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Schwerer Stand: Schalkes Trainer Manuel Baum.
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Schwerer Stand: Schalkes Trainer Manuel Baum.

Schalke 04

Der Baum brennt

Bei Krisenklub Schalke 04 schwindet die Hoffnung - und das ausgerechnet vor wichtigen Spielen gegen die direkte Konkurrenz im Abstiegskampf.

Es waren Minuten des kollektiven Kopfschüttelns, jene am Sonntagabend direkt nach dem Abpfiff der Bundesligapartie. Angreifer Mark Uth tat es, Verteidiger Bastian Oczipka, auch Manager Jochen Schneider und – der sowieso – Trainer Manuel Baum. Ja, sie konnte es nicht glauben, die Schalker Beteiligten, dabei war es ihnen ja mittlerweile zum 26 Male in Folge so ergangen. Wieder kein Sieg, nicht mal ein Punkt in diesem Fall, das 0:3 (0:1) in der heimischen Arena gegen den Ligazweiten Bayer Leverkusen war zweifelsohne der nächste heftige Niederschlag für den ohnehin nur noch durch die deutsche Eliteklasse taumelnden, so stolzen Fußballklub aus Gelsenkirchen.

Und die Suche nach einem Ausweg aus dieser sportlichen Dauerkrise wird für Schalke zum Wettlauf gegen die Zeit. Bis Weihnachten bleiben dem Tabellenletzten nur noch drei Spiele gegen Mitkonkurrenten, um die Schreckensserie zu beenden und die Wende einzuleiten. „Es bringt nichts, wenn wir uns an den Horrorzahlen festmachen“, sagte Sportvorstand Schneider nach dem 0:3 vom Sonntag. „Wir müssen Stück für Stück sehen, dass wir wieder besser Fußball spielen. Dass wir wieder in die Lage kommen zu punkten. Das allein ist entscheidend.“ Doch wie soll das gehen? Drei Punkte und 6:31 Tore nach zehn Spielen - das ist die Bilanz eines Absteigers, keine Frage, und exakt die gleiche, die Tasmania Berlin in der Saison 1965/66 zum selben Zeitpunkt aufwies. Am 9. Januar könnten die Schalker den unrühmlichen Tasmania-Rekord von 31 Sieglosspielen am Stück einstellen.

Am nächsten Sonntag ist Trainer Baum mit seinem Team bei seinem Ex-Klub FC Augsburg zu Gast. Es folgen die Heimspiele gegen den SC Freiburg (16. Dezember) und Arminia Bielefeld (19. Dezember). Drei Gegner also, die vermeintlich leistungsmäßig in der Nähe sind für die Schalke und ebenfalls um den Klassenverbleib kämpfen.

Der Druck des Gewinnenmüssens wird jedoch immer größer, gerade in solch einem unruhigen Umfeld wie auf Schalke. Vier Punkte Rückstand sind es schon auf den Relegationsrang. „Jedes einzelne Spiel ist extrem schwer“, sagte Schneider. Besonders alarmierend für die Schalker ist, dass die ebenfalls schlecht gestarteten Konkurrenten wie Köln, Mainz 05 und Aufsteiger Arminia Bielefeld mittlerweile wieder gewinnen.

Viele Optionen hat der hochverschuldete Revierklub jedenfalls nicht mehr. Mit dem frühen Trainerwechsel von David Wagner zum nicht minder glücklosen Baum und der Suspendierung der Egoprofis Amine Harit und Nablil Bentaleb wurden schon einige Maßnahmen probiert. Einen weiteren Tausch des Chefcoaches schloss Schneider aus. Die Frage, ob er Baum die Wende zutraut, beantwortete der Sportchef bei Sky kurz und knapp mit „Ja“.

Zumindest die Begnadigung von Kreatispieler Harit ist laut Baum „ein Thema“, ein Allheilmittel wäre sie sicher nicht, wenngleich die ohnehin fußballerisch limitierten Gelsenkirchener vielleicht nicht noch freiwillig auf einen ihrer besten Kicker verzichten sollten.

Grundsätzlich gilt: Der Trainer muss die Fehler abstellen, die gegen Leverkusen trotz des beherzten Auftritts bei zwei Standardsituationen zu Gegentoren führten. „Es ist echt zum Kotzen. Wir sind mehr gelaufen, mehr gesprintet, wir hatten mehr Tempoläufe, wir haben leidenschaftlich verteidigt – aber wie wir die Gegentore bekommen und das Spiel herschenken, das ist einfach zu billig“, sagte Baum.

Malick Thiaw hatte die Niederlage nach einer Ecke von Bayerprofi Leon Bailey per Eigentor in der 10. Minute eingeleitet. Julian Baumgartlinger (67.) erhöhte nach einer Bailey-Ecke auf 2:0, ehe noch Patrik Schick (78.) traf. „Gerade bei Standardsituationen müssen wir besser verteidigen“, klagte Baum. Der junge Verteidiger Thiaw gab zu, dass er sich beim Eigentor „ein bisschen dumm angestellt“ habe, auch wenn er von Aleksandar Dragovic hart bedrängt wurde. „Jetzt müssen wir punkten – jetzt oder nie“, forderte daher der 19-jährige Thiaw.

Dass die läuferisch und kämpferisch überzeugenden Schalker selbst die größte Chance durch Steven Skrzybski (72.), der per Elfmeter an Bayerkeeper Lukas Hradecky scheiterte, nicht nutzen konnten, passt ins Bild eines Teams, bei dem nichts funktionieren will. „Das war ein Stück weit sinnbildlich für unsere Situation“, sagte Baum. „Aber ich mache Steven keinen Vorwurf.“

An Torwart Michael Langer, der nach seinem Debüt für den VfB Stuttgart im März 2007 zu seinem zweiten Bundesligaeinsatz kam und die verletzte Frankfurt-Leihgabe Frederik Rönnow sowie Ralf Fährmann vertrat, ließ sich die Pleite nicht festmachen. Der 35-Jährige hielt, was zu halten war, und versprach: „Es ist eine ganz schwierige Zeit. Wir müssen zusammenstehen und werden kämpfen, dass wir da rauskommen.“ (dpa/dani)

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