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Der andere Weg der Löwen Frankfurt

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Von: Markus Katzenbach

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Dass es nach dem Aufstieg in die DEL derart erfolgreich läuft, hatten sie bei den Löwen Frankfurt eher nicht erwartet.
Dass es nach dem Aufstieg in die DEL derart erfolgreich läuft, hatten sie bei den Löwen Frankfurt eher nicht erwartet. © Imago/Eibner

Der Frankfurter Eishockey-Klub mischt die DEL nach dem Aufstieg mit einem eigenen Stil mächtig auf.

Ein Freitagabend ohne eigenen Spieltermin mitten im Oktober ist im Eishockey eine Seltenheit, zwei freie Tage am Stück zum Wochenanfang ebenso. Weil die erste deutsche Klasse aber als Coronakrisen-Nebenwirkung in diesem Jahr ausnahmsweise noch einmal 15 Mannschaften zählt, muss eben eine immer aussetzen – in diesem Fall nun die Frankfurter Löwen, was dem Aufsteiger gar nicht unrecht ist. „Es hat gut gepasst, dass wir Montag und Dienstag mal freigeben konnten“, sagt Sportdirektor Franz-David Fritzmeier, eingedenk des Sechs-Punkte-Wochenendes mit zwei vollen Erfolgen zuvor: „Da geht man natürlich mit einem Supergefühl in eine so kleine Pause.“

Viel besser könnte die Stimmung rund um die Eissporthalle am Ratsweg gerade tatsächlich kaum sein. Die Frankfurter Aufsteiger, für die es dann am Sonntag (16.30 Uhr) bei den Iserlohn Roosters weitergeht, mischen die DEL auf, und dass das Tabellenbild sie auf einem verblüffenden dritten Rang zeigt, ist früh in der langen Saison eine schöne Momentaufnahme – auch wenn die Abstände eng sind und selbst der zehnte Platz nur drei Punkte entfernt ist. „Wir wissen, dass wir unsere Leistung halten oder sogar noch besser werden müssen. Aber wir nehmen das gerne als Motivation mit“, sagt Fritzmeier.

Dabei verblüffen die Neulinge auch so schon die DEL. Nach einem Monat und neun Frankfurter Spielen mit stolzen 16 Punkten lässt sich festhalten: Bislang sind viele Löwen-Pläne aufgegangen – insbesondere beim Bau der Mannschaft. Nicht nur bei der ersten Reihe, auch wenn die gerade bundesweit für Furore sorgt, mit beeindruckenden Auftritten und dazu passenden Zahlen. Dominik Bokk führt mit acht Treffern die Torjägerliste an, in der Scorerliste liegt der Jungstarstürmer mit zwölf Punkten und gemeinsam mit NHL-Veteran Carter Rowney ebenfalls vorne. Und Brendan Ranford steuerte in allen bisherigen neun Partien ein Tor oder eine Vorlage bei, als einziger Spieler der Liga. „Unsere erste Reihe kann gegen jeden bestehen“, sagt der mit seiner vierten Reihe selbst trefflich auftrumpfende Stürmer Rylan Schwartz, im Wissen, dass Trainer Gerry Fleming auch alle anderen Formationen getrost aufs Eis schicken kann. Die Löwen-Kraft kommt aus vier vollen und vergleichsweise ausgeglichene Sturmreihen.

„Das ist unser Faustpfand“, sagt Fritzmeier. Ungewöhnlich auch, dass die von der DEL für einen vollen Spieltagskader zum Zweck der Nachwuchsförderung vorgeschriebenen drei U-23-Spieler nicht wie andernorts bisweilen als Lückenfüller in eine kaum eingesetzte vierte Reihe gesteckt werden, sondern gut aufgeteilt – und so wie im Fall Bokk sogar als Leistungsträger dienen oder wie Magnus Eisenmenger und Daniel Wirt mindestens wertvolle Beiträge leisten. „Wir wollen anders sein als andere“, erklärt Manager Fritzmeier dazu.

Bislang klappt das bestens. Wer wiederum die Spieler nach dem Erfolgsgeheimnis fragt, bekommt stets recht ähnliche Antworten. „Wir haben Spaß zusammen. Es ist eine Sache, dir auf dem Eis Erfolg zu erarbeiten, und es ist eine andere Sache, das für den Mann neben dir zu machen“, sagte Verteidiger Davis Vandane nach dem durch sein spätes Tor entschiedenen 1:0 in Schwenningen am vorigen Sonntag, der da wieder überragende Goalie Jake Hildebrand meinte: „Diese Nähe hilft uns.“

Spezieller Zusammenhalt

Der spezielle Löwen-Zusammenhalt wurzelt darin, dass die Frankfurter 16 Zweitliga-Meister wie Schwartz, Hildebrand und Vandane mit in die erste Klasse genommen haben, um den Drive und die Aufstiegseuphorie mit nach oben zu nehmen, und sie dort um einige Spitzenspieler zu ergänzen – wie Rowney, Ranford oder eben Bokk. „Die Truppe ist mega gut drauf. Wir haben Riesenspaß“, berichtete der 22-jährige Schweinfurter in der Eishockey-Show von Magenta-Sport.

Der gute Lauf bei den Löwen, für die nach dem Sonntag in Iserlohn am Dienstag (19.30 Uhr) in Ingolstadt ein weiteres Gastspiel ansteht, dürfte ihm auch persönlich schon in näherer Zukunft weiterhelfen. Für die Zeit des Deutschland-Cups vom 10. bis 13. November sollte sich Dominik Bokk mit der Aussicht auf Länderspiele besser nichts anderes vornehmen. Während die Kollegen in Frankfurt auf zwei, drei weitere freie Tage hoffen können.

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