Mohamed Salah in Aktion.
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Mohamed Salah in Aktion.

Premier League

Der ägyptische Gruß

Mohamed Salah führt den FC Liverpool zum Auftaktsieg gegen Leeds United und gedenkt eines Freundes.

Mohamed Salah presste sich beide Hände auf die Ohren, streckte die Zunge raus und formte mit seinen Fingern eine acht. Nach dem zweiten verwandelten Elfmeter des Ägypters, seinem dritten Treffer, war das 4:3 (87.) die Vorentscheidung in dieser wilden Auftaktpartie des FC Liverpool gegen Aufsteiger Leeds United in der Premier League. Der besondere Jubel war eine Hommage an seinen schwer erkrankten Nationalmannschaftskollegen Moamen Zakaria, der so für gewöhnlich seine Treffer bejubelte und die Rückennummer acht trug. Beim Mittelfeldspieler von Al Ahly Kairo war vor wenigen Wochen die unheilbare Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) diagnostiziert worden. Vor zwei Jahren musste er seine Karriere beenden.

„Es war in einigen Phasen des Spiels schwer, ohne Fans zu spielen“, sagte der Matchwinner. Die Intensität sei sehr hoch gewesen. „Wir hatten ein gutes Spiel. Wir hätten nicht drei Tore kassieren sollen, aber insgesamt haben wir einen guten Job gemacht“, analysierte Salah.

Das fand auch sein Trainer Jürgen Klopp, der begeistert war. „Was für ein Spiel, was für ein Gegner, war für eine Vorstellung von beiden Teams“, fragte der Coach des englischen Meisters nach dem 4:3 (3:2) rhetorisch und gab die Antwort gleich selbst: „Ein richtiges Spektakel, ich liebe so etwas!“

Nicht ganz so überschwänglich war die Gemütsverfassung bei Nationalspieler Robin Koch aufseiten des ehemaligen Europapokalfinalisten der Landesmeister, der nach 16 Jahren Abstinenz wieder Premier-League-Luft schnuppern darf. Der Ex-Freiburger war an den ersten beiden Gegentoren beteiligt, musste erstes Lehrgeld auf der Insel zahlen.

„Natürlich bin ich stolz auf mein erstes Spiel in der Premier League, aber selbstverständlich auch enttäuscht über das Ergebnis“, sagte der 24-Jährige. Allerdings zeigte Leeds große Moral, lieferte dem Champions-League-Sieger von 2019 ein über weite Strecken ebenbürtiges Duell. „Wir haben als Team stark gekämpft, über weite Strecken gut gespielt und viel Charakter gezeigt“, sagte Koch.

Schon in der vierten Minute verwandelte Salah einen von Koch verursachten Handelfmeter, kurz vor der Pause traf der Ägypter ein zweites Mal (33.). Auch beim Treffer von Liverpools Abwehrmann Virgil van Dijk verlor Koch das entscheidende Kopfballduell (20.). Doch die couragierte Spielweise von Leeds brachte Liverpool in Bedrängnis.

Klopp war klar, dass das Defensivverhalten der Reds zum Auftakt noch Luft noch oben lässt: „Wir hatten Probleme in der Abwehr, deshalb hat Leeds auch dreimal getroffen.“ Der Liverpool-Coach lobte aber auch die Vorstellung seiner Schützlinge in der Vorwärtsbewegung: „Ich bin wirklich glücklich über die Dinge, die wir mit Ball angestellt haben.“ Entsprechend positiv fiel Klopps Fazit aus: „Ich bin total zufrieden mit dem Spiel. Offensiv war es gut, in der Defensive können wir es besser.“ Die Gäste glichen schließlich dreimal aus (12./30./66.). Angreifer Salah war es vorbehalten, die Entscheidung zugunsten des Titelverteidigers herbeizuführen und seinem Freund einen Gruß zu schicken. (tim/sid)

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