kumpel Boateng vor dem Spiel gegen Paris übrigens gewohnt bayerisch-süffisant. „Wenn sich hier Spieler äußern würden über andere Spieler und deren Verträge, dann würde es hier ja zugehen wie ... äh ja ... wie es hier eben zugeht“, sagte Müller und lachte sich schlapp. Wenigstens einen Lacher hat der Matchkampf zwischen Flick und Salihamidzic verursacht.

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